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Katastrophenschutz aus der Luft

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Startklar für Beobachtungsflüge: Die ehrenamtlichen Piloten der Luftrettungsstaffel Bayern wollen künftig am neuen Flugplatz in Pömetsied mit ihren Maschinen abheben. Foto: Lory
Startklar für Beobachtungsflüge: Die ehrenamtlichen Piloten der Luftrettungsstaffel Bayern wollen künftig am neuen Flugplatz in Pömetsied mit ihren Maschinen abheben. Foto: Lory

Ohlstadt - Die Luftrettungsstaffel Bayern zieht mit ihrem Stützpunkt nach Pömetsried. Ihre Aufgabe: Beobachtungsflüge im Alpenvorland.

Es ist keine Woche her, dass die Sportfliegergruppe Werdenfels ihren neuen Flugplatz in Pömetsried in Betrieb nahm. Schon steht dort die nächste Feierlichkeit an: Die Luftrettungsstaffel Bayern verlegt ihren Stützpunkt im Alpenvorland, der bisher wie der der Segelflieger in Eschenlohe beheimatet war, nach Pömetsried. Zu einem kleinen Festakt am Samstag, 7. Mai (Beginn: 11 Uhr), werden Vertreter der Politik, Verwaltung, Polizei, Feuerwehr und weiteren Hilfsorganisationen erwartet.

Die Luftrettungsstaffel Bayern ist ein Zusammenschluss von Vereinen und Privatpersonen, die seit 1968 sich und ihre Flugzeuge in den Dienst der Allgemeinheit stellen. Seit 1973 ist die Organisation fester Bestandteil des Katastrophenschutzes im Freistaat. Die Piloten - in ganz Bayern sind es über 300, verteilt auf 32 Stützpunkte und mit 159 Flugzeugen sowie zwei Hubschraubern ausgestattet - nehmen auf ihren Erkundungsflügen Luftbeobachter des Katastrophenschutzes, der Forstverwaltung und anderer Behörden mit. Dadurch können beispielsweise Waldbrände früh erkannt, die Bildung von Verkehrsstaus und die Auswirkung von Naturkatastrophen wie Überschwemmungen genau verfolgt werden. Auch Sondereinsätze, etwa die Suche nach Vermissten, gehören dazu.

„Vieles kann man aus der Luft viel besser beobachten“, sagt Tom Werneck, Sprecher der Werdenfelser Segelflieger - gerade in den Tälern der Region. Mit den gewonnenen Erkenntnissen und Fotos seien die Einsatzkräfte am Boden in der Lage, gezielter vorzugehen. Die Sportfliegergruppe stellt aus ihren Reihen über 20 speziell ausgebildete Piloten für diese Einsätze. Ihnen stehen zwei motorgetriebene Segelflugzeuge zur Verfügung, die 180 Stundenkilometer schnell sind.

„Das ist alles ehrenamtlich. Das Innenministerium zahlt nur den Sprit“, betont Werneck. Ein Routine-Flug vom Schloss Neuschwanstein bis zum Inntaldreieck dauert bis zu eineinhalb Stunden. Der Sprecher des Vereins schätzt, dass die Piloten jedes Jahr mehrere hundert Stunden ihrer Freizeit in diese Aufgabe investieren - die vielen Übungen mitgerechnet. Erst vergangene Woche drehten die Helfer ihre Runden, weil Waldbrandgefahr bestand. Bayernweit kommt die Luftrettungsstaffel jährlich auf fast 7000 Flugstunden.

Es erfordert einiges an Know-how, bei dieser Form des Katastrophenschutzes mitzuwirken. Besonders beeindruckend: Die Piloten packen die Kamera-Chips mit den Luftaufnahmen in spezielle Behälter und werfen diese noch vom Flieger aus den Einsatzkräften punktgenau im wahrsten Sinne des Wortes vor die Füße. Denn im Ernstfall zählt jede Minute. „Das trainieren wir. Und das können wir“, berichtet Werneck stolz. (as)

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