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Sehnsucht nach Frieden: Im Gästehaus Pax in Wallgau sollen ihn Kriegsflüchtlinge finden.

Unterkunft für Asylbewerber

Flüchtlinge finden in Wallgau eine Bleibe

Wallgau - Das derzeit geschlossene Gästehaus Pax in Wallgau wird zur Herberge für Flüchtlinge umfunktioniert. Die Gemeinde informiert die Bevölkerung demnächst.

Auf der Flüchtlingskarte war Wallgau bislang ein weißer Fleck. Das wird sich möglicherweise ab Mitte April ändern. Von diesem Zeitpunkt an ist das Gästehaus Pax zur Unterbringung von maximal 35 Asylbewerbern vom Landkreis angemietet. Das bestätigt Florian Hibler vom Ausländeramt in Garmisch-Partenkirchen. Wer letztlich einzieht, sei noch ungewiss. Aber eines stellt der Sachgebietsleiter klar: „Wir wollen Familien.“

Genaueres wird der vielbeschäftigte Mann für Migrationsfragen am kommenden Dienstag bei einer Informationsveranstaltung im Haus des Gastes mitteilen – falls er dann schon mehr weiß. „Bisher kann ich nicht sagen, woher die Menschen kommen.“

Etwas Licht ins Dunkel bringt Dr. Fabrizio Capobianco. „Die meisten werden Syrer sein“, teilt der Geschäftsführer der PAX-Vereinigung katholischer Kleriker e.V. in Köln mit. Dieser bundesweiten Organisation gehört das gleichnamige Gästehaus an der Krepelschroffenstraße. Bis Ende der 1980er Jahre diente es als Erholungsheim für katholische Priester. Danach wurde die Immobilie verpachtet. Von da an hatten auch weltliche Gäste Zugang.

Nun finden in dieser katholischen Einrichtung vornehmlich muslimische und traumatisierte Erwachsene und Kinder aus syrischen Bürgerkriegsgebieten eine Zuflucht. Das geschehe nicht zuletzt aus christlicher Nächstenliebe, wie Capobianco untermauert. „Wir können nicht bloß zuschauen, wir wollten was tun.“ Mit wir meint er die katholische Kirche. Das Ganze geschieht in Zusammenarbeit mit der Caritas, die einen vollzeit-beschäftigten Betreuer fürs Pax-Gästehaus zur Verfügung stellt. Der Nutzungsvertrag mit dem Landkreis ist vorerst für zwei Jahre abgeschlossen.

Damit bestätigen sich Gerüchte, die im Dorf herumgeisterten. „Die Buschtrommeln haben das schon lange verkündet“, meint Bürgermeister Hansjörg Zahler (CSU). Die Stimmung in der 1400-Seelengemeinde kann er schwer abschätzen. „Ich glaube schon, dass man das sehr wohl akzeptiert.“ Doch glauben heißt bekanntlich nicht wissen. Doch eines ist für den Rathauschef schon mal im Hinblick auf die Grundschule positiv: „Die Familien tun uns bei den Klassenstärken gut.“ Die bewegen sich laut Zahler mangels Geburten schon geraume Zeit am „unteren Limit“.

Doch Integration in Wallgau kann wie schon andernorts nur funktionieren, wenn sich freiwillige Helfer finden, die mit den Neubürgern beispielsweise Deutsch lernen oder ihnen Behördengänge erleichtern. Auch dazu soll am kommenden Dienstag der Informationsaustausch mit den Einheimischen dienen. Christof Schnürer

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