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Verkehr im Ammertal

Kein Freifahrtschein für Parksünder in Ettal

Ettal - Gemeinde Ettal schließt sich Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit an. Überwachung beginnt „auf niedrigem Niveau“.

Parksündern geht es in Ettal weiterhin an den Kragen. Die Zeiten, indenen Knöllchen im Scheibenwischer klemmten, sind längst nicht vorbei. Auch wenn die Kommune einen neuen Weg einschlägt. Der Gemeinderat Ettal hat sich in seiner Sitzung einstimmig dafür ausgesprochen, sich dem Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberland anzuschließen. Die Entscheidung fiel als Reaktion auf eine organisatorische Änderung. 2013 hatte Ettal die Organisation der Verkehrsüberwachung der Gemeinde Bad Kohlgrub übertragen. Doch die wiederum wird ihren Vertrag mit der „Nürnberger Wach- und Schließgesellschaft“ zum 31. Mai 2017 lösen. Keine überraschende Wende, Bürgermeister Karlheinz Reichert hatte seine Kollegen über die Kündigung informiert, welche einen Beitritt zum Zweckverband damals befürworteten (wir berichteten). „Wir kommen nicht aus“, sagt Ettals Rathauschef Josef Pössinger. Die Verwaltungsgemeinschaft (Unterammergau und Ettal) habe den Beschluss schon gefasst. Jetzt musste die Gemeinde noch ihr Votum abgeben. Zum nächstmöglichen Zeitpunkt will der Ort demnach dem Zweckverband beitreten – das wäre zum 1. Juni 2016. Ganz auf die Überwachung möchte Pössinger nicht verzichten. „Das Ganze ist schon sinnvoll“, sagte er in der Sitzung. Allerdings will er die Kontrollen „auf niedrigem Niveau“ halten. Bisher handelte es sich im Durchschnitt um fünf Stunden im Monat. Das soll auch künftig in diesem Bereich bleiben. Pössinger schlug vor, maximal zehn Stunden im Monat die Stellflächen zu bewachen. Davon hat die kleine Gemeinde einige: den Parkplatz für Wanderer am Ettaler Sattel, den am Rathaus (etwa 15 Plätze), an der alten Tankstelle (18), am Zieglerhof (110), an der Ettaler Mühle (50) und den Parkplatz am Schattenwald in Graswang. Das Kloster indes spielt Pössinger zufolge ebenfalls mit dem Gedanken, seine Flächen von gleicher Instanz kontrollieren zu lassen. Vorschläge über die Dauer der Überwachung bekommt die Gemeinde noch vom Zweckverband selbst, nachdem dessen Mitarbeiter die Parkflächen in Ettal inspiziert haben. „Der Wert wird sicher höher sein“, prophezeite der Rathauschef, stellte aber gleich deutlich klar: „Wir legen ihn fest.“ Zumal es den Service nicht umsonst gibt. Der Zweckverband verlangt für die Überwachung 28 Euro in der Stunde, zuzüglich 6 Euro/pro Stunde für die Sachbearbeitung. „Wir müssen eine saubere Auflistung hinbekommen“, forderte der Bürgermeister. Heißt: Es gilt, die Zeiten herausfinden, in denen in Ettal am meisten los ist. Einen Ausnahmezustand wird die Landesausstellung 2018 darstellen, darauf wies Korbinian Ostler hin. Er informierte sich, ob es möglich wäre, dann die Überwachungsstunden hochzuschrauben. Angesichts der deutlich höheren Besucherzahl, würde das Pössinger befürworten. Denn während des Großereignisses wird sich auch an der Parkplatz-Situation etwas tun, und zum Beispiel die Flächen am Zieglerhof, ein „reiner Loipenparkplatz“, zur Verfügung stehen.

Manuela Schauer

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