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Der Praxistest: Ein Mitarbeiter des Gesundheitsamts sprüht eine Testperson mit Farbe ein. Getestet wurde aber offenbar der falsche Schutzanzug.

Amtsarzt schlägt Alarm

Kein Schutz? Wirbel um Ebola-Schutzanzüge

Garmisch-Partenkirchen – Der Amtsarzt im Garmischer Gesundheitsamt schlägt Alarm: Die Ebola-Schutzanzüge, die die Behörde lagert seien nicht dicht, Helfer im Ernstfall nicht geschützt. Das zuständige Ministerium widerspricht.  

Ebola lässt Dr. Volker Juds keine Ruhe. Vor einer Woche regte der Leiter des Gesundheitsamts im Kreis Garmisch-Partenkirchen an, eine Meldepflicht für Rückkehrer aus den afrikanischen Ebolagebieten zu erlassen. Der Vorschlag wurde diskutiert – und rasch verworfen. Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) hielt ihn für überflüssig. Ihr Haus befasse sich intensiv mit der Frage, welche Schutzmaßnahmen nach der Rückkehr von Helfern sinnvoll seien.

Nun schlägt der Amtsarzt aus dem Werdenfels abermals Alarm: Die Schutzanzüge der Kategorie III, die das Garmisch-Partenkirchner Amt lagert, sind anscheinend nicht dicht. In einem Praxistest wurde eine Person laut BR gemäß der Vorschriften eingepackt und Übergänge abgeklebt. Dann sprühte ein Helfer Desinfektionsmittel mit Farbstoff auf den Probanden - es sickerte Flüssigkeit durch. Schwachstellen gab es an Nähten und den Übergängen zwischen Anzug, Brille und Maske. Anzüge, die nicht gegen Ebola schützen – das löste einen großen Wirbel aus.

Am Freitag Abend meldete sich deswegen das Staatsministerium auf den Bericht. Es stellte die Sachlage etwas anders dar als der Amtsarzt: Das Gesundheitsamt habe demnach nicht die vom Robert-Koch-Institut (RKI) für den Einsatz bei einem Ebola-Verdacht empfohlenen Schutzanzüge getestet. Der Anzug sei dem Typ 4 der Kategorie III zuzuordnen – und nur sprühdicht. Bei Ebola-Verdacht werde ein anderer, flüssigkeitsdichter Schutzanzug der Kategorie III empfohlen. Die Darstellung, dass die Helfer im Ernstfall nicht geschützt seien, sei also „nicht zutreffend“, sofern man den Empfehlungen des RKI korrekt folge.  

mm

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