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Pilgern zum Gipfelkreuz: Seit 1928 findet die Frickenmesse statt. Hier ein Gottesdienst aus den 1960er Jahren.

Alternativlösung wurde abgelehnt

Keine Frickenmesse wegen Pfarrermangel

Farchant - Das ist eine Premiere, aber eine negative: Der Berggottesdienst auf dem Fricken muss zum ersten Mal in seiner Geschichte ausfallen. Der Grund: Die Suche nach einem bergtauglichen Priester war erfolglos.

Enttäuschung. Genau dieses Wort trifft die Gefühlslage von Hans Schmid junior und Anton Grünauer vom Volkstrachtenverein in Farchant. Ihre Vorbereitungen für die Frickenmesse die am Sonntag stattfinden sollte, mussten sie abbrechen. Der Berggottesdienst, der traditionell alle zwei Jahre am ersten Sonntag im September auf dem Plan steht, fällt aus. Zum ersten Mal in seiner Geschichte. Der Grund: Es fand sich kein Pfarrer, der die Messe, bei der seit 1928 der Gefallenen im Ersten Weltkrieg gedacht wird, übernehmen könnte. Der Pfarrverband Partenkirchen-Farchant-Oberau habe laut Dekan Andreas Lackermeier versucht, alle Hebel in Bewegung zusetzen, einen Priester für die Bergmesse zu finden. Jedoch ohne Erfolg.

„So etwas hat es noch nie gegeben“, sagt Schmid. Im Februar sei die Messe in der Pfarrei angekündigt worden. Seit Juni ist bekannt, dass es keinen Gottesdienst mit Eucharistie geben kann. Auch das Bemühen seitens der Trachtler auf eigene Faust eine Lösung zu finden, scheiterte.

Die Urlaubszeit und der Anstieg auf den 1940 Meter hohen Berg seien die Ursachen für den Pfarrer-Engpass, sagt Lackermeier. „Die Frickenmesse ist eine sehr anspruchsvolle Angelegenheit“, sagt Lackermeier. „Nicht jeder kann den Anstieg bewältigen und eine Messe halten.“ Er selbst sieht sich auch nicht dazu in der Lage.

Man habe sich aber durchaus angestrengt, einen Ersatz zu finden, betont der Pfarrer. Mehrere Anfragen nach Ettal und Innsbruck blieben fruchtlos. „Wir haben wirklich alles in unserer Macht stehende versucht“, sagt er. Seitens des Pfarrverbands habe er dem Trachtenverein angeboten, einen Wortgottesdienst mit einem Diakon zu organisieren, „der bis auf die Eucharistie genauso feierlich gewesen wäre“. Das haben die Trachtler abgelehnt.

Dies hat einen ganz bestimmten Grund: „Ein Wortgottesdienst ist einfach nicht der Brauch und nicht würdig“, betont der Ehrenvorsitzende Grünauer. „Die feierliche Messe mit Eucharistie hat Tradition.“ Diese halten er und die Mitglieder des Trachtenvereins hoch. Besonders in Zeiten, in denen Gipfelkreuze wie auf dem Scharfreiter in Lenggries, auf der Dudlalm im Längental (beides Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) und am Prinzkopf in Tirol von Unbekannten mutwillig zerstört wurden. „Darum wäre es umso wichtiger, das Brauchtum zu pflegen und die Bergmessen gebührend zu feiern“, betont Schmid. „Nachfolgende Generationen sollen die Tradition ja weitertragen.“

Die Angst, dass diese in Vergessenheit geraten könnten, ist bei den Trachtlern groß. Viele Farchanter hätten einen besonderen Bezug zur Frickenmesse, die sogar in der Nazi-Zeit unter Strafandrohung heimlich in einer Kirche stattgefunden hat. Schmid und Grünauer haben Verständnis dafür, dass es aufgrund des Priestermangels schwierig ist, alle Gottesdienste abzudecken. Beide hoffen, dass sich für 2018 ein bergtauglicher Pfarrer finden wird. Bereits jetzt hat der Trachtenverein einen Antrag für einen Gottesdienst gestellt. Lackermeier betont: „Wir werden uns wieder bemühen, die Messe mit einem Priester zu besetzten. Das haben wir auch heuer getan.“ 

Magdalena Kratzer

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