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Will die Kinder in die Ortspolitik miteinbeziehen: Ohlstadts Bürgermeister Christian Scheuerer.

Kinder haben das Wort

Ohlstadts neues Zwergerlparlament

Ohlstadt – Auffallend viele Knirpse waren kürzlich im Ohlstädter Rathaus zu sehen. Das hatte seinen Grund: Der Kindergemeinderat traf sich zu seiner ersten Sitzung. Und zwar dort, wo auch die Großen tagen. Nämlich im Sitzungssaal der Gemeinde.

Rund 20 Kinder nahmen auf den Stühlen Platz. Bürgermeister Christian Scheuerer (parteifrei) hatte die ersten und zweiten Klassensprecher der örtlichen Grundschule eingeladen sowie zwei je Kinder Klasse, die Interesse bekundeten.

Die Botschaft ist klar: „Ich möchte die Kinder miteinbeziehen“, sagt Scheuerer. Es gehe darum, die Anliegen der Kleinen ernst zu nehmen. Dabei könne man ihnen auch erklären, warum etwas gegebenenfalls nicht geht. „Für die Kinder ist es ein Lernprozess“, so Scheuerer in der Sitzung des Gemeinderats.

Den Zwergerln mangelte es so dann nicht an Ideen und Vorschlägen. So beklagten sie, dass Jugendliche und Erwachsene den Spielplatz am Schwimmbad oft mit Müll verunreinigten. Oftmals würden auch Hunde frei laufen gelassen und mit auf die Spielgeräte genommen.

Die Kritik zeigt Wirkung: Der „große“ Gemeinderat beschloss, dass ab Februar, wenn das Schwimmbad-Lokal schließt, versuchsweise ein Müllbehälter aufgestellt wird. Zudem hängt die Gemeinde ein Schild auf mit dem Inhalt, dass auf Wunsch der Kinder Hunde auf dem Gelände verboten seien.

Manfred Stenger (CSU) gab zu bedenken, dass man damit viele Familien ausschließe. Michael Strauß ( NLO ) fand hingegen: „Hunde gehören raus aus dem Spielplatz.“

Die Grundschüler brachten noch weitere Anliegen vor. So wünschen sie sich mehr Attraktionen im Schwimmbad. Ein Ein-Meter-Sprungbrett etwa, Rutschen im Kinderbecken oder Nichtschwimmerbereich, wärmeres Wasser sowie ein Sprudelbecken/Wärmebecken in der Wärmehalle.

Zudem fänden die Kinder es prima, wenn es eine Roller- beziehungsweise Skater-Nacht in Ohlstadt geben würde. Den Schwimmbad-Parkplatz könnte man, so das Zwergerl-Parlament, zum Rollerfahren oder Skaten benutzen.

Es fehlte auch nicht der Hinweis, dass an der Laufbahn der Grundschule größere Risse zu sehen seien und daher eine Verletzungsgefahr bestehe.

Weitere Idee: Ein Naturlehrpfad am Ram . Die Kleinen klagten ferner über lange Wartezeiten an der Ampelanlage und schlugen eine Verbreiterung des Zebergasserls vor. Was Scheuerer erstaunlich fand: „Es war total ruhig. Die Kinder haben nicht geratscht.“ Vielmehr hätten sie „frei von der Leber weg“ ihre Ideen vorgebracht. „Das war toll.“ Scheuerer sprach von „guten Denkansätzen“. Die Punkte könne man „Schritt für Schritt abarbeiten“. Klar ist aber: Es wird sich wohl nicht alles realisieren lassen. „Ich habe den Kindern gesagt: Das ist keine Wunschliste.“

Der Ohlstädter Rathauschef will diesen Kindergemeinderat auf Dauer etablieren. Zwei Mal im Jahr soll der Nachwuchs seinen Worten nach „auf alle Fälle“ tagen dürfen. Nächster Schritt sei es, ein solches Gremium auch für die Jugendlichen im Ort zu schaffen.

Roland Lory

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