Diskussionen im Gemeinderat

Kinderbetreuung: Preise steigen wieder

Garmisch-Partenkirchen - Familien, die ihren Nachwuchs betreuen lassen, werden stärker zur Kasse gebeten. Der Preisanstieg kommt nicht überraschend. Trotzdem hat der Antrag der Marktgemeinde für Diskussionen gesorgt.

Nicht jede politische Entscheidung, die es zu treffen gilt, ist angenehm. Zum Beispiel Abstimmungen darüber, Familien mit Kindern stärker zu belasten. Entsprechend groß war 2014 der Unmut, als die Gebühren für die Kinderbetreuung in Garmisch-Partenkirchen zum zehn Prozent raufgegangen sind. Nun stand schon wieder ein Anstieg der Preise auf der Tagesordnung im Gemeinderat.

Entsprechend schnell erinnerte Bürgermeister Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) daran, dass die Abstimmung jetzt nicht überraschend komme. Sondern dass man so vor zwei Jahren verblieben ist. Damals hat es in ihren Augen so großen Ärger gegeben, „weil die Preise acht Jahre lang gleich geblieben sind“, sagte Meierhofer mit Blick auf die Amtszeit ihres Vorgängers Thomas Schmid (CSB). Nun will man turnusmäßig an der Preisschraube drehen: Die Verwaltung hat eine Gebührentabelle vorgelegt, die eine Erhöhung von mehren Prozent ausmacht. Je nach Alter und Betreuungszeit variieren die Preise. Ein Beispiel: Eine Familie, die sechs bis sieben Stunden Krippenbetreuung bucht, muss bislang 214 Euro im Monat zahlen, künftig sind es 226. Das entspricht 12 pro Monat und 144 Euro mehr im Jahr.

„Seht’s mir das nach“, sagte Claudia Zolk (CBS). Aber sie will nicht für eine solche regelmäßige Gebühren-Erhöhung stimmen. „Das kann man sich auch wo anders holen“, sagte sie über das zusätzliche Geld, das in die Gemeindekassen kommt. Gegen den Anstieg war auch Marin Schröter (FDP): „Wir setzen die falschen Anreize.“ Familien sollte nicht das Leben in der Region nicht erschwert, sondern erleichtert werden.

Dass gute Kinderbetreuung ihren Preis hat, betonte mit Alfred Heinle (SPD) jemand, der sich im Bereich Soziales gut auskennt. „Die gibt es nicht zum Nulltarif.“ Vielmehr braucht es gute Personal. „Und dafür zahlen Eltern gern mehr“, betonte er.

Thematisiert wurde zudem, dass die Gemeinde nicht die Gebühren anhebt, um einen Gewinn zu machen. „Damit wird nicht mal die Lohnsteigerung ausgeglichen“, erklärte Rathaus-Sprecher Florian Nöbauer. Und die Bürgermeisterin ergänzte, dass Garmisch-Partenkirchen jedes Jahr etwas 2,5 Millionen Euro für die Betreuung von Kindern ausgibt. Am Ende folgte die Mehrheit des Gremiums dem Vorschlag der Verwaltung. Er wurde mit 26 Stimmen (dagegen waren Schröter und Zolk) angenommen.

Rubriklistenbild: © dpa

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