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Wird die Heimleiterin: Christiane Hertkorn. 

Suche nach Personal läuft

Kinderheim in Mittenwald soll im Januar 2017 eröffnen

Mittenwald - Gebäude gefunden, neues Konzept: Die Realisierung des Kinderheims „Mauganest“ geht in die heiße Phase. Die Einrichtung soll im Januar 2017 öffnen.

Christiane Hertkorn bezeichnet es als glückliche Fügung. An dem Tag, an dem ihr Vorhaben, in Mittenwald ein heilpädagogisches Kinderheim zu realisieren, in der Öffentlichkeit bekannt wurde, bekam sie die Nachricht: Es war ein Angebot für eine Immobilie. Seit Herbst 2015 suchte die Initiatorin nach einem geeigneten Gebäude  – vergeblich. Doch diese Offerte passte, das Haus übertraf sogar ihre Vorstellungen.

Um welches es sich handelt, verrät Hertkorn noch nicht. Nur soviel: Es ist ein „wahnsinnig tolles“ großes Haus mit Ferienwohnungen in zentraler Lage und mit Garten. „Die Baumaßnahmen sind überschaubar“, sagt die künftige Heimleiterin. Auch die Kosten für den Brandschutz fallen nicht so dramatisch aus, wie sie befürchtet hatte. Das Gebäude bleibt im Besitz der Eigentümer. Das Vorschussvertrauen, das die in Hertkorn haben, bestärkt sie nur in ihrem Ziel.

Während sich die Immobilien-Problematik in Luft aufgelöst hat, ging es dem alten Konzept an den Kragen. „Es ist ein wachsender Prozess“, sagt Hertkorn, die im Landkreis als Sachverständige für Familienrecht arbeitet. „Ich hab’ es drei- bis viermal umgeschrieben.“ Auch, weil die Immobilie mehr Platz bietet als erwartet. Statt neun Kinder aus dem Landkreis – ab dem dritten Lebensjahr bis zu einem Alter von zwölf Jahren – aufzunehmen, sind nun zwei Gruppen à sieben Kinder bis zehn Jahre geplant. „Dann sind wir immer noch unterbelegt.“ Aber für den Anfang reicht’s.

Besondere Ausrichtung

Neu am Konzept ist auch die Kinder-Notaufnahme mit dem südlichen Raum Münchens als Einzugsgebiet. Babies und Kleinkinder von null bis sechs Jahren können im „Mauganest“ unterkommen. Dann, wenn zum Beispiel die Eltern drogenrückfällig werden oder psychische Probleme bei der Mutter auftreten. Das Wichtigste dabei: das sogenannte Clearing. Heißt: Die Experten vor Ort erarbeiten, wie es mit dem Kind perspektivisch weitergeht. „Das ist etwas Besonderes“, betont Hertkorn. Es gebe nicht viele Häuser mit dieser Ausrichtung.

Dementsprechend steigen die Anforderungen, vor allem beim Personal. Es braucht Fachkräfte – von Sozialpädagogen, Erzieherinnen, Pflegekräften und Verwaltungsangestellten bis hin zu Hauswirtschaftern, Heilpädagogen und Kinderkrankenschwestern. Das ist Hertkorns aktuelle Aufgabe – Angestellte für das Heim zu finden, das vom Bezirk Oberbayern finanziert wird. Am 18. Oktober läuft die Frist ab. Dann muss sie die Unterlagen zum Personalbedarf bei der Behörde einreichen. Derzeit rechnet sie mit elf Planstellen für den Betreuungsbereich. „Es werden dann schon so 20 Leute sein“, sagt sie, unter anderem durch die Teilzeitkräfte.

Förderverein packt mit an 

Langsam aber sicher beginnt die heiße Phase. Denn daran hält Hertkorn fest: Das „Mauganest“ soll am 1. Januar 2017 öffnen. Jetzt geht es darum, die Ausstattung zu besorgen. Kleidung, Spielzeug, Möbel – die Liste ist lang. Eine Förderung vom Freistaat erhält sie nicht. Hertkorn und ihr Team sind deshalb für jede Unterstützung dankbar.

Gelder generieren möchte der Förderverein „in.puncto ZUKUNFT“, der nun auch einen ersten Flyer entworfen hat. Vorsitzende Stephanie Giefer engagiert sich, wo sie nur kann, und bringt als Lehrerin am Förderzentrum Farchant pädagogische Ideen mit ein. Deshalb hält sie auch am Projekt „Akademie der Kinder“ fest, das der Verein geplant hat. Wie berichtet, sollen in dessen Rahmen Lern- und Kulturprojekte entwickelt sowie gemeinsame Freizeit- und Ferienaktivitäten angeboten werden.

Wer helfen möchte

kann Christiane Hertkorn in der Psychologischen Praxis Hertkorn am Dekan-Karl-Platz 1 bis 3 erreichen oder sie per Mail (mail@praxis-hertkorn.de) kontaktieren.

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