Kinderhort im Gemeinde-Krankenhaus?

Murnau - Grünen-Gemeinderätin Veronika Jones bringt eine neue Zwischennutzung für das alte Murnauer Gemeinde-Krankenhaus ins Spiel. Sie schlägt vor, den räumlich beengten Hort vom Gemeinde-Kindergarten Drachennest vorübergehend in das leerstehende Hospital umzuquartieren.

Die Liegenschaft an der James-Loeb-Straße wäre ihrer Ansicht nach ideal: „Dort ist ausreichend Platz vorhanden, innen wie außen auf der Grünfläche. Das Gebäude ist noch nah genug an der Schule, der Weg dorthin relativ autofrei und sicher“, steht in einem Konzept, das Jones in der nächsten Sitzung des Hauptausschusses vorstellen will. Der Platzbedarf für den Hort, in dem jüngere Schüler nach dem Unterricht betreut werden, wären nach den Vorstellungen der Ortspolitikerin fünf Räume, sanitäre Anlagen, eine Küche und ein Garten.

Konflikte mit anderen Verwendungszwecken sieht Jones nicht. Die ehrwürdige Immobilie sei groß genug für eine Mehrfachbelegung, meint sie auf Nachfrage. Wie bereits berichtet, soll das ehemalige Krankenhaus, das dem Markt gehört, der Verwaltung als Ausweichquartier für die Zeit des Rathausumbaus dienen. Zudem ist es als mögliche Unterkunft für Flüchtlinge im Gespräch.

Jones ist sich sicher: Der Bedarf an Hortplätzen wird steigen - allein aufgrund der Tatsache, dass immer mehr Familien zwei Einkommen brauchen. Irgendwann werde es, so ihre Prognose, wie bei Kindergartenplätzen einen Rechtsanspruch geben. Es bestehe Handlungsbedarf. Ihre zentrale Forderung: ein Hort-Neubau. Die Volksvertreterin hat dafür auch schon einen Platz ins Auge gefasst: die Wiese zwischen dem Gemeinde-Kindergarten und dem Pfarrhaus. Eigentümerin des Geländes sei die Gemeinde. „Es gilt auch zu prüfen, ob es nicht möglicherweise eher sinnvoll ist, den Hort im bestehenden Gebäude des Kindergartens unterzubringen und dafür einen Neubau des Kindergartens in Betracht zu ziehen“, erklärt sie. Überlegenswert wäre außerdem eine dritte Variante: der Verbleib des Horts im Krankenhaus - sofern das Nutzungskonzept dies zulasse.

Ein Neubau würde jedenfalls viel Geld kosten - Geld, das laut Jones gut angelegt wäre. Denn: „Es geht um die Zukunft der Kinder.“ Murnau könnte sich solch ein Projekt durchaus leisten.

Der Murnauerin, selbst zweifache Mutter, brennt das Thema auf den Nägeln. Hintergrund ist, dass es bei den Hortplätzen in der Vergangenheit immer wieder zu Engpässen kam. Das Problem: Der Bedarf kann nur grob abgeschätzt werden - und die Kapazitäten sind begrenzt.

Momentan sind es 137 Plätze. Die Kinder sind auf vier Standorte verteilt: auf den KJE-Hort im Kemmelpark (35 Plätze), die Kindertagesstätte St. Nikolaus am Längenfeldweg (27), die Kindertagesstätte Bienenhaus am Mayr-Graz-Weg (33) und den Gemeinde-Kindergarten an der Schlossbergstraße (42). Dort ist jedoch der Hort nur eine Übergangslösung. Aufgrund des Platzmangels muss ein Teil der Kinder in die benachbarte Emanuel-von-Seidl-Grundschule ausweichen - für Jones alles andere als eine ideale Lösung.

Im Rathaus sieht man die Sache entspannter: Für das kommende Schuljahr 2016/17 rechnet die Verwaltung nach einer Elternbefragung mit einem leicht steigenden Bedarf. Kalkuliert wird mit fünf bis acht Plätzen, die zusätzlich benötigt werden. Allerdings könnte man das KJE-Angebot mithilfe eines einfachen Umbaus um 15 Plätze erweitern. „Das würde reichen“, sagt Kreszentia Oppenrieder, stellvertretende Geschäftsleiterin im Rathaus. Im Gespräch für eine Entlastung ist außerdem, die Betreuungsverträge für Kinder aus umliegenden Gemeinden auslaufen zu lassen. (as)

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