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Wegen des Besitzes von kinderpornografischen Schriften hat die Staatsanwaltschaft München II nun Anklage gegen einen ehemaligen JUZ-Mitarbeiter erhoben. (Symbolbild)

Staatsanwaltschaft München II: Ermittlungen abgeschlossen

Besitz von kinderpornografischem Material: Anklage gegen ehemaligen JUZ-Mitarbeiter erhoben

  • Katharina Bromberger
    VonKatharina Bromberger
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Über ein Jahr lang hat die Staatsanwaltschaft gegen einen ehemaligen Mitarbeiter des Jugendzentrums Garmisch-Partenkirchen ermittelt. Er soll kinderpornografisches Material besessen haben. Nun hat sie Anklage erhoben.

+++ Update, 17. Oktober, 16 Uhr: 

Lange und umfangreich hat die Staatsanwaltschaft München II ermittelt. In einem heiklen Fall. Denn sie gingen der Frage nach: Was ist dran an den Vorwürfen gegen einen ehemaligen Mitarbeiter des Jugendzentrums Garmisch-Partenkirchen? Er soll kinderpornografisches Material besessen haben. Offenbar haben die Ermittler dazu nun eine Antwort gefunden: Der Vorwurf scheint berechtigt. Denn wie Sprecherin Andrea Mayer auf Tagblatt-Anfrage mitteilt, wurde gegen den Mann Anklage wegen des Besitzes kinderpornografischer Schriften erhoben. 

Im März 2018 kam der Fall an die Öffentlichkeit, er hat alle schockiert. Die Marktgemeinde reagierte damals sofort und kündigte dem Mitarbeiter fristlos (siehe Bericht unten). Auch wenn, wie Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer betonte, die Unschuldsvermutung galt, konnte der Markt als Trägerin der Einrichtung kein Risiko eingehen. Schließlich stand der Mann im JUZ ständig mit Kindern und Jugendlichen in Kontakt. Kenntnisse darüber, dass diese in Gefahr waren, gab es zu keiner Zeit. Mayer von der Staatsanwaltschaft München II hebt ebenfalls hervor, dass „Tatort nicht das Jugendzentrum, sondern die Wohnung des Beschuldigten war“.

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Ursprünglicher Bericht vom 11. März 2018: 

Garmisch-Partenkirchen – Man darf niemanden vorverurteilen. Es gilt die Unschuldsvermutung. Besonders in solchen Fällen muss man mit schnellen Schuldzuweisungen vorsichtig sein – weil sie dem Betroffenen auf ewig anhaften. Selbst, wenn sie sich am Ende als falsch erweisen. Der Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd kennt den konkreten Fall nicht, äußert sich nur allgemein. Doch schon das macht klar: Fälle wie diese, wie er sich in Garmisch-Partenkirchen abspielt, sind sensibel zu handhaben. Auch, weil es um Kinder geht.

Die Staatsanwaltschaft München II ermittelt wegen des Besitzes kinderpornografischen Materials. Heikel generell. Heikel insbesondere, weil der Beschuldigte im Jugendzentrum Garmisch-Partenkirchen (JUZ)  gearbeitet hat, ständig also mit Kindern und Jugendlichen in Kontakt stand.

Gemeinde Garmisch-Partenkirchen reagiert sofort auf Vorwürfe

Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer und ihr Team müssen geschockt gewesen sein, als sie von diesen Vorwürfen erfahren haben. Man habe „unverzüglich reagiert“, lässt sie mitteilen. Demnach wurde der Mitarbeiter noch am selben Tag suspendiert und am nächsten Tag mit Einverständnis des Personalrats fristlos entlassen. Die Stellungnahme verschickt die Marktgemeinde am Sonntag, nachdem das Tagblatt zum Wochenende von den Ermittlungen berichtet hatte.

Zuvor hatte sich die Gemeinde als Träger des Jugendzentrums nicht zum Fall geäußert. Meierhofer erklärt nun, warum: Erst durch die Bestätigung der Staatsanwaltschaft habe man an die Öffentlichkeit gehen dürfen. „Wir wollten die Ermittlungen weder gefährden noch behindern.“ Die Kündigung sieht sie als klares Zeichen, „dass wir derartige Verfehlungen und Handlungen in keiner Weise dulden“. Meierhofer dürfte Hintergründe zum Fall kennen und zeigt sich – auch im Namen von JUZ-Leiter Wolfgang Sailer „zutiefst erschüttert, dass wir in unseren eigenen Reihen mit solch abnormen Neigungen konfrontiert sind“. Eine Unschuldsvermutung klingt anders.

Bislang keine Erkenntnisse über Gefahr für Kinder im JUZ

Offenbar gibt es bislang keine Erkenntnisse darüber, dass Kinder und Jugendliche, die das JUZ besuchen, in Gefahr waren. Die Bürgermeisterin verspricht, den Fall „umfassend und transparent“ aufzuarbeiten, sobald die Ermittlungen abgeschlossen sind und dem Markt die Ergebnisse vorliegen. Diese stehen ganz am Anfang und dürften noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

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