Konkrete Pläne für den Sommerpalast gibt es von Architekt Julius Hofmann. foto: bayerische Schlösserverwaltung

Der Kini-Traum vom Sommerpalast

Plansee - Eine großbürgerliche Villa nach chinesischem Vorbild - so stellte sich König Ludwig II. seinen Sommerpalast am Plansee vor. Ein Traum, der nie in Erfüllung ging...

Majestätisch aufragende Berge, die sich im türkisblauen Wasser des Plansees spiegeln, schon König Ludwig II. genoss einst diese malerische Landschaft.

Er plante ab den 1880ern, dort einen chinesischen Sommerpalast zu errichten. Er hielt schon die Genehmigung des österreichischen Kaisers Franz Josef I. in den Händen. Doch der Traum wurde nie nur zur Realität, der plötzliche Tod des Königs setzte dem Vorhaben abrupt ein Ende. Ludwig II. holte sich die Inspiration für das Gebäude mit Gartenanlage in einer französischen Publikation. „Als Vorbild diente der Sommerpalast Yuen Ming Yuen des Kaisers K´ang Hsi nahe von Peking“, weiß Dr. Uwe Gerd Schatz von der Museumsabteilung der Bayerischen Schlösserverwaltung.

Detailgenau sollte Ludwigs vertrauter Architekt Julius Hofmann die Pläne nach dem chinesischen Vorbild entwerfen. Stoffe, Vasen und chinesische Möbel waren bereits gekauft oder in Auftrag gegeben.

Stehen sollte der Palast dort, wo heute der Campingplatz und die große Wiese am Nordostufer des Plansees zu finden ist. Ebenso wie Linderhof hätte das Bauwerk aber keinen Denkmalcharakter erhalten sollen. Die Residenz am Plansee hätte lediglich als privates Refugium dienen sollen.

Der ausgesuchte Ort war dafür wie geschaffen: Flaches Gelände, ein großes Areal und Kiesboden. „Gerade der Grund war für den großen Garten ideal, die Lage genial“, meint der Ludwig-Experte, „vor allem für einen Rückzugsort.“ Den Plänen nach wären die kleingehaltenen Gebäude mit einem großen Speisesaal, einem Vorraum sowie Schlaf-, Wohn- und Lesezimmer ausgestattet gewesen - es ging um Bequemlichkeit. „Es erinnert an eine großbürgerliche Villa der damaligen Zeit.“ Angesichts der hohen Schulden, die Ludwigs imposanten, aber nachhaltig bedeutenden, Schlösser verursacht haben, wäre dieser Bau mit geringem Aufwand verbunden gewesen, bestätigt Schatz.

Ein kostengünstiges Unterfangen, das für die Nachwelt unschätzbaren Wert gehabt hätte. „Ein Sommerpalast am Plansee wäre sicherlich attraktiv und würde für guten Tourismus sorgen“, spekuliert Hanspeter Wagner, Bürgermeister von Breitenwang/Plansee. „Man hätte zusammen mit Linderhof eine wunderbare Route für Besucher schaffen können.“

Manuela Schauer

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