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Gebannt verfolgen die Zuschauer unter freiem Himmel in der Mittenwalder Puit die angebotenen Filme. Ein Gewitter verzögerte den Beginn.

So war die Resonanz 

Kino unterm Karwendel: Besucher im Wechselbad der Gefühle

Mittenwald - Große Resonanz: Über 700 Zuschauer besuchen das Open Air Kino an drei Tagen. Ein Film weckt die größten Emotionen im Publikum.

Einen Film unter freiem Himmel zu erleben, die aufkommende Kälte oder Wind hautnah zu spüren und dennoch vom Geschehen auf der Leinwand gebannt zu sein – diese Kombination hat nach wie vor seinen Reiz. Mehr als 700 Zuschauer fanden sich an den drei Tagen des Open Air Kinos unterm Karwendel in der Kuranlage Puit ein. Besonders der Film „Eine unerhörte Frau“ am Donnerstag über die wahre Geschichte der Angelika Nachtmann wird den Meisten wohl im Gedächtnis bleiben. Die Drehbuchautorin und Produzent Nils Dünker waren sogar persönlich vor Ort.

Wohl selten passiert es, dass nach einer Kinovorstellung die Zuseher stehend und mit Tränen in den Augen applaudieren. In einer langen, aufwühlenden Minute wurde ein filmisches Werk beklatscht, das zuvor durch Mark und Bein gegangen war. Der Film „Eine unerhörte Frau“ erzählt die Geschichte von Angelika Nachtmann. Gemeinsam mit ihrem Manager Siggi Müsch gab sie vor der Kinovorstellung eine kurze Einführung. Es sei natürlich ein komisches Gefühl, seine eigene Lebensgeschichte auf der großen Kinoleinwand zu sehen. Doch Rosalie Thomass (Anm. der Red.: die Hauptdarstellerin) habe ihre Arbeit hervorragend gemacht.

Kennengelernt haben sich die beiden aber erst nach den Dreharbeiten. Auch ein Besuch des Sets war für Nachtmann tabu. „Der Regisseur wollte nicht, dass sich Thomass mit mir identifiziert“. Die Schauspielerin sollte ganz unbefangen an die Rolle herangehen. Im Film heißt sie Bäuerin Hanni. Entstanden ist eine Lebensgeschichte über eine verzweifelte Mutter, die alles in Bewegung setzt, um Hilfe für ihre kranke Tochter zu erlangen. Dieses Familiendrama erhielt von den drei gezeigten Filmen „wohl am meisten positive Resonanz“, wie Middlewood-Vorstand Christoph Szonn Bilanz zog.

Am Freitagabend war mit „About a girl“ dann eine rabenschwarze Komödie über einen missglückten Selbstmord und über die Schwierigkeit, erwachsen zu werden, auf dem Programm gestanden. Der Streifen mit Jasna Fritzi Bauer und Heike Makatsch in den Hauptrollen erfreute sich vor allem bei der jüngeren Generation großer Beliebtheit. Im dem Film findet die 15-jährige Charleen das Erwachsenwerden seltsam. Sie fühlt sich von ihrem gesamten Umfeld missverstanden, alles scheint immer komplizierter zu werden. Als sie probiert, sich umzubringen, lernt sie in psychologischer Behandlung ihren Schulkameraden Linus besser kennen. Der Samstag war für die Veranstalter noch einmal Nervenkitzel pur – und zwar nicht nur wegen des Films „Fack ju Göthe 2“, in dem Klassenleiter Zeki Müller (Elyas M’Barek) seine Schüler auf eine Klassenfahrt der etwas anderen Art begleitet – nämlich nach Thailand.

Das Wetter hätte den Open Air Kino-Veranstaltern fast einen Strich durch die Rechnung gemacht. „Aufgrund des Gewitters hat sich der Filmstart etwas nach hinten verzögert“, so Szonn. Im Vorfeld interviewte Karwendel TV den „Dahoam ist Dahoam“-Schauspieler Hermann Giefer live auf der großen Leinwand. Auch die Sieger der Umwelt-Aktion der KEW (Karwendel Energie und Wasser GmbH) und des Fitnessstudios Isararena wurden am Samstagabend gelost.

Josef Hornsteiner

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