Zukunft weiterhin ungewiss: Viele Ideen gibt es für den Kirchenböbl, Dreh- und Angelpunkt der Wallgauer Dorferneuerung. foto: sehr/Archiv

Kirchenböbl bleibt Sorgenkind

Wallgau - Als "totes Kapital" bezeichnet Wallgaus Bürgermeister Hansjörg Zahler den Kirchenböbl. Denn was im leerstehenden haus am Dorfplatz passiert, bleibt unklar.

Der Kirchenböbl bereite Wallgau Sorgen. Schon seit vielen Jahren. Erst rang die Gemeinde ewig mit der Raiffeisenbank um einen Verkauf des leerstehenden Gebäudes am Dorfplatz. Nach etlichen Verhandlungen übernahm dann die Kommune das Haus im vergangenen Jahr für 480 000 Euro. Richtig glücklich sind die Verantwortlichen aber mit den Anwesen noch nicht geworden. „Das Thema Nutzung gestaltet sich weitaus schwieriger als gedacht“, gibt Bürgermeister Hansjörg Zahler (CSU) offen zu.

Diskutiert wird über die Zukunft des Kirchenböbls seit dem Startschuss zur Dorferneuerung im Jahr 2012. Bei den Werkstätten, zu denen sich rund 30 Bürger und Mitglieder der Teilnehmergesellschaft seit Februar mit Stadtplaner Otto Kurz treffen, ist das Haus stets ein zentrales Thema. Kopfzerbrechen bereitet ihnen vor allem das Erdgeschoss. An Ideen mangelt es zwar nicht: Ein Dorflagen mit Regionalvermarktung steht hoch im Kurs. Aber „die Rentabilität ist wahrscheinlich nicht gegeben“, äußert der Rathauschef Bedenken. Denn eines ist wichtig: „Die Refinanzierung muss mindestens eine schwarze Null ergeben.“ Schließlich geht die Gemeinde in Vorkasse. Wie eine wirtschaftliche Lösung aussehen könnte, ist unklar. Doch bei der nächsten Werkstatt am 5. September soll Greifbares auf dem Tisch liegen. Dann werden die Ideen der Arbeitsgruppen zusammengeführt. Daraus muss der Stadtplaner ein Raumprogramm erstellen.

Während die Mitglieder der Gruppe Regionalvermarktung noch kämpfen, nehmen die Vorschläge der Gruppe Sozialvermarktung schon Konturen an. „Für eine bis eineinhalb Etagen wäre eine Auslastung vorhanden“, nennt Zahler den Zwischenstand. Eine Kurzzeit-Betreuung für Senioren steht im Raum. Darüber hinaus schwebt dem Bürgermeister, zeitgleich Vorsitzender des Gesundheitsbeirats der Kreisentwicklungsgesellschaft (KEG), ein medizinisches Angebot mit Telemedizin vor. Dahinter verbirgt sich eine Beratung, bei der sich Patient und Arzt nicht zwingend gegenübersitzen, sondern per Videokonferenz oder Ähnlichem kommunizieren.

In die Werkstatt am 5. September legt Zahler viele Hoffnungen. Es soll endlich vorwärts gehen mit dem Kirchenböbl. Der Bürgermeister würde „gerne für nächstes Jahr wissen, was wir mit dem Gebäude machen. Derzeit ist es totes Kapital“. Dennoch warnt er gleichzeitig vor „Schnellschüssen. Wir müssen sorgfältig darüber nachdenken, was mit der Immobilie geschehen soll“.

Denn ob das Haus, dem ein Gutachten eine miserable Bausubstanz bescheinigt hatte, wirklich stehen bleibt, ist ebenfalls noch unklar. Die Meinungen sind gespalten: Viele Wallgauer hängen an ihrem Kirchenböbl, andere wollen ihn abreißen und neu bauen. Doch bevor diese Entscheidung fällt, „müssen wir die Nutzung klären“.

(nine)

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