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Klares Bekenntnis zu Kaltenbrunn

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Ausbaufähig: An der Anlage in Kaltenbrunn könnte der Bundesstützpunkt Nachwuchs Biathlon entstehen, angegliedert an den Olympia-Stützpunkt in Garmisch-Partenkirchen. Knackpunkt ist die dafür erforderliche Rollerbahn. Foto: sehr
Ausbaufähig: An der Anlage in Kaltenbrunn könnte der Bundesstützpunkt Nachwuchs Biathlon entstehen, angegliedert an den Olympia-Stützpunkt in Garmisch-Partenkirchen. Knackpunkt ist die dafür erforderliche Rollerbahn. Foto: sehr

Garmisch-Partenkirchen - Der Deutsche Skiverband will die Biathlon-Anlage in dem Garmisch-Partenkirchner Ortsteil zum Bundesstützpunkt ausbauen. Noch ist unklar, wie das Vorhaben finanziert wird.

Olympia-Frust hat es zur Genüge gegeben, vor allem in Sportlerkreisen. Doch kurioserweise kristallisieren sich gerade auch im Sport Gewinner aus der Bewerbungs-Pleite heraus: die Langläufer und Biathleten im Gau Werdenfels. Das Scheitern im Olympia-Duell mit Südkorea hat für den Nachwuchs wie auch die Spitzenathleten in der Region wohl positive Konsequenzen. Denn nun soll im Landkreis tatsächlich ein Bundesstützpunkt Nachwuchs Biathlon, angegliedert an den bisherigen Olympia-Stüzpunkt (OSP) alpin, entstehen - und das vorzugsweise in Kaltenbrunn am bisherigen Trainingsstandort und nicht in Wallgau.

„Wir haben das Projekt nie in Frage gestellt“, betont Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Skiverbands (DSV). Das Unternehmen Olympia 2018 brachte jedoch die Standort-Frage auf. „Es hatte sich ja schnell herausgestellt, dass Kaltenbrunn für Weltcups oder Olympia nicht geeignet ist, deshalb begann überhaupt diese Odyssee mit Oberammergau und dann Schwaiganger.“ Da das Thema Olympia nun abgehakt ist, „müssen wir darauf keine Rücksicht mehr nehmen“.

Damit rückt die Trainingsarbeit in einer der erfolgreichsten Regionen Deutschlands wieder in den Vordergrund. „Ich habe bei meinem Amtsantritt vor neun Jahren schon gesagt, dass ich Werdenfels als einen von drei Schwerpunkten in Bayern sehe, und dass man die Region nicht nur im alpinen Bereich, sondern in allen DSV-Sportarten aufrüsten muss.“

Das soll nun geschehen. Gau-Chef Fritz Dopfer und der neue OSP-Leiter Markus Anwander suchten kurz nach dem Olympia-Aus noch einmal das Gespräch mit den Oberen im Verband und vertraten eindringlich die Werdenfelser Interessen. „Und dabei ist herausgekommen, dass die Region Kaltenbrunn bevorzugt wird. Wenn nun auch Garmisch-Partenkirchen die entsprechende Unterstützung einbringt, dann spricht vieles dafür, diese Variante zu verfolgen.“

Als generelle Absage an den Standort Wallgau will Hörmann das nicht verstanden wissen. „Wir müssen von Verbandsseite einfach prüfen, wo das Konzept mehr Sinn macht.“ Fazit: Priorität genießt Kaltenbrunn. Scheitert dort das Vorhaben aus finanzieller Sicht, würde sicher Wallgau ins Auge gefasst.

Konkreter wird Dopfer: „Das Konzept für Kaltenbrunn haben wir fertig in der Schublade.“ Knackpunkt für die Umsetzung des Vorhabens im Garmisch-Partenkirchner Ortsteil ist der Bau der Rollerbahn. „Wir haben da ein Angebot vorliegen, das allerdings schon zwei Jahre alt ist, das sich so bei 400 000 bis 500 000 Euro bewegt.“ Um solch’ einen Parcours für das Sommertraining der Langläufer und Biathleten zu errichten, muss nicht nur ein Weg asphaltiert werden. Da zahlreiche Grundstückeigentümer betroffen sind, gilt es neue Wirtschaftswege zu bauen oder auch Brücken zu versetzen. „Ein ziemlicher Brocken davon entfällt auf die Gemeinde, sechsstellig wird’s auf jeden Fall.“ Der Verband prüft derzeit die Fördermöglichkeiten durch den Deutschen Olympischen Sportbund oder das Bundesinnenministerium. „Die Finanzierung wird eine Mischform“, sagt Hörmann. Auch der DSV beteiligt sich. „Uns trifft es vor allem dann, wenn es darum geht, eine professionelle Trainer-Struktur zu schaffen.“ (cf)

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