Spontaner Applaus für den Rathaus-Chef: Seine Hoffnung, dass sich der Gemeinderat in seinen Entscheidungen an den Bürgerwillen hält, überzeugt die Anwesenden bei der Verkündung des Umfrage-Ergebnisses. foto: sehr

Klares Bekenntnis zum Kongresshaus

Garmisch-Partenkirchen - Bürgerbefragung zur Ortsentwicklung: Die Mehrheit der Garmisch-Partenkirchner spricht sich für die Sanierung und den Ausbau am jetzigen Standort aus.

Die Stille ist fast unheimlich. Kein Mucks, kein Rascheln, kein Räuspern - im Tagungsraum des Garmisch-Partenkirchner Rathaus herrscht gestern Abend absolute Ruhe. Die Anwesenden, egal welcher Couleur, wollen nur eines: Wissen, wie die Bürgerbefragung zur Ortsentwicklung ausgegangen ist. Was Paul Millian, Leiter des Wahlamts, an die Wand wirft, ist eindeutig. Eine absolute Mehrheit (62,58 Prozent) spricht sich dafür aus, das Kongresshaus am bestehenden Standort von Grund auf zu sanieren und auszubauen, beziehungsweise teilweise oder ganz zu errichten.

Klar auch das Votum, dass ein Fünf-Sterne-Hotel in der touristischen Sonderzone im Umgriff des Olympia-Eissportzentrums entstehen soll: Dafür stehen 48,30 Prozent der zurückgeschickten Fragebogen. Und für den multifunktionalen Ausbau des Eisstadions stimmen 50,93 Prozent. Zählt man die 33,13 Prozent dazu, die auch dafür sind, jedoch einen möglichen Abriss der Halle 2 in Kauf nehmen würden, sprechen sich sogar weit über 80 Prozent für die umfassende Sanierung der Sportstätte aus.

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Zahlen, die für sich stehen. Insbesondere die mit 50,53 Prozent enorme Beteiligung, freut Bürgermeister Thomas Schmid (CSB). Damit haben 10 768 der wahlberechtigten Garmisch-Partenkirchner (insgesamt 21 365) ein gültiges Votum abgegeben, lediglich 27 Rücksendungen konnten nicht gewertet werden.

„Dass so viele mitgemacht haben, motiviert mich, auf diesem Weg weiterzugehen“, betont Schmid. Das Ergebnis, das mit den Vorstellungen von der großen Lösung mit Kongresshaus plus Tagungshotel und Parkhaus am Eisstadion sowie einer Luxus-Herberge am Richard-Strauss-Platz nichts zu tun hat, nimmt er offenbar sportlich. Möglicherweise hat ihn der Gegenwind, der ihm bei Info-Veranstaltungen entgegenschlug, vorbereitet, in welche Richtung die Bürger tendieren. „Wir haben immer gesagt, dass wir mit jeder Variante leben können“, sagt der Rathaus-Chef. Entscheidend für ihn ist, dass nun die Standortfrage geklärt ist, und die Gemeinde somit weiß, welche Flächen wofür zur Verfügung stehen. Nie sicher zu sein, was wo realisiert werden könne, „war sehr frustrierend“. (tab)

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