Von kleinen Schritten und großen Zielen

Oberes Isartal - Die Bürgermeister der drei Isartalgemeinden blicken auf das politische Jahr 2011 zurück und wagen einen Ausblick, was sie alles 2012 erwarten wird.

„Von Natur aus optimistisch eingestellt“ ist Mittenwalds Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU). Für seinen Beruf eine gute Eigenschaft, die er 2011 bestimmt gebrauchen konnte: Sei es nun beim Bau des neuen Wohn- und Geschäftshauses am Dekan-Karl-Platz, als die Baufirma im Winter Insolvenz anmelden musste. Oder als ihn die Nachricht erreichte, dass die Ideal Mobil AG den Bahnhof aus finanziellen Gründen doch nicht umbauen wird. Aber Hornsteiners positive Einstellung hat scheinbar geholfen. So fand der Bahnhof einen hiesigen Investor, das Wohn- und Geschäftshaus wurde eröffnet, der Ortskern saniert und die Hochwasserschutzmaßnahmen an der Isar abgeschlossen. Sogar die Bundeswehr-Reform ging nahezu spurlos an Mittenwald vorbei.

Letztere hat durch viele und manchmal zähe Verhandlungen „viel Arbeitszeit in Anspruch genommen“, sagt der Rathauschef rückblickend. „Am 26. Oktober, dem Tag der Verkündung, haben wir uns riesig gefreut“ - der Standort des größten Arbeitgebers im Isartal war gerettet. Sein Fazit für 2011: „Wir haben einiges vorangetrieben.“

„Es sind nicht die großen Meilensteine“, von denen Hansjörg Zahler (CSU) beim Rückblick auf 2011 reden kann. Der Wallgauer Bürgermeister hat dieses Jahr lieber „viele kleine Schritte“ gemacht. Sei es die Sanierung des Wanderwegs am Großen Wasserfall, die neue Bauhof-Halle oder die Einweihung des Natur-Spielplatzes. „Es ist doch ziemlich viel gelaufen.“ Gerade letzteres sei für ihn ein wichtiges Thema mit einem „anschaulichen Ergebnis“. Rückblickend hat Zahler den Eindruck, das sich „die Gemeinde heuer ganz gut entwickelt hat“.

Doch jetzt gilt es, größere Schritte zu wagen. Zum einen geht es darum, „die Dorferneuerung in Gang zu kriegen“. Ein Anliegen, das den Rathauschef schon viele Jahre begleitet. Nur passiert ist bislang wenig. Nach einer Klausurtagung im Herbst (wir berichteten) soll neuer Schwung in die Angelegenheit kommen. Zahler geht davon aus, dass bereits Ende Januar Arbeitskreise gebildet werden können, die bis Ende 2012 erste Ergebnisse präsentieren.

Schließlich drehen sich, wie auch bei seinen Kollegen in Mittenwald und Krün, Zahlers Gedanken um die Alpenwelt Karwendel. Denn auch für den Tourismusverband stehen, wie berichtet, große Schritte an. Nach etlichen Verhandlungen sollen 2012 nun eine Gesellschaft gegründet und ein Geschäftsführer eingestellt werden.

Fast wirkt Thomas Schwarzenberger (CSU) immer noch überrascht: „Eigentlich war das überhaupt kein Thema für uns, und plötzlich haben wir einen Bahnhof gekauft“, sagt Krüns Bürgermeister. Das war 2008. Damals musste es schnell gehen, denn nur so gab es Mittel aus dem Konjunkturpaket II. 2011 war das 250 000 Euro teure Projekt gemeistert, der Bahnhof eingeweiht. Trotz der großen Investition haben sich Schwarzenberger zufolge die Finanzen der Gemeinde „besser entwickelt als gedacht“.

Gleiches gilt für den Tourismus. Und diesmal ist das nicht der Verdienst der drei Luxus-Herbergen Schloss Elmau, „Das Kranzbach“ und des Alpencaravanparks Tennsee, sondern eine „gute Bilanz im ganzen Ort“. Bauchschmerzen hat Schwarzenberger aber beim Gedanken ans kommende Jahr. „Es wird spannend, wie wir das finanziell hinkriegen“, sagt er mit Blick auf schwer kalkulierbare Einnahmen und Sozialkosten sowie die steigende Kreisumlage, die auch seinem Wallgauer Kollegen im Magen liegt. Nicht nur darin sind sich die beiden einig: Auch Krün will sich dem Thema Dorferneuerung annehmen. „Es wird noch nicht aktiv etwas passieren.“ Vielmehr soll ein Prozess, an dem sich auch die Bürger beteiligen sollen, angestoßen werden, in dem ein Leitbild für die kommenden zehn Jahre entwickelt wird - so zu sagen ein „Facelifting“ für den Ort.

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