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Gute Laune herrscht auf der neuen Intensivstation für Neugeborene bei (v. l.) Dr. Joachim von der Beek, Klinik-Geschäftsführer Bernward Schröter, dem neuen Chefarzt der Kinder- Jugendmedizin, Dr. Clemens Stockklausner, Dr. Michael Fedlmeier, Dr. Reinhard Klinkott und dem Ärztlichen Direktor Prof. Dr. med. Hans-Dieter Allescher

Neuer Chefarzt für Kinder und Jugendliche brennt für seine Aufgabe

Klinikum findet Wunsch-Kandidaten

Garmisch-Partenkirchen - Doppelte Freude am Klinikum Garmisch-Partenkirchen: Die neue Intensivstation für Neugeborene ist fertig. Und mit Dr. Clemens Stockklausner gibt's einen neuen Chefarzt der Kinder- und Jugendmedizin.

Fast jeder Parkplatz auf dem riesigen Areal ist besetzt. Vor dem Klinikum Garmisch-Partenkirchen herrscht Hochbetrieb. Einer der wenigen freien Plätze ist reserviert. Für den „Chefarzt Kinderklinik“, wie auf dem Zettel zu lesen ist. Komisch. 10.30 Uhr, und der neue Chef ist noch nicht im Haus? Wo er sich doch gleich der Presse vorstellen wird? Ein Irrtum, wie sich wenige Minuten später herausstellen wird. Selbstverständlich werkelt Dr. Clemens Stockklausner schon. Nur: Er geht jeden Tag zu Fuß in die Klinik. Und hat dabei gleich eine der größten Herausforderungen an seinem neuen Arbeitsplatz erlebt: „Die glatten Straßen – dass ich nicht mit zerrissener Hose hier ankomme.“

Stockklausner beweist Humor bei seinem ersten öffentlichen Auftritt. Mit seiner lockeren Bemerkung verdeutlicht er aber auch indirekt, was er später explizit betont: Als Chefarzt der Kinder- und Jugendmedizin übernimmt er keine Baustelle, auf der er erst einmal für Ordnung sorgen muss. Im Gegenteil. Zwar wird er sicher eigene Ideen einbringen, eigene Schwerpunkte setzen. Im Grunde aber „darf ich hier die sehr erfolgreiche Arbeit von Dr. Rolf Morhart fortführen. Komfortabler geht’s ja nicht.“

Sein Vorgänger ging, wie berichtet, zum Jahresende 2015 in den Ruhestand. Die Suche nach einem Nachfolger zog sich hin. 39 Bewerber schickten ihre Unterlagen ins Haus, acht kamen in den engeren Kreis. „Herr Stockklausner war der Mann unserer Wahl“, betont der Ärztliche Direktor Prof. Dr. Hans-Dieter Allescher.

Erfahrener und vielseitiger Facharzt

Mit dem 39-jährigen gebürtigen Wiener, der im Stuttgarter Raum aufgewachsen ist, bekomme das Klinikum einen „erfahrenen und vielseitigen“ Facharzt im Bereich der Pädiatrie. Über 13 Jahre arbeitete er, zuletzt als Oberarzt, am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin an der Universität Heidelberg, laut Allescher eine „renommierte Top-Klinik“ in diesem Bereich. Wer dort seine Ausbildung absolviert hat, „gehört zu den besten Pädiatern. Er sieht und erlebt alles, was diese Medizin ausmacht“.

Die Vielseitigkeit hebt auch Stockklausner hervor. Sich und sein Team sieht er als Ansprechpartner für junge Erwachsene ebenso wie für Eltern und ihre Neugeborenen in der Neantologie, ein Bereich, auf den er sich in Heidelberg spezialisiert hat. Und einer der Gründe, weshalb er sich in Garmisch-Partenkirchen beworben hat. „Hier stärkt uns das Klinikum den Rücken, die Kinder- und Jugendmedizin ist kein Nischenfach, sondern wird ausgebaut.“

Hochmotiviertes Team mit hochmotiviertem Chef

Wie, das konnte der neue Chefarzt unmittelbar präsentieren: Die neue Neugeborenen-Intensivstation ist fertig (siehe Bericht unten). Angesichts dieser Station gerät der Mediziner ins Schwärmen. Nicht nur über die hochmodernen Geräte, die großen, hellen Räume und die kurzen Wege, sondern auch über das allgemeine Klima („Hier stimmt die Chemie“) und die Mitarbeiter, „lauter hochmotivierte Leute. Sie wollen die Pädiatrie wirklich voranbringen.“ Wenn er „das tolle Team“ lobt, mit dem er seit dem 1. Januar arbeitet, will er das nicht als hohle Phrase verstanden wissen – die Leidenschaft der Männer und Frauen für ihren Beruf spüre man sofort. „Bei jedem leuchtet’s in den Augen.“

Das gilt auch für Stockklausner selbst. Er brennt für seine neue Aufgabe. Nur die eine Bewerbung hat er geschrieben, als er sich nach neuen Herausforderungen umschaute. Und er sagt offen: „Ich hätte meine Frau auch nicht motivieren können, woanders hinzugehen.“ Mit ihr und seinen beiden Kindern – eines ist vier Jahre, das andere acht Monate alt – wohnt er nun im Ortsteil Partenkirchen. Und jeden Tag, wenn er zu Fuß nach Hause oder in die Arbeit marschiert, genießt er die Natur, die Berge. „Ich freue mich über diese schöne Gegend und dass ich hier arbeiten darf.“ Das bisschen Glatteis bekommt er sicher auch bald in den Griff.

Katharina Bromberger



1,8 Millionen Euro in Intensivstation für Neugeborene investiert

Über zweieinhalb Jahre haben Planung und Neubau der Neugeborenen-Intensivstation im Mutter-Kind-Zentrum im Klinikum Garmisch-Partenkirchen gedauert. Rund 1,8 Millionen wurden investiert; 400 000 davon übernahm das Klinikum, einen Großteil finanzierte der Freistaat. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: 300 Quadratmeter stehen den elf Ober- und Assistenzärzten sowie 58 Gesundheits- und Krankenpflegern und ihren winzigen Patienten zur Verfügung – mehr als doppelt so viel Platz wie zuvor. Bis zu fünf Frühchen und Neugeborene können versorgt werden – und das nach „topmodernem“ und höchstem Standard, betont Dr. Clemens Stockklausner. Der neue Chefarzt der Kinder- und Jugendmedizin am Klinikum zeigt sich begeistert von der Intensivstation, die er der Presse nur einen Monat nach seinem ersten Arbeitstag zeigt. 

„Was Besseres kann nicht passieren, als gleich nach Amtseintritt so eine Station zu eröffnen.“ Der Ärztliche Direktor, Prof. Dr. Hans-Dieter Allescher, spricht von einer „Vorzeigestation“, auf die – so ergänzt Klinikums-Geschäftsführer Bernward Schröter – „sogar die Münchner neidisch blicken“. Auch Teamleiterin Bettina Enthart freut sich sichtlich über die Räume und die Ausstattung. „Es ist einfach toll geworden.“ Besonders lobend heben sie und die Ärzte die Planungs- und Bauphase hervor, in die sie als Praktiker voll einbezogen wurden. In diesem Zusammenhang verweist Stockklausner auch auf die kurzen Wege innerhalb des Mutter-Kind-Zentrums. Intensivbereich, Operations- und Kreissaal, Patientenzimmer: Alles ist innerhalb weniger Meter erreichbar. (kat)

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