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Ein Haus mit gutem Ruf: das Klinikum Garmisch-Partenkirchen.

Ein Mann, der sich nicht verbiegen lässt

Neuer Geschäftsführer im Klinikum

  • Tanja Brinkmann
    VonTanja Brinkmann
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Garmisch-Partenkirchen - Bernward Schröter, zuletzt Vorstandsmitglied Amper Kliniken AG in Dachau, tritt die Nachfolge von Klinikums-Geschäftsführer Peter Lenz an.

Sie haben einiges gemeinsam. Beide haben das Handtuch geworfen, als sie mit den Arbeitsbedingungen nicht mehr zurecht kamen. Bei Peter Lenz, Noch-Geschäftsführer am Klinikum Garmisch-Partenkirchen, war es offenbar der mangelnde Rückhalt von Trägerseite, das heißt vom Landkreis und vom Aufsichtsrat, dem Landrat Anton Speer (Freie Wähler) vorsteht. Für Bernward Schröter, bis Ende 2014 Mitglied des Vorstands der Amper Kliniken AG in Dachau, war es wohl die Strategie des neuen, privaten Trägers, der Helios Kliniken GmbH, die er nicht mittragen konnte, weshalb er sein Amt niederlegte. Ob diese Gründe, die hinter vorgehaltener Hand immer wieder genannt werden, letztlich der Auslöser für diese Schritte waren, darüber hüllen sich beide Krankenhaus-Experten in Schweigen. Noch eine Gemeinsamkeit.

Lenz, der am Freitag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen war, verlässt das Klinikum zum 31. Oktober. Aus „persönlichen Gründen“ hatte er heuer im Mai überraschend um die Auflösung seines Fünf-Jahres-Vertrags gebeten. Wer seine Nachfolge antritt, steht nun fest: Schröter fängt am 2. November an der Auenstraße 6 an. „Ich bin froh, dass wir so einen erfahrenen und kompetenten Geschäftsführer gefunden haben, der viel Wissen in der Führung von kommunalen Krankenhäusern mitbringt“, bestätigt Speer auf Tagblatt-Nachfrage.

Bernward Schröter freut sich auf die neueHerausforderung.

Froh ist auch der 62-Jährige über die Herausforderung, im Klinikum Garmisch-Partenkirchen, „einem Haus mit sehr gutem Ruf“, anfangen zu können. Zudem sei der Landkreis „etwas ganz Besonderes“. Auch deshalb freut sich Schröter auf die künftige Aufgabe. Im Lauf seiner Karriere hat der gebürtige Braunschweiger, der ursprünglich von der Krankenkassenseite kommt, in verschiedenen Häusern gearbeitet. Deutschlandweit. Ihm eilt ein hervorragender Ruf voraus, vor allem, was seine Menschen-Führung anbelangt. Es sei allgemein bekannt, dass Schröter auf der Seite des Personals stand und sich stets dafür eingesetzt hat, die Mitarbeiter besser zu bezahlen und bessere Arbeitsbedingungen zu schaffen. Das berichteten die Dachauer Nachrichten Anfang Januar, nachdem bekannt geworden war, dass der „unbequeme Vorstand“ das Handtuch geworfen hat.

Dass der Niedersachse seinen Kurs so konsequent verfolgt und lieber sein Amt niedergelegt hat, als sich zu verbiegen, nötigt den Aufsichtsrats-Mitgliedern des Klinikums Respekt ab. Von den sechs Bewerbern, die sich in kleinerem Rahmen vorgestellt hätten, „war gleich klar, dass Herr Schröter der kompetenteste ist“, betont Michael Lidl (CSU). Für Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) ist entscheidend, dass der neue Geschäftsführer optimale Bedingungen zum Start bekommt. Allerdings steht für sie außer Frage, dass er die Sanierung des Hauses weiter vorantreiben und auch die Wirtschaftlichkeit im Blick haben muss. „Ich hoffe außerdem schwer, dass er an dem geplanten Bildungszentrum für Kranken- und Altenpflege dranbleibt.“

All diese Kompetenzen traut Professor Hans-Dieter Allescher, Ärztlicher Direktor am Klinikum, dem Neuen absolut zu. „Er passt zu uns.“ Damit will er jedoch die Arbeit, die Lenz seit Februar 2013 geleistet hat, nicht schmälern. „Wir schreiben schwarze Zahlen, er hat das Haus wirtschaftlich in eine sehr gute Richtung geführt.“ Der 54-Jährige „hat mit Dingen aufgeräumt, die sich seit Jahren eingeschliffen haben. Das muss man auch können“. Lenz konnte es und zog sich dabei manchen Schiefer ein. Jetzt ist es an Schröter zu übernehmen, ohne seinen Kurs zu verlassen, aber auch ohne die Wirtschaftlichkeit aus dem Blick zu verlieren.

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