Landgericht spricht Kohl eine Million Euro Schadenersatz zu

Landgericht spricht Kohl eine Million Euro Schadenersatz zu
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Alles im Griff: (v. l.) Küchenleiter Martin Plank und die Projektkoordinatoren Anja Fiedler und Rudolf Sundermeyer.

Reis mit Geflügel ist der Renner

Klinikum kocht für Asylbewerber

Garmisch-Partenkirchen - Seit dem 1. August kocht das Klinikum Garmisch-Partenkirchen für die rund 300 Asylbewerber im Abrams-Komplex mit. Dafür wurde kräftig in die Küchen-Ausstattung investiert. Die Gerichte kommen bei den Migranten an.

"Essen gut“, sagt ein afrikanischer Asylbewerber – und die anderen, die neben ihm an einem der Biertischgarnituren im großen Speisesaal des Abrams-Komplexes zum Mittagessen Platz genommen haben, nicken zustimmend. Kein Wunder – es gibt ein Gericht, das sie mögen. „Reis und dazu Geflügel, in verschiedenen Varianten zubereitet – das ist der Renner“, sagt Köchin Anja Fiedler, Projektkoordinatorin vom Garmisch-Partenkirchner Klinikum. „Auch Nudelgerichte werden gern gegessen, Hirse und Couscous stehen auf der Speisekarte.“

Kalte Gerichte sind nicht beliebt, Vollkornprodukte („Sie essen ausschließlich Weiß- und Fladenbrot sowie helle Brötchen“) bleiben liegen. Bei Gemüse, Rohkost oder Blattsalaten wird eher zögerlich zugegriffen, Kaffee kaum getrunken, aber der Verbrauch an Zucker ist hoch. Überraschungen gibt es auch, denn Pellkartoffeln mit Kräuterquark fanden kürzlich großen Beifall.

Seit 1. August erfolgt die Essensversorgung für die Flüchtlinge durch das Klinikum Garmisch-Partenkirchen. „Wir sorgen für vier Mahlzeiten täglich, gekocht wird im Klinikum“, informiert Küchenchef Martin Plank. Zu den bisher circa 1300 warmen Essen für Patienten, Klinikteam und -Kita, die Kinder-, Jugend- und Erwachsenenhilfe sowie den Integrationskindergarten sind jetzt 300 für die Bewohner der Asylbewerberunterkunft dazugekommen. Man merkt Plank und seiner Crew an, dass sie sich ihrer neuen Aufgabe gern stellen. Die Kapazitäten wurden aufgestockt, das Personal in Hygiene und Deeskalation geschult.

Jetzt überzeugten sich Landrat Anton Speer (Freie Wähler) mit seinem Mitarbeiterstab, Klinikum-Geschäftsführer Bernward Schröter und Peter Luxenburger, Inhaber der gleichnamigen Catering-Beratung, selbst von der Qualität des Essens und den Rundumbedingungen vor Ort. Dazu waren Medienvertreter eingeladen. Dass das Abrams von einer Erstaufnahmeeinrichtung zum Heim für Asylbewerber avancierte, ist bekannt. „Mit unserer Bereitschaft, den Komplex weiterhin – vorerst bis Ende 2016 und für höchstens 330 Bewohner – zur Verfügung zu stellen, konnten wir andere Landkreise entlasten, die ihre Turnhallen nun wieder für den Sport nutzen können“, erklärte Speer. Auf dem Gelände können menschenwürdige Bedingungen geboten werden, ist Platz für Freizeitaktivitäten. „Unterricht wird in eigens eingerichteten Klassenzimmern im Nebengebäude erteilt“, ergänzt Peter Berchtenbreiter, Sozialamt-Sachgebietsleiter.

Der Landrat nannte Zahlen: Von den 272 Asylbewerbern kommen die meisten aus Afghanistan (74) und aus Nigeria (71), gefolgt von Somalia (36) und Syrien (24). Menschen der verschiedensten Kulturkreise, aus mehr als zehn Nationen leben hier unter einem Dach. Darunter sind 26 Familien. Und die werden von den Mitarbeitern der Klinikumsküche mit Frühstück, Mittagsessen, Gebäck und Obst am Nachmittag sowie Abendessen versorgt. Dank gut koordinierter Zusammenarbeit zwischen Klinikum und Landratsamt ist es gelungen, in nur drei Wochen Küche und Ausgabe so einzurichten, dass Hygienestandards eingehalten werden und auf Versorgungsumstellungen (Es müssen ständig Lunchpakete im Kühlschrank für Neuankömmlinge vorrätig sein) reagiert werden kann. Edelstahltische mit Glasvitrinen für die Essensausgabe, neue Kühl- und Tiefkühlzellen, verschließbare Kühlschränke, Aufbacköfen – es musste kräftig in die Infrastruktur der Küche im Abrams investiert werden, um hier Speisen aufbereiten zu können. Gegessen wird von recyclebarem Geschirr, denn es darf wegen der Hygienestandards keinen Rücktransport zum Klinikum geben.

Geschmeckt hat das Mittagessen auch dem Landrat, seinem Team und dem Klinikum-Geschäftsführer. „Wie es insgesamt ab 1. Januar 2017 hier weitergeht, bleibt ungewiss“, sagt Florian Hibler, Sachgebietsleiter des Ausländeramts. Gern können sich Ehrenamtliche in Sachen Flüchtlingshilfe engagieren, den Alltag für die Asylbewerber dadurch leichter machen. Kleider- und Sachspenden nimmt die Kleiderkammer des BRK entgegen.

Margot Schäfer

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