Wolfgang Türk will die Mitarbeiter „keinesfalls gängeln“. F.: sehr

Klinikum Garmisch-Partenkirchen: Verordneter Sparkurs sorgt für Unmut

Garmisch-Partenkirchen - Zu großem Ärger in der Belegschaft haben im Klinikum Garmisch-Partenkirchen Worte der Geschäftsführung zum Sparkurs geführt. Teile der Belegschaft blieben der Betriebsfeier fern.

„Ernste Lage erfordert ernsthaftes Handeln“ - mit diesen Worten sorgte die Geschäftsführung des Klinikums Garmisch-Partenkirchen für gewaltigen Unmut unter der Belegschaft. Nicht allein diese fünf Worte waren es freilich, die die Mitarbeiter verärgerten, sondern die gesamten Ausführungen: Auf zwei Seiten wurde ihnen die aktuelle Situation des Hauses, der dringende Zwang zu sparen und vor allem ihr Beitrag dazu nähergebracht. Die Formulierungen, die in dem „Einblick“ gewählt wurden, stießen vielen sauer auf: „Das hat für extreme Verstimmung gesorgt“, weiß eine Krankenschwester, die namentlich nicht genannt werden wollte. Insbesondere der Vorwurf, zu lax mit den Arbeitszeiten umzugehen, und der Hinweis, dass viele das Inventar nachlässig behandelten und so für Schäden verantwortlich seien, kamen bei ihr und ihren Kollegen gar nicht gut an. „Dass all das am Tag vor unserer Betriebsfeier erschienen ist, war natürlich eine absolute Punktlandung.“

Konsequenz für einen Teil der Belegschaft war, nicht zu dem Fest zu gehen. „Dieses Schreiben ist wirklich nicht gut angekommen“, unterstreicht ein Mediziner. Der positive Nebeneffekt sei allerdings gewesen, dass die heftige Reaktion des Personals zu guten Gesprächen geführt habe.

Das bestätigt Geschäftsführer Wolfgang Türk: „Dadurch ist es zu einem Dialog gekommen, den es sonst wohl nicht gegeben hätte.“ Dass die Worte für derartigen Unmut und Frust sorgen würden, hatte er nicht erwartet. „Wir wollen die Mitarbeiter keinesfalls gängeln, sondern nur für die Situation sensibilisieren.“ Das erste Halbjahr 2011 sei deutlich unter den Erwartungen geblieben, was vor allem an der vom Bund verordneten Sparrunde für die Krankenhäuser liegt. „Das hat massive Auswirkungen auf uns“, bestätigt Türk. Aber auch die Budgetsteigerung von gerade einmal 0,9 Prozent, der eine bereits im vergangenen Jahr vereinbarte Tarifsteigerung von zwei Prozent gegenübersteht, bereitet ihm Probleme. „Das Personal macht 70 Prozent unseres Budgets aus.“ Unter diesen schwierigen Umständen schien es ihm nur sinnvoll, „die Mitarbeiter zu erhöhter Sparsamkeit aufzurufen.“ Dazu sei er auch dem Träger des Klinikums, dem Landkreis, gegenüber verpflichtet.

Über diese Hintergründe fühlte sich die Belegschaft allerdings völlig unzureichend aufgeklärt: „Dass wir das dann per ,Einblick' erfahren, war der völlig falsche Weg“, sagt einer der Ärzte. „Das wurde wirklich ungeschickt kommuniziert.“ Um derartige Situationen künftig zu vermeiden, seien bei den Gesprächen mit der Geschäftsführung regelmäßige, das heißt zweimal im Jahr stattfindende Meetings vereinbart worden.

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