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Möglicher Standort: Auf dem TSVP-Gelände am Kainzenbad könnte die neue Turnhalle realisiert werden

Wie geht es weiter?

Klinikum steigt beim Turnhallen-Neubau aus

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Vier Partner wollten sich am Bau einer Großturnhalle in der Nähe des Klinikums Garmisch-Partenkirchen beteiligen. Daraus scheint nichts zu werden, weil einer nicht mehr mitmacht. Womöglich reicht’s allenfalls zu einer abgespeckten Version.

Garmisch-Partenkirchen – Rückschlag für den geplanten Turnhallen-Neubau unter der Federführung des TSV Partenkirchen. Mit dem Klinikum Garmisch-Partenkirchen ist einer der vier Partner – allerdings der wichtigste – aus dem Projekt ausgestiegen. „Wir machen nicht mehr mit“, sagt Geschäftsführer Bernward Schröter. „Für mich ist das Konzept nicht klar genug. Wir wollen uns auf die wesentlichen Dinge konzentrieren.“ Betroffen davon sind neben dem TSVP auch die Lech-Mangfall-Kliniken und der Olympia-Stützpunkt, die sich an der großen Turnhallen-Lösung beteiligen wollten. Entstehen sollte der Bau, für den Kosten von optimistisch gerechnet rund zehn Millionen Euro veranschlagt waren, auf dem Areal des Eisstock-Clubs Partenkirchen. Die Stockschützen hätten weichen müssen und wären heimatlos geworden. Dieses Gelände in der direkten Nähe des Klinikums kommt nun nicht mehr infrage. Florian Krempl (26) freut’s. „Ich bin froh darüber“, sagt der ECP-Vorsitzende. „Wo hätten wir denn hingehen sollen? Dass wir bleiben können, ist für uns ein Meilenstein.“ Die frohe Botschaft hatte ihm bereits vor zehn Tagen Bürgermeister Dr. Sigrid Meierhofer (SPD), die vor allem Krempls Kompromissbereitschaft lobt, mitgeteilt. Sie gehört dem Klinikums-Aufsichtsrat an, der hinter der Entscheidung Schröters steht.

Die Halle könnte der Reha der Patienten dienen

Etwas vor den Kopf gestoßen fühlt sich Dr. Björn Michel (42). Der Vorsitzende des TSVP, dem 15 Abteilungen angehören, ist pikanterweise Arzt bei Endogap, und Schröter sein oberster Chef. Endogap, die Geldmaschine des Klinikums, hat Michel zufolge weiter Interesse am Bau der Turnhalle. Chefarzt Dr. Christian Fulghum soll bei Schröter deswegen noch einmal vorstellig geworden sein, weil er glaubt, dass die Halle, in die ein Schwimmbecken sowie Behandlungs- und Trainingsräume untergebracht werden sollten, der Reha der Patienten dienen könnte. Auch eine Laufbahn, die Peter Gnilka von der LAG Garmisch-Partenkirchen für seine Leichtathleten wünscht, ist laut Michel noch nicht vom Tisch. Damit wäre die Halle ein Rundum-glücklich-Paket und ginge enorm ins Geld. Alle Partner würden nach Michels Meinung, als Hockey-Nationalspieler Welt- und Europameister sowie Bronzemedaillengewinner bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen, nicht über Gebühr belastet. „Der Großteil ist durch Fördermittel abgedeckt.“ Und es gebe gewaltige Synergieeffekte.

Vieles deutet auf eine abgespeckte Version des Projekts hin

Es deutet viel daraufhin, dass es nur eine abgespeckte Version gibt. Kostenpunkt drei bis vier Millionen Euro. Die aber auch die Minimalwünsche der übrig gebliebenen Partner – TSV Partenkirchen, Olympia-Stützung und die kbo-Lech-Mangfall-Kliniken, eine Tochtergesellschaft der Kliniken des Bezirks Oberbayern, zu der auch das Fachkrankenhaus für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Garmisch-Partenkirchen zählt, – befriedigen würde. „Wir sind weiter an dem Projekt interessiert“, erklärt Gesamtgeschäftsführer Gerald Niedermeier. Allerdings nur zu einem vernünftigen Preis. „30 bis 40 Prozent der Kosten können wir nicht tragen.“ Ihm liegt ebenso wie dem Deutschen Ski-Verband (DSV) – er würde nur Zuschüsse und kein eigenes Geld einbringen – , daran, dass der Bau in Sichtweite des Klinikums und des Olympia-Skistadions steht. „Das ist auch für uns ein wichtiges Kriterium“, sagt Stützpunktleiter Bruno Vogt.

Das Vereinsgelände des TSV Partenkirchen beim Kainzenbad haben die Verantwortlichen jetzt als neuen Standort ausgeguckt. Als Alternative, falls sich der Bau auf dem TSVP-Areal nicht realisieren lässt, nennt Meierhofer allerdings auch die Grundschule Partenkirchen. Die dortige Zweifach-Turnhalle ist marode. Sie muss saniert werden und soll womöglich erweitert werden. „Dort besteht Handlungsbedarf“, meint die Rathaus-Chefin, die keinen Platz präferiert. „Alle haben ihre Vorteile.“ Dem widerspricht Michel. „Für uns ist Partenkirchen keine Option und keine Alternative.“ Die Parkplatzsituation sei ein Ausschlusskriterium.

Bis wann die Halle stehen soll – ungewiss. Der Zeitplan ist Michel zufolge noch nichtfestgelegt. „Wir brauchen erst belastbare Betriebskosten.“ Und er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass er das Klinikum zurück ins Boot holen kann. „Wir werden ein neues Konzept vorlegen. Ich hoffe, dass wir damit überzeugen können.“

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