Knapp 43 000 Euro veruntreut

Murnau - Saftige Geldstrafe für einen Murnauer: Der 88-Jährige muss 33 000 Euro zahlen, weil er eine 56-jährige Frau als Angestellte beschäftigt, aber keine Sozialversicherungsbeiträge entrichtet hat.

Bei dem Verfahren ging es nicht mehr um das Delikt selbst - dieses gab der Mann in vollem Umfang zu -, sondern lediglich um die Höhe der Strafe. Denn der 88-Jährige hatte bereits einen Strafbefehl in Höhe von 45 000 Euro (300 Tagessätze à 150 Euro) für die Veruntreuung der Sozialversicherungsbeiträge erhalten. Doch weil ihm der zu hoch erschienen war, erhob er Einspruch und saß deshalb mit Verteidigerin Renate Weber vor dem Amtsgericht.

Es stellte sich heraus, dass der Mann eine Monatsrente von mehr als 5000 Euro bezieht. Doch die Verteidigerin führte zahlreiche Kostenfaktoren - von der Krankenversicherung bis zu Medikamenten - an, welche dazu führten, dass dem Angeklagten monatlich kaum mehr als 1200 Euro netto zur Verfügung stünden. Weber argumentierte, dass vor diesem Hintergrund lediglich ein Tagessatz in Höhe von 40 statt 150 Euro Euro gerechtfertigt sei.

Auf diese Rechnung wollten sich indes weder Staatsanwalt Thomas Böx noch Richter Paul Georg Pfluger einlassen. Der Ankläger erklärte: „Unter 110 Euro kommen wir nicht, schon damit sind wir mitten auf dem Kamelmarkt.“ Ganz davon abgesehen sei bei einem Vermögensdelikt dieser Größenordnung sogar eine Freiheitsstrafe möglich. „Wenn es schon bei eine Geldstrafe bleibt, dann stets über dem Vermögensschaden.“

Nach einer kurzen Beratungspause mit der Verteidigerin erklärte sich der Murnauer mit dem Vorschlag des Staatsanwalts einverstanden. In Konsequenz verhängte Richter Pfluger in seinem Urteil eine Strafe von 33 000 Euro. Zusätzlich muss der Mann die veruntreuten Sozialversicherungsbeiträge für seine Haushaltshilfe in Höhe von fast 43 000 Euro nachzahlen. (wk)

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