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Am 1. Juli soll das Wankhaus wieder eröffnen. Aktuell sucht die DAV-Sektion Garmisch-Partenkirchen nach einem Pächter.

Ein großer Fan seines eigenen Vereins

Udo Knittel neuer Vorsitzende der DAV-Sektion

Garmisch-Partenkirchen - Die Spannung war groß, jetzt steht es fest: Udo Knittel (63) ist der neue Vorsitzende der Alpenvereinssektion Garmisch-Partenkirchen. Schon seit 1973 engagiert er sich dort. 

Sein Amt hat der ehemalige Sektionsvorsitzende Markus Dorfleitner (r.) nun an Udo Knittel übergeben.

Voll war die Gaststube der Aule-Alm in Garmisch-Partenkirchen. 142 Mitglieder der Alpenvereinssektion wollten bei der Mitgliederversammlung dabei sein – weit mehr als sonst. Kein Wunder, stand doch eine bedeutende Entscheidung an: Der Erste Vorsitzende Markus Dorfleitner machte nach sechs Jahren im Amt einem Nachfolger Platz. Da war das Interesse riesig. Und die Spannung auch, wer sich wohl zur Wahl stellen würde.

Denn jeder wusste: Diese Führungsposition im Ehrenamt ist nicht leicht zu besetzen. Doch dürfte man eine Ideallösung gefunden haben: Udo Knittel wurde als Erster Vorsitzender gewählt und damit ein Mann, der der Sektion seit 1973 verbunden ist und der für die Berge lebt. Unter anderem engagierte sich der Leiter der Bergführer Zugspitzland im Verein als Ausbildungsreferent und in der Jugendarbeit. Nun übernimmt der gebürtige Allgäuer die Verantwortung an der Spitze – „nach reiflicher Überlegung“, betont der 63-Jährige. „Denn ich weiß, worauf ich mich einlasse.“ Das heißt: auf eine unglaublich zeitintensive Aufgabe.

Arbeitsaufwand von 490 Stunden in einem Jahr

Darin lag auch der Grund für Dorfleitners Entscheidung, sich nach einer „intensiven und schönen Zeit“ zurückzuziehen. Der Arbeitsaufwand von 490 Stunden allein im vergangenen Jahr sei zu hoch gewesen, erklärte er den Mitgliedern noch einmal. Familie und Glaserei-Betrieb hätten darunter gelitten.

Nicht alles, was er sich vorgenommen hatte, konnte er während seiner Amtszeit umsetzen. So seien die Digitalisierung der Bibliothek oder die Konsolidierung der Boulderhalle, die noch immer Verlust macht, nicht erfolgt, bedauerte Dorfleitner. Vieles aber haben er und sein Team erreicht: Eine neue Vollzeitkraft ist eingestellt eine Homepage aufgebaut, diverse neue Klettersteige errichtet und Pachtverträge einiger Hütten wurden überarbeitet. „Und unser Hauptziel, einen ausgeglichenen Haushalt vorzuweisen, haben wir realisiert. Wir schreiben tiefschwarze Zahlen.“ Das bestätigt der Blick in den Haushalt: Bei Einnahmen von 854 927 Euro und Ausgaben von 670 289 Euro weist er 184 638 Euro Gewinn auf.

"Es gibt nicht viel zu verändern"

Die Arbeit seines Vorgängers und des Vorstands, auf den er weiterhin bauen kann, weiß Knittel zu schätzen. Er ist ein großer Fan seines Vereins. „Wir haben eine so tolle, funktionierende Sektion, es gibt nicht viel zu verändern.“ Vor allem will er sich der Jugendarbeit annehmen. Und ein hehres Ziel treibt ihn an: „Ich weiß nicht, ob ich es allen Mitgliedern recht machen kann. Aber das wäre wünschenswert.“

6433 Mitglieder zählt die Sektion aktuell, 6170 waren es im Vorjahr. Ihnen hatte Dorfleitner, der sich weiterhin für den Verein engagieren will, in seinem letzten Geschäftsbericht als Vorsitzender noch einige Neuigkeiten zu berichten: Unter anderem wurde am Wank auf Initiative eines Privatmanns eine neue Webcam installiert. Zudem befinden sich für die Verpachtung des Wankhauses fünf Bewerber in der engeren Auswahl. Am 1. Juli soll die Hütte eröffnen.

So klar die Wahl des neuen Vorsitzenden über die Bühne ging, so eindeutig entschieden sich die Mitglieder auch in einem weiteren Punkt: Sie beschlossen die Erhöhung des Mitgliedsbeitrages um drei Euro pro Person.

Barbara Falkenberg und Katharina Bromberger

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