Wenn’s schneit, hat Sepp Hutter, hier beim Einsteigen in den Radlader, alle Hände voll zu tun. Foto: Martin

König-Ludwig-Lauf Oberammergau: Der Herr über die Spur

Oberammergau - 4000 Teilnehmer werden am 4./5. Februar zum 40. König-Ludwig-Skilanglauf in Oberammergau erwartet: Obwohl Sepp Hutter erstmals als Loipenchef fungiert, ist er doch "ein alter Hase".

Den König-Ludwig-Lauf ohne Sepp Hutter? Das gab’s noch nie. Ob als Läufer oder als Bergwachtmann, immer war der 57-Jährige in Oberammergau dabei. Heuer hat er eine ganz neue Aufgabe: Loipenchef.

Und damit hat der Bauhofmitarbeiter seit Anfang Januar allerhand zu tun: Mal gab’s viel Schnee, dann gar keinen; mal war’s kalt, dann ist wieder alles weggeschmolzen. „In der ersten Woche sind wir pur im Dreck gestanden“, erinnert sich Hutter. Mittlerweile ist alles weiß. Wenn’s Neuschnee gibt, müssen er und seine rund zehn Helfer immer wieder ran - damit die Unterlage für die 4000 Läufer möglichst gut ist. Die Feinarbeiten, wie beispielsweise das Spurenziehen, erledigen Hutter, Josef Pongratz und Georg Horak dann wenige Tage vor den Wettkämpfen am 4. und 5. Februar. Direkt vor den Starts wird alles noch einmal präpariert. „Die Loipen sollen doch jungfräulich sein“, sagt Hutter. Schließlich seien oft Top-Athleten dabei. „Die spritzen am Start weg, dass der Rauch aufsteigt.“

Bei den ersten Rennen in den 1970er Jahren, erinnert sich der Graswanger, sei alles „ein wenig gemütlicher“ abgelaufen. Er grinst. „Da wurde an einem Verpflegungsstand schon mal gegrillt. Erst dann ging’s weiter.“ Der ein oder andere, merkt Hutter schmunzelnd an, habe sich vorher sogar noch eine halbe Bier gegönnt. So etwas sei heute undenkbar. „Die Läufer sind ehrgeiziger geworden.“ Er meint es nicht als Vorwurf. Hutter mochte den „Luggi-Lauf“ früher, und er mag ihn auch heute noch - so wie er sich entwickelt hat.

Deshalb hat sich der 57-Jährige auch bereiterklärt, die Verantwortung als Loipenchef zu übernehmen. Die hatte bisher Bernhard Benedikt inne. Als der aufhörte, fragten die Organisatoren Josef Hutter. Der hat als Bauhofmitarbeiter sowieso schon seit über 20 Jahren bei den Vorbereitungen für den Lauf mitgeholfen.

Und auch, wenn die Teilnehmer in der Loipe spurteten, war er stets dabei - erst rund 15-mal als Läufer, danach als Bergwachtler. Beides wird heuer nicht der Fall sein, weil er als Loipenchef auch während der Läufe im Einsatz ist. „Ich muss ja hin- und hersausen.“ Sollte es schneien, müssten auch zwischendurch Streckenteile ausgebessert werden. Für Hutter kein Problem, er macht es ja gern für den Ludwigslauf. Den es auch heuer nicht ohne ihn gibt.

Katrin Martin

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