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Wird aufwändig saniert: das Lampl-Anwesen.

Arbeiten am Lampl-Anwesen im Zeitplan

Bad Kohlgrub startet Investitions-Offensive

Bad Kohlgrub - Der Haushalt 2016 zeigt: In Bad Kohlgrub wird in diesem Jahr richtig viel passieren. Die Investitionen werden verdoppelt.

Wer einen Blick in den Bad Kohlgruber Haushalt wirft, dem fallen zwei Dinge auf: Zum einen plündert die Gemeinde fast vollständig ihre Rücklagen, also ihr Sparbuch, und nimmt auch noch einen Kredit über 2,18 Millionen Euro auf. Zum anderen macht sie das nicht ohne Grund: Der Vermögenshaushalt ist mehr als doppelt so groß als im Vorjahr. Das heißt, dass der Ort richtig viel Geld in die Hand nimmt – nämlich 4,2 Millionen Euro –, um große Projekte voranzubringen. „Jetzt geht es richtig los“, brachte es Bürgermeister Karl-Heinz Reichert (parteifrei) auf den Punkt. Vor allem beim Lampl-Anwesen wird der Großteil der Arbeit passieren. Die Rechnungen für 2015 betragen Reichert zufolge nur 200 000 Euro. Heuer sollen hingegen 1,5 Millionen Euro ausgegeben werden. Die Baustelle befinde sich im Zeitplan. „Man muss halt sehr sensibel vorgehen“, sagte Reichert mit Blick auf die 500 Jahre alte Bausubstanz. Finanziell habe es bislang aber keine bösen Überraschungen gegeben. Auch wenige Meter weiter im Haus des Gastes werde in den nächsten Monaten etwas passieren. Nur was konkret, darüber sind sich die Gemeinderäte bislang, wie berichtet, nicht einig. Deshalb, betonte der Rathaus-Chef, seien die im Etat eingestellten 500 000 Euro „nur ein Ansatz“ und keine Festlegung auf eine Lösung. Diese soll aber schon in einer der nächsten Sitzungen im Gemeinderat gefunden werden.

Mehr zeitlichen Spielraum sieht Reichert bei dem Thema „Kurparkgebäude“. Bislang habe es an der Regierung von Oberbayern gelegen, dass es „nur zäh vorangeht“. Fragen zu Fördermöglichkeiten seien unbeantwortet geblieben. Nun hat man sich darauf geeignet, dass eine so genannte Nutzungsuntersuchung gemacht werden soll. „Dabei befragt ein Architekt Vereine, Gemeinderäte und Bürger, wie das Gebäude in Zukunft genutzt werden soll“, erklärte der Gemeinde-Chef. Mehr stehe heuer in diesem Bereich nicht an. Anders ist es bei der Wasserversorgung und beim Kanal in Bad Kohlgrub. Beides wird ein zentrales Thema sein, Investitionen von 1,3 Millionen Euro sind vorgesehen.

Und dabei wird es nicht bleiben. Denn auch der Hochbehälter im Ortsbereich Sonnen stehe demnächst auf der Agenda. „Er muss saniert, erneuert oder ersetzt werden. Da gibt es verschiedene Varianten“, erklärte Reichert. Am Ende seiner Ausführungen zeigte sich: Zwar herrschte im Gremium Einigkeit darüber, dass der Ort trotz der großen Investitionen handlungsfähig bleiben muss. Es gab aber keine Fragen oder Kritik an dem Zahlenwerk. Im Gegenteil: Kämmererin Kathrin Hölscher bekam dafür Applaus. Und Reichert – anders als im Vorjahr, als er vier Gegenstimmen hinnehmen musste – einen einstimmigen Beschluss. „Das freut mich wirklich“, sagt der Bürgermeister. Weil es ein Vertrauensbeweis sei. Und nun die Projekte finanziert werden können, die „richtungsweisend“ für die Zukunft des Dorfes sein werden.

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