Gebühren-Anstieg beschlossen

Kohlgruber Wasserrechnung geht nicht mehr auf

Bad Kohlgrub - Eigentlich hätten die Preise beim Thema Wasser und Kanal schon vor vier Jahren steigen sollen. Den Fehler von damals muss Bürgermeister Karl-Heinz Reichert jetzt ausbaden und die Kohlgruber zur Kasse bitten.

Bei der Wasserversorgung gilt für eine Gemeinde: Der Betrieb muss kostendeckend laufen. Das heißt: Gibt es ein Minus, hat die Kommune dieses auszugleichen. Genauso ist es in Bad Kohlgrub. Zwar wird kein Rathaus-Chef froh sein, wenn er an der Kostenschraube für seine Bürger dreht, Karl-Heinz Reichert (parteifrei) ist aber richtig angesäuert. Er macht seinen Vorgänger Gerald Tretter und den Gemeinderäten, die vor vier Jahren Entscheidungen getroffen haben, für die jetzige Schieflage verantwortlich.

„Es gibt ein erhebliches Minus“, unterstrich der Verwaltungs-Chef im Gemeinderat. Diese sei bei der Entwässerung aufgelaufen, weil der Preis vor vier Jahren nicht so weit wie notwendig angehoben worden seien: statt auf 3,45 Euro pro Kubikmeter nur auf 3,11 Euro, erklärte Reichert. „Das war damals eine schöne Sache.“ Jetzt hat die Kommune aber ein Problem.

Hinzu kommt, dass auf Bad Kohlgrub weitere Kosten hinzugekommen sind: Durch Baugebiete muss das Netz erweitert werden. Ins Budget geht eine neue Ring–leitung im Bereich Spengel- und Lamplstraße sowie Auf der Oh. Und dann ist da noch der Bau eines größeren Hochbehälters in Sonnen. „Da stehen Plankosten von einer Million Euro im Raum.“

Um die finanziellen Herausforderungen zu meistern, bestehen nun zwei Möglichkeiten: Die Gebühren zu belassen und dafür einmalige Verbesserungsbeiträge zu fordern. Oder einen Ausgleich auf lange Zeit durch den Preisanstieg. „Es gab eine nichtöffentliche Vorbesprechung“, erklärte Reichert. In dieser haben die Gemeinderäte alle Kalkulationen durchgerechnet. „Und sich am Ende für die Gebührenlösung ausgesprochen.“

Das bedeutet für die Dorfbewohner, dass die Preise bei der Wasserversorgung von 1 Euro auf 1,16 Euro pro Kubikmeter steigen. Beim Abwasser geht es von 3,11 Euro auf 3,93 Euro nach oben. „Das sind 21 Prozent“, sagte der Bürgermeister und fügte an: „Das tut weh.“ Der Gemeinderat beschloss die Gebührenerhöhung zum 1. April.

Eine Gegenstimme gab es von Michaela Frank (Freie Wähler). Die Kur- und Tourismusreferentin befürchtet ein „bitteres Minus“ für die Betriebe im Ort. „Es hilft ja nichts“, erklärte Reichert mit Blick auf die gesetzlich vorgegebene Kostendeckung. Die Bitte Franks, die Gebühren erst zum Jahresende zu erhöhen, wies er zurück. Erstens sei der 1. April der Stichtag. Zweitens werde ohnehin erst im nächsten Jahr abgerechnet.

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