+
Das Trio der Koitaboch-Musi: (v. l.) Florian Möckl, Andreas Nudlbichler und Johannes Morgenrot.

Ein bisschen Kopfzerbrechen wegen des Papierkrams

Koitaboch-Musi spielt in Las Vegas

Garmisch-Partenkirchen - Karrierehöhepunkt: Die Koitaboch-Musi tritt im November in der Welthauptstadt des Casino-Geschäfts auf - und zwar im Hofbräuhaus. 

Reisen ist für Florian Möckl, dem Bandmanager der hiesigen Koitaboch-Musi, mittlerweile Routine geworden. 2014 hat er mit seinen Musikern neun vorwiegend europäische Länder besucht. In London und Südafrika waren sie schon in den Jahren zuvor aufgetreten. Keine Frage: Die Koitaboch-Musi ist seit ihrer Gründung vor 20 Jahren in Garmisch-Partenkirchen zur internationalen Marke geworden – und erfolgreicher denn je.

Der vorläufige Höhepunkt wird nun im November 2015 erreicht. Möckl geht wieder auf Reisen. Diesmal über den großen Teich nach Las Vegas, der Welthauptstadt des Casinogeschäfts. 40 Millionen Touristen pro Jahr. Und ein paar Tausend werden nun auch in den Genuss authentischer bayerischer Volksmusik ohne Schnörkel und Elektronik kommen. Auf Einladung des Hofbräuhauses in Las Vegas, das in diesem Jahr sein zehnjähriges Jubiläum feiert, ist die Koitaboch-Musi fast vier Wochen Dauergast. 27 Tage und Nächte ab dem 4. November. Ein Glücksgriff für Möckl und seine Mitstreiter, die durch Kontakte in Las Vegas immer wieder Thema waren, aber erst jetzt endgültig ins Flugzeug steigen können. „Im Mai und September wäre ein Auftritt bei unserem vollen Terminplan mit zahlreichen Stammkunden nicht möglich gewesen“, sagt Möckl, der Kopf der Musikgruppe. Der November aber sei eine „eher ruhige Zeit“.

Die Frage war nur noch, wer neben Möckl, der nach der Aufgabe seiner Selbstständigkeit Ende 2014 mit Musik seinen Lebensunterhalt verdient, noch so lange Zeit in Nevada verbringen könnte. „Das Hofbräuhaus bestellt nur Musik-Trios“, betont Möckl. Nach der Absage seiner langjährigen Weggefährten Sepp Gröbl und Michael Hechenrieder war Ersatz schnell gefunden. Immerhin umfasst die Koitaboch-Musi mittlerweile bis zu 15 Musiker – befreundete Gruppen nicht eingerechnet. Schlagzeuger Andreas Nudlbichler aus Wielenbach und Johannes Morgenroth aus Etting begleiten den Garmisch-Partenkirchner nun nach Las Vegas. Morgenroth nutzt die Gelegenheit, um im Anschluss zwei weitere Wochen in den USA zu verbringen. „Vier Wochen am Stück jeden Abend Musik spielen, das ist schon eine lange Zeit“, meint der 28-Jährige, ehe Möckl hinzufügt: „Vier Wochen Bierzelt wären schlimmer gewesen.“

Auch an eher schwachen Abenden fühle er spätestens nach fünf Minuten diesen „irren Effekt“ auf der Bühne, der sich auch auf das Publikum überträgt. Durch zahlreiche Proben in den Monaten zuvor sind die Drei bestens auf ihren Einsatz vorbereitet – nur der Papierkram rund um die Einreise bereitete vor allem Möckl Kopfzerbrechen. „Gerade bei Reisen in den USA ist das nicht einfach.“ Eine „Logistikschlacht“ wegen der Instrumente wollte man unbedingt vermeiden. Das Hofbräuhaus stellt nun neben der Unterkunft auch Nudlbichlers Schlagzeug.

Dass die Menschen im Oberland von ihrer Zeit in Nevada auch etwas mitbekommen, hat sich Möckl etwas einfallen lassen: Ab Mitte November wird er mit Mikrofon und Lederhose für seine Sendung „Aufdraht!“ bei Radio Oberland in Las Vegas unterwegs sein. Spätestens dann ist die Reise für Möckl keine Routine mehr, sondern auch ein echter Höhepunkt für die Karriere des Vollblutmusikers.

Hannes Bräu

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

„... an Corona verrecken“: Landrat bekommt Drohbriefe wegen Thailand-König in Garmischer Hotel
Der Aufenthalt von Thailands König in Garmisch-Partenkirchen bewegt viele Menschen - und manche sind richtig wütend. Landrat Anton Speer bekommt das zu spüren.
„... an Corona verrecken“: Landrat bekommt Drohbriefe wegen Thailand-König in Garmischer Hotel
„Pseudo-Campingplätze“: Wohnmobile verstopfen Urlaubsdorf - Ansturm seit Corona-Lockerungen
Drängen zu Beginn der Pfingstferien tausende Urlauber mit Wohnmobilen ins Obere Isartal? Das Urlaubsdorf Krün macht diese Aussicht Sorgen. Die Gemeinde trifft …
„Pseudo-Campingplätze“: Wohnmobile verstopfen Urlaubsdorf - Ansturm seit Corona-Lockerungen
Ausflügler-Ansturm aus München überrollt Ohlstadt - Anwohnerin entsetzt über Verhalten: „Absolute Arroganz...“
Ohlstadt ist ein beliebtes Ziel von Bergfreunden. Dort beginnen sie Touren ins Heimgartengebiet. Doch der Ausflugs-Ansturm infolge der Corona-Lockerungen übertraf alles …
Ausflügler-Ansturm aus München überrollt Ohlstadt - Anwohnerin entsetzt über Verhalten: „Absolute Arroganz...“
Todesurteil für sechs Bäume: Bürger beklagt sich über Fällungen
Er kann es nicht verstehen, warum sie weichen mussten: Sechs Bäume wurden in Bad Bayersoien gefällt - ganz zum Unmut des Bürgers. Die Rathauschefin bezieht Stellung. 
Todesurteil für sechs Bäume: Bürger beklagt sich über Fällungen

Kommentare