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Der Vorstand: (v. v. l.) Renate Hofbauer, Silvia Rieger, Steffi Weineisen und Vreni Neuner, (h. v. l.) Georg Fichtl, Thomas Veit, Hermann Hornsteiner, Pfarrer Michael Wehrsdorf, Anton Karner, Georg Sailer und Hannes Neuner.

Mitglieder erinnern sich zurück

Kolpingsfamilie Mittenwald wird 100 - großes Fest am Wochenende

Mittenwald - 100 Jahre Kolpingsfamilie Mittenwald – wenn das kein Grund zum Feiern ist. Kommendes Wochenende begeht der Verein daher ein großes Fest. Kommen werden Menschen, für die das Engagement bei Kolping sehr viel mehr bedeutet als eine nette Freizeitbeschäftigung.

Deutschland hat seine Nationalhymne – die katholische Kirche auch. So zumindest nennen manche das Lied „Großer Gott, wir loben dich“ liebevoll. Weil es der Festgesang schlechthin ist. Der musikalische Inbegriff des Glaubens. Stimmen 50 000 Menschen gemeinsam das Lied an, dann ist das „Gänsehaut pur“, sagt Hermann Hornsteiner. Und der hat das schon selbst erlebt. Vor 25 Jahren stand er auf dem Petersplatz in Rom und sang. Mit 50 000 Kolpingmitgliedern. „Das wird mir ewig in Erinnerung bleiben.“

Die Kolpingfahne wurde am 2. September 1923 geweiht, die in Zeiten der Inflation 900 000 Reichsmark gekostet hat.

In diesen Tagen blickt der Vorsitzende der Mittenwalder Kolpingsfamilie häufig auf die Pilgerfahrt zu Papst Johannes Paul II. zurück. Denn der Verein feiert sein 100-jähriges Bestehen. Dazu gehören viele Geschichten und Anekdoten – und natürlich ein großes Fest. Von Freitag, 3., bis Sonntag, 5. Juni, feiern die Kolpingsfamilien in Mittenwald (siehe Festprogramm). Hornsteiner, mit 62 Jahren nach eigenen Worten der „älteste Vorstand, den Kolping je gehabt hat“, freut sich schon riesig. Viele werden kommen. Darunter auch Ehrenmitglied Lothar Glaß. „Kolping ist und bleibt auch nach 61 Jahren unsere zweite Familie“, betont der 79-Jährige und spricht damit auch für seine Frau Resi (77), „weil ich gläubig, ein Handwerker und sehr hilfsbereit bin“.

1970 kam der Installateurmeister als Mitglied aus Murnau nach Mittenwald. Zwischen 1972 und 1989 bekleidete er alle Vorstandsposten; Vorsitzender war er 1975 und 1978/79. Für sein Lebenswerk ehrte Bürgermeister Adolf Hornsteiner Glaß 2015 mit der Goldenen Bürgermedaille der Marktgemeinde. Doch nicht nur er bewies außergewöhnliches Engagement. Ehefrau Resi wurde 1975 als erste Frau Mitglied, nachdem sie sich schon als Bedienung im Kolpingheim engagiert hatte, wo sie „das gesellige Beisammensein und den großen Zusammenhalt“ schätzte.

Diese Werte bestätigen die vor fünf Jahren aus Hemer im Sauerland nach Mittenwald gezogene Familie Thomas (47) und Sabine (50) Jeschke. „In meiner Jugend war ich in unserer Pfarrgemeinde bei der Altpapiersammlung dabei“, sagt Thomas Jeschke. Auch in Mittenwald wollten er und seine Frau sich engagieren und meldeten sich bei Kolping als Helfer. Mittlerweile sind die Töchter Hannah (15) und Emmely (13) ebenfalls aktiv. „Schön, dass meine ganze Familie mitmacht“, freut sich Mama Sabine. „Wir haben uns sofort aufgenommen gefühlt.“

Seit 1955 ist Ehrenmitglied Helmut Schinagl (79) dabei. Er trat 1955 in Altötting der Kolpingsfamilie bei und kam 1960 als Soldat nach Mittenwald. Dort heiratete er 1961. Auch seine Frau ist Mitglied. „Weil uns die Aktivitäten gefallen und wir echte Freunde gefunden haben.“

Gegründet wurde die Kolpingsfamilie Mittenwald am 26. März 1916 als „Katholischer Gesellenverein“. Später wurde jeder dieser Vereine nach dem Sozialreformer Adolph Kolping (1813 bis 1865) benannt. Das Ziel, die religiösen, sozialen und handwerklichen Bereiche zu fördern, gilt bis heute. Deshalb ist Kolping für Andreas Brandtner (47) die richtige Adresse für alle Christen. „Kolping hat mein Leben verändert.“ Durch seine Zeit als Vorsitzender (2004-2014) sei er selbstbewusster geworden und habe gelernt, „dass man sich hier auf hilfsbereite Menschen absolut verlassen kann“. Kolping liegt ihm am Herzen. Auch deshalb hat der „Ruasa Anda“ 2012 die Jungkolpinggruppe wieder belebt. „Weil ein Verein ohne Jugend keine Zukunft hat.“

Seit 2014 nun steht Hornsteiner an der Spitze. 1968 kam der damalige Vorsitzende Gerd Gaupp in die Volksschule und begeisterte ihn für Kolping. „Die Begegnungen mit vielen Menschen haben mich bereichert.“

Das Festprogramm:

Freitag, 3. Juni:

14 bis 17 Uhr: Kinderfest am Spielplatz im Ried mit vielen Attraktionen und Bewirtung für Klein und Groß.

20 Uhr: Gedenkfeier am Kolpingkreuz für verstorbene Mitglieder. Anschließend Beisammensein im Kolpingheim.

Samstag, 4. Juni:

16.30 Uhr: Aufstellung zum Kirchenzug am Dekan-Karl-Platz mit der Musikkapelle Mittenwald.

17 Uhr: Festgottesdienst in der Pfarrkirche St. Peter und Paul mit Diözesan-Präses Christoph Huber und dem Kolpingchor.

Anschließend Einweihung „Kolpingweg“ und Festzug zur TSV Halle.

19 Uhr: Festabend mit Grußworten. Für Tanz und Unterhaltung sorgen die Karwendelbuam.

Wolfgang Kunz

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