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Großprojekt: Östlich der Eichendorffstraße soll der Altbestand abgerissen und durch neue Wohnhäuser ersetzt werden.

Großprojekt für 19 Millionen Euro

Kommunale Gesellschaft schafft schrittweise 50 bezahlbare Mietwohnungen 

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Murnau – Murnau ist ein teures Pflaster: Die Immobilienpreise steigen und steigen. Die Ortspolitik hat sich  die Schaffung bezahlbaren Wohnraums dick auf die Fahne geschrieben. Ein erstes Großprojekt soll in dem Gebiet östlich der Eichendorffstraße im Norden der Gemeinde entstehen.

Hier will die Wohnbau GmbH Weilheim – eine kommunale Gesellschaft für den sozialen Wohnungsbau, an der auch der Markt Murnau beteiligt ist – in den nächsten Jahren Zug um Zug alte Blöcke abreißen und durch neue ersetzen. Unterm Strich sollen auf diese Weise – Planer sprechen von einer Nachverdichtung – 20 Wohnungen hinzukommen. Insgesamt werden rund 19 Millionen Euro investiert. Der Startschuss fällt 2017.

 Die Wohnbau GmbH ist in Murnau bereits gut vertreten – mit rund 120 Wohnungen, die über das ganze Ortsgebiet verteilt sind und nach sozialen Kriterien verhältnismäßig günstig vermietet werden. Fünf Häuser mit 30 Wohnungen liegen in dem besagten Quartier an der Eichendorffstraße. Die Bausubstanz ist alt, die Gebäude stammen aus den 1950er Jahren. Und die Domizile sind in der Regel recht klein, verfügen häufig nur über ein bis zwei Zimmer. „Das ist nicht mehr zeitgemäß“, sagt Felix Nuss, Geschäftsführer der Gesellschaft. Aus diesem Grund entschied man sich für einen stufenweisen Abbruch und Neubau. Klotzen, nicht kleckern lautet die Devise. Ziel ist nicht nur eine verbesserte Wohnqualität, sondern auch deutlich mehr Wohnraum. Am Ende sollen dort neun Blöcke stehen mit 50 Einheiten, darunter viele größere Drei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen, die sich in erster Linie für Familien eignen. Angesprochen werden sollen vor allem die unteren und mittleren Einkommensgruppen – also jene Bevölkerungsschichten, die inzwischen Schwierigkeiten haben, in Murnau etwas Bezahlbares zu finden.

Der Grund gehört der Kommune, die diesen im Rahmen eines Erbaurechtsmodells günstig zur Verfügung stellt. Die Wohnbau GmbH erhält zudem öffentliche Darlehen zu attraktiven Konditionen – und die Mieter eine staatliche Förderung. Somit lassen sich laut Nuss Kaltmieten von durchschnittlich gut fünf Euro pro Quadratmeter realisieren. „Das ist relativ günstig“, sagt er. Auf dem freien Markt bezahle man für Vergleichbares etwa das Doppelte. Wer bei der Ausstattung die Holzklasse erwartet, liegt falsch. Laut Nuss ist ein „mittlerer Standard“ geplant. Und die dreigeschossigen Häuser samt Tiefgarage sollen eine „ansprechende Architektur“ erhalten. Der Gemeinderat hat bereits grünes Licht für das ambitionierte Vorhaben gegeben. Der erste Abriss soll nächstes Jahr erfolgen, der eigentliche Baustart 2018. Dann geht es in Bauabschnitten schrittweise weiter. Nuss hofft, dass bis 2023 alles fertiggestellt ist. Den bestehenden Mietern sollen Ausweichquartiere vermittelt werden – idealerweise im Bestand der Wohnbau GmbH.

Diese ist momentan gut ausgelastet. Das Unternehmen – Gesellschafter sind der Landkreis Weilheim-Schongau sowie Kommunen aus den Landkreisen Weilheim-Schongau und Garmisch-Partenkirchen – managt sieben Neubauprojekte. Hinzu kommt die Verwaltung der rund 1600 Mietwohnungen. „Die Nachfrage ist sehr groß“, berichtet Nuss. Es bestehe „akuter Bedarf“. Die Entwicklung auf dem Immobilienmarkt hält er für „nicht gesund“. Die Wohnbau GmbH hat einen Riesenvorteil: Sie wird gefördert und muss keine Profite erwirtschaften.

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