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Die Bohrungen für das Projekt fanden im Sommer 2018 statt.

Unterammergau startet nochmal durch

Kommunaler Wohnungsbau: Alles auf Anfang am Lachenbach

Im Idealfall hätte Unterammergau schon im Herbst 2017 begonnen, ein eigenes Mehrfamilienhaus zu bauen. Doch der ist nie eingetreten. Nun war der Bauantrag noch einmal Thema im Gemeinderat.  

Unterammergau – Alles auf Neuanfang hieß es für die Gemeinde Unterammergau am Lachenbach. Denn es zeigte sich im Sommer 2018: Dort, wo der Ort ein Mehrfamilienhaus im Rahmen des Kommunalen Wohnungsbaus hinstellen wollte, war der Boden zu matschig. Und das in bis zu 30 Metern Tiefe. Nun gibt es eine Lösung. Eine, die sogar deutlich billiger ist.

Demnach hält die Gemeinde, wie Bürgermeister Michael Gansler (FDU) sagt, eins zu eins an den Bauplänen fest – mit Ausnahme eines zusätzlichen Balkons an der Westseite. „Aber auf einem neuen Grundstück.“ Dieses liegt am Rand des Einheimischenmodells in der Breitenau links von der bisher favorisierten Fläche und ist größer. „Deshalb teilen wir es“, erklärt der Verwaltungschef.

Der große Vorteil: In diesem Bereich hat sich der Boden als deutlich stabiler erwiesen als auf der rechten Seite dieses Areals. Zwar ist auch auf dem neuen Grund eine Pfahlgründung notwendig. „Wir müssen aber nur auf zehn Meter runtergehen“, verdeutlicht Gansler. Damit werden automatisch die Kosten für diese Sicherungsmaßnahme billiger. Bislang hat die Gemeinde mit einer zusätzlichen Investition von rund 200 000 Euro gerechnet. „Jetzt sind wir etwa bei 80 000 Euro.“

Grundsätzlich will Unterammergau rund 1,5 Millionen Euro für das Gebäude in direkter Nachbarschaft zum Einheimischenmodell ausgeben. Freilich nicht ohne Finanzspritze: Rund ein Drittel der Kosten übernimmt der Freistaat als Unterstützung für Kommunen, die bezahlbaren Wohnraum schaffen.

Der positive Förderbescheid liegt bereits seit rund einem Monat auf seinem Schreibtisch, erklärt der Bürgermeister. Der neue Bauantrag für das Gebäude, der nach den Änderungen notwendig geworden ist und der im Freistellungsverfahren behandelt wird, stand jetzt im Gemeinderat auf der Tagesordnung. Nach dem grünen Licht der Lokalpolitiker kann es nun mit deutlicher Verspätung an die Umsetzung des Projekts gehen.

Als erstes steht die Ausschreibung und Vergabe der Arbeiten im Rahmen der Pfahlgründung an. „Die können wir frühestens in der Mai-Sitzung vergeben.“ Rund 14 Tage, rechnet er, wird es dauern, den Grund vorzubereiten. Wenn alles gut läuft, könnte der Rohbau für das Mehrfamilienhaus noch vor dem Winter stehen. Im Sommer 2020 steht dann die Einweihung des neuen Gemeinde-Gebäudes an.

Unklar bleibt vorerst, was mit dem ursprünglichen Grundstück für das Projekt passieren soll. Jenes, mit dem schwammigen Grund. „Es gibt Überlegungen.“ Mehr gibt Gansler dazu nicht preis.

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