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Michael Spindler hat seinen Entschluss erst vor kurzem gefasst.

Gemeinderat will Chefsessel im Rathaus erobern

Michael Spindler (CSU) kandidiert als Bürgermeister in Unterammergau

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Michael Gansler hört 2020 als Bürgermeister in Unterammergau auf. Jetzt gibt es den ersten Kandidaten für seine Nachfolge.

Unterammergau – Ähnlich wie im südlichen Nachbarort waren Neuigkeiten zur Kommunalwahl 2020 in Unterammergau bislang eher von Gerüchten und Vermutungen geprägt. Speziell bei möglichen Bürgermeisterkandidaten stocherten Interessierte an der Lokalpolitik im Nebel. Seit dem Wochenende gibt es nun erste Fakten zu vermelden: Auf einen Mitgliedertreffen in Uri’s Stüberl kürte der CSU-Ortsverband etwas überraschend den Gemeinderat Michael Spindler zum Bewerber um das höchste Amt in der Gemeinde.

Der 45-jährige, ledige Postbetriebsassistent bestätigte den „Grundsatzbeschluss der Basis“ gegenüber dem Tagblatt: „Es war eher ein kurzfristiger Entschluss in den letzten 14 Tagen. Namhafte Leute im Dorf haben mich gefragt, auch von anderen Gruppierungen, ob ich es machen würde. Sie haben auf mich eingeredet, ich soll doch antreten. Jetzt probiere ich es halt einmal, die Konstellation ist günstig.“ Der amtierende Bürgermeister Michael Gansler hatte an Leonhardi verkündet, nicht mehr für eine Amtszeit zur Verfügung zu stehen.

Spindler, Stellvertretender CSU-Ortsvorsitzender seit 20 Jahren, betont, dass er an der Kommunalpolitik im Dorf immer schon interessiert gewesen sei. Im April 2004 war Michael Spindler in den Gemeinderat nachgerückt. In der laufenden Periode sei es, so seine Einschätzung, „kollegial-freundschaftlich“ zugegangen. Viele Beschlüsse seien einstimmig ausgegangen, „aber wir haben auch mal kontrovers und leidenschaftlich diskutiert, vor allem nicht-öffentlich“. Man habe sich aber danach immer wieder in die Augen schauen können.

Kommunalwahl 2020 in Unterammergau: Michael Spindler seit 2004 im Gemeinderat

Sofern er das Vertrauen der Wählerschaft erhält, will Spindler vor allem das Ehrenamt weiter fördern: „Das Vereinsleben in Unterammergau ist sehr wichtig und eine tragende Säule. Es geht darum, eine handwerklich gute Kommunalpolitik zu machen und Schnellschüsse zu vermeiden.“ Im Wahlkampf hofft der Postmitarbeiter (im Falle seiner Wahl würde er die Wochenarbeitszeit bei der Post verkürzen – seine Zustellbezirke sind Altenau und Saulgrub), „dass man anständig miteinander umgeht“. Dass er als Kandidat alleine antreten wird, glaubt der 45-Jährige übrigens nicht: „Ich gehe fest davon aus, dass noch ein, vielleicht auch zwei Bewerber kommen werden.“ Als Erster in den Ring gestiegen zu sein, sieht er als gewissen Vorteil an, „weil man dann schon öffentliche Aufmerksamkeit erregt“.

Als Haupt-Hobby beschreibt der CSU-Mann sein „Interesse an der Ortsgeschichte und am historischen Geschehen allgemein“. Seit sechs Jahren ist er Vorsitzender des Historischen Arbeitskreises im Ort, davor war er zehn Jahre Vize. Führungen im Dorfmuseum sind seine Spezialität, auch hat Spindler schon einige historische Bücher selbst geschrieben und andere mitverfasst. 25 Jahre gehörte er dem Junggesellenverein im Dorf an, davon war er zwölf Jahre in der Vorstandschaft.

Auch in der Freiwilligen Feuerwehr ist Michael Spindler aktiv – seit mittlerweile 27 Jahren. 16 Jahre war er im Ausschuss, seit 20 Jahren ist er als Gruppenführer tätig. Als Mitglied der Unterstützungsgruppe örtliche Einsatzleitung war der Unterammergauer auch beim G7-Gipfel 2014 in Schloss Elmau eingesetzt: „Das war damals ein richtiges Highlight.“

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