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Mittendrin statt nur dabei: Freie-Wähler-Chefin Lilian Edenhofer, eingerahmt von Florian Streibl (r.) und Landrat Anton Speer.

Mit Segen von ganz oben

Lilian Edenhofer will Bürgermeisterin von Garmisch-Partenkirchen werden - Freie-Wähler-Chef Aiwanger unterstützt sie

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Die Freien Wähler waren lange Zeit ein Machtfaktor im politischen Garmisch-Partenkirchen. In den vergangenen Jahren ist ihre Rolle geschrumpft. Zu alter Stärke will Lilian Edenhofer die Gruppierung führen. Die Vorsitzende kandidiert bei den Kommunalwahlen im März 2020 für das Bürgermeisteramt.

Garmisch-Partenkirchen –Den Segen von ganz oben hat sie. Hubert Aiwanger, Deutschland- und Bayern-Chef der Freien Wähler, der im Kabinett von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) als Wirtschaftsminister arbeitet, sowie Florian Streibl, der der Fraktion der Freien Wähler im Bayerischen Landtag vorsteht, haben sie in ihrem Entschluss bestärkt. „Sie stehen mir mit Rat und Tat zur Seite“, sagt Lilian Edenhofer (53).

Doch weder Aiwanger noch Streibl haben den Ausschlag gegeben, dass Edenhofer sich bei den Kommunalwahlen am 15. März 2020 um den Bürgermeisterposten von Garmisch-Partenkirchen bewirbt. „Ganz viele Bürger haben mich aufgefordert zu kandidieren“, sagt sie. „Das hat mich motiviert. Deshalb habe ich mich nach reiflicher Überlegung dazu entschlossen. Ich will Verantwortung übernehmen.“

Bei der Versammlung am 12. Dezember müssen nun noch die Mitglieder Edenhofer bestätigen. Doch daran dürfte kein Zweifel bestehen. Die Journalistin ist seit eineinhalb Jahren die starke Frau, die die Freien Wähler im Markt aus dem Tal der Tränen führen soll. Und das ist tief. Derzeit besteht die Fraktion, nachdem Freie-Wähler-Urgestein Peppi Braun die Gruppierung im Unfrieden verlassen hat, nur noch aus zwei Mitgliedern. Dem ehemaligen Vorsitzenden Florian Möckl, der schon vor Monaten angekündigt hatte, nicht mehr antreten zu wollen, und Josef Angelbauer. Auch dessen kommunalpolitische Zukunft ist ungewiss. Allerdings mehren sich die Stimmen, die sagen, dass es nicht ausgeschlossen ist, dass er noch einmal antritt.

Kommunalwahl 2020: Welche Aufgaben hat der Bürgermeister?

40 Jahre lang waren die Freien Wähler in Garmisch-Partenkirchen ein Machtfaktor

Angst, dass die Freien Wähler in Garmisch-Partenkirchen, wo sie fast 40 Jahre einen Machtfaktor darstellten und von 2008 bis 2014 zusammen mit dem CSB unter Bürgermeister Thomas Schmid in einer Art Regierungskoalition verbunden waren, in die Bedeutungslosigkeit versinken, plagt Edenhofer nicht. Ganz im Gegenteil: Sie fühlt die Freien Wähler wieder im Aufwind. Was zum einem mit den Erfolgen in Bayern zu tun hat, zum anderen herrscht im Ortsverein Aufbruchsstimmung. „Wir haben ein tolles Team von Altgedienten und Jungen zusammengebracht, auf das ich richtig stolz bin.“ Die Liste, die am 20. Dezember aufgestellt wird, soll 30 Frauen und Männer umfassen. „Damit haben wir mehr als das CSB“, sagt Edenhofer.

Politisch hat Edenhofer Erfahrung. Sie kandidierte 2017 für den Deutschen Bundestag und im vergangenen Jahr für den bayerischen Landtag. Einmal im Münchner Umland, einmal in München. Beide Male erfolglos, obwohl sie bei den Landtagswahlen einen Achtungserfolg erzielte. Nach Michael Piazolo, dem heutigen Kultusminister, holte sie als Namenlose, die in München kaum jemand kannte, die zweitmeisten Stimmen. Vor allem den Bundestagswahlkampf nennt sie eine harte Schule, aber eine lehrreiche. „Da habe ich gemerkt, wie sehr mir die politische Arbeit gefällt.“

Edenhofer macht keine Aussage über ihre Chancen bei der Wahl 2020

Wie sie ihre Chancen und die der Freien Wähler bewertet? Dazu möchte sie keine Wasserstandsmeldungen abgeben. Zur Erinnerung: Möckl, der 2014 als Bürgermeister kandidierte, kam damals auf 4,56 Prozent der abgegebenen Stimmen. Im Ungefähren und wenig Konkreten bewegt sich Edenhofer auch, was das Programm angeht. „Für mich steht der Bürger im Mittelpunkt. Das ist die Grundkompetenz der Freien Wähler.“

Und sie plädiert dafür, Abläufe innerhalb der Verwaltung zu verschlanken und zu beschleunigen. „Man muss nicht 100 Machbarkeitsstudien in Auftrag geben, sondern man muss machen.“

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