Ohne Bürgermeister-Kandidat

Mit den „Girls“ in den Wahlkampf: Claudia Zolk und Daniela Bittner führen CSB-Liste an

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Zehn Kandidaten. Mehr ließen sich nicht finden. Damit geht die CSB in Garmisch-Partenkirchen in den Wahlkampf. An der Spitze steht Frauenpower: die beiden Gemeinderäte Claudia Zolk und Daniela Bittner.

  • Die Gemeinderäte Claudia Zolk und Daniela Bittner führen des CSB in die Kommunalwahl 2020.
  • Zehn Kandidaten für den Gemeinderat in Garmisch-Partenkirchen bietet das CSB auf.
  • Das Bündnis tritt ohne einen Bürgermeister-Kandidaten an.

Garmisch-Partenkirchen – Die Liste steht. Das CSB ist bereit für den Wahlkampf. Mit einer weiblichen Doppelspitze geht das Christlich-Soziale Bündnis an den Start: die beiden Gemeinderäte Claudia Zolk und Daniela Bittner führen ihre politische Gruppierung ins Rennen, stehen ganz oben auf einer kurzen Zehner-Liste an Kandidaten. Mehr ist nicht drin für die Gruppierung, die 113 Mitglieder zählt. „Wir haben alles versucht“, sagt Andreas Wieland, der Vorsitzende. Doch egal, wen er im Ort angesprochen habe, „du hörst immer: ,Es ist mir eine Ehre, dass ich gefragt werde, aber. . .“

Beim CSB hat sich seit dem Wahlkampf 2014 vieles verändert. Die Galionsfigur von einst fehlt. Thomas Schmid stand damals als Amtsinhaber und Zugpferd vorne dran. „Ein solches haben wir jetzt nicht mehr“, räumt Florian Hilleprandt ein, der die Fraktion im Gemeinderat derzeit noch anführt. „Das macht es sicher schwieriger“, betont Zolk. Doch die Gruppierung, die nach dem Ausstieg von Alexandra Roos-Teitscheid mit sechs Vertretern immer noch die zweitstärkste Kraft im Gemeinderat ist, stellt sich der Herausforderung. „Fünf Sitze“ formuliert Wieland vorsichtig als Wunschvorstellung des CSB. „Aber wir sind auch Realisten“, schiebt er gleich hinterher. Die politische Landschaft in Garmisch-Partenkirchen habe sich stark verändert. Die Zersplitterung finde auch in der Marktgemeinde immer mehr statt. „Wenn wir zwischen drei und fünf Sitzen landen, sind wir zufrieden.“

CSB in Garmisch-Partenkirchen: Ehemaliger Bürgermeister Schmid ein Thema

Wie groß der Faktor Schmid war, wird sich am 15. März zeigen. Bei der Aufstellungsversammlung im Alpenhof-Stüberl verwiesen nicht wenige auf den starken Mann der Vergangenheit. Walter Echter beispielsweise, der sich als Nummer drei auf der Liste für einen Platz im Gemeinderat bewirbt. „Ich möchte im Geiste von Thomas Schmid weitermachen, damit wir den Ort nicht der SPD, der CSU und den Grünen überlassen.“ Mit den beiden Frauen an der Spitze der Liste kann er sich gut anfreunden: „Unsere Girls sind unsere Sympathieträger“, sagt er und lacht.

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Dass das CSB ohne einen Bürgermeister-Kandidaten antritt, war zwar nicht von vornherein klar, aber es zeichnete sich bald ab. „Wir haben uns schon im Vorstand viele Gedanken gemacht“, betont Wieland. Ihn selbst hätten seine Mitstreiter gerne ins Rennen geschickt. Doch der 42-Jährige lehnte nach reiflicher Überlegung ab. Die Gründe klingen plausibel. In den vergangenen Jahren hat sich beim CSB-Chef einiges verändert. „Ich habe jetzt eine Familie, gerade ein Haus gebaut, und meine Kanzlei kann ich auch nicht so einfach alleine lassen, ich habe keine Partner.“ Ein Potpourri an Argumenten, das ihn zu einem Nein bewog. „Es ist verständlich“, sagt Hilleprandt, der Wieland sehr gerne in der Spitzenposition gesehen hätte – zumindest auf der Liste. Daraus machte er keinen Hehl. „Ich hoffe es für das CSB, dass er weiter nach vorne gewählt wird.“ Wieland geht von Position sechs ins Rennen. Einerseits aus „Respekt vor denen, die dieses Amt jetzt innehaben“, aber auch wegen seiner vielen anderen Aufgaben, denen er sich widmet – etwa bei der KJE oder beim SC Riessersee. „Ich will kein lahmes Pferd sein, das dann nur hinterhergaloppiert.“

CSB in Garmisch-Partenkirchen: Kössel und Hilleprandt kandidieren nicht mehr

Abschied nehmen heißt es beim CSB von zwei wertvollen Kräften: Hilleprandt und Ursel Kössel treten bei der Wahl 2020 nicht mehr an. „Altersbedingt“, sagt Kössel. Wieland versäumte es nicht, die Gemeinderätin und Seniorenbeauftragte zu würdigen. „Sie hat sich herausragend für ihren Bereich eingesetzt.“ Auch Hilleprandt nennt sein Alter als Grund für den Schlussstrich. „Ich könnte jetzt sicher noch ein paar Jahre weitermachen, doch auch ich muss nach vorne schauen. Bei der Wahl bin ich 74, in sechs Jahren dann 80.“ Er werde dem CSB stets mit Herzblut verbunden bleiben – in beratender Funktion. „Zwölf Jahre im Gemeinderat haben viel Spaß gemacht, vor allem die Arbeit in den Ausschüssen.“ An vorderster Front sollen nun aber „Jüngere ran“.

Die CSB-Liste:

1. Claudia Zolk, 2. Daniela Bittner, 3. Walter Echter, 4. Franz Buchwieser, 5. Franziska Louisot, 6. Andreas Wieland, 7. Dr. Markus Wäckerle, 8. Michael Rappensberger, 9. Michael Still, 10. Dr. Bastian Bail.

Rubriklistenbild: © Christian F ellner

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