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Schließt eine Bürgermeister-Kandidatur nicht aus: Mehr-Bewegen-Chef Phillip Zoepf. Das Foto entstand heuer beim Derblecken im Griesbräusaal. 

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Fordert Zoepf Beuting heraus?

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Sucht man in Murnaus Gerüchteküche nach einer Antwort auf die Frage, wer bei der Kommunalwahl 2020 Bürgermeister Rolf Beuting herausfordern könnte, fällt immer häufiger ein Name: Phillip Zoepf. Der Mehr-Bewegen-Chef denkt tatsächlich auffallend laut darüber nach – und wäre für den amtierenden Rathaus-Chef eine ernsthafte Bedrohung.

Update vom 20. November 2019: Jetzt ist es offiziell! Mehr-Bewegen-Chef Phillip Zoepf tritt zur Kommunalwahl 2020 in Murnau als Bürgermeisterkandidat an.

Murnau – Sieht man von kleineren Scharmützeln ab, ist in Murnau vom Vorwahlkampf noch wenig zu spüren. Doch der Schein trügt: Denn hinter den Kulissen schlägt in den Apparaten der Parteien und Gruppierungen die Stunde der Strategen. Die alles entscheidende Frage lautet: Wer bietet nächstes Jahr im März zur Kommunalwahl dem Amtsinhaber Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum), der 2014 auf spektakuläre Weise die Ära der CSU-Alleinherrschaft beendete und ins Rathaus einzog, die Stirn?

Spannend sind dabei weniger die Pro-forma-Aspiranten, die nur verheizt werden, um mehr Aufmerksamkeit und damit vielleicht einen zusätzlichen Sitz im Gemeinderat zu gewinnen. Sondern diejenigen, die es wirklich im Kreuz hätten, Beuting, der seinen Spitzenposten verteidigen will, vom Thron zu stoßen.

Bislang hat sich niemand aus der Deckung gewagt. Einzig Altbürgermeister und CSU-Grande Dr. Michael Rapp, dem seit Längerem Ambitionen auf einen Comeback-Versuch nachgesagt werden, hat in der K-Frage zumindest nicht kategorisch Nein gesagt.

Doch wenn derzeit hinter vorgehaltener Hand über Beuting-Alternativen spekuliert wird, dann führt gefühlterweise ein anderer die Liste der Favoriten an: Phillip Zoepf. Der 46-Jährige schaffte 2014 mit seiner damals neu gegründeten Bürgerliste Mehr Bewegen auf Anhieb den Sprung in den Gemeinderat. Bemerkenswert: Auch Vertreter des konservativen Lagers halten den Vertriebsmitarbeiter beim australischen Telekommunikationsriesen Telstra für bürgermeistertauglich. Zoepf brächte in der Tat Eigenschaften mit, die in dem Job von Vorteil sind: Der zweifache Familienvater und ehemalige TSV-Fußballchef ist im Ort tief verwurzelt und gilt als bestens vernetzt. Und seine politische Arbeit ist meist sachlich und auf Konsens ausgelegt – ein Brückenbauer, der sich um Parteigrenzen und Ideologien nicht schert.

Kommunalwahl 2020 in Murnau: Das sagt Zoepf über eine Bürgermeister-Kandidatur

Dass er hoch gehandelt wird, ist Zoepf natürlich nicht entgangen. Er werde „immer öfter“ auf eine mögliche Bürgermeister-Kandidatur angesprochen, berichtet er auf Tagblatt-Nachfrage – und zwar „aus allen Richtungen“. Der Ortspolitiker lässt aber alles offen: Die Bewerbung um den Rathaus-Chefposten sei „eine Option“, sagt er. „Das will ich nicht ausschließen.“ Eine Entscheidung habe er noch nicht gefällt. Diese müsse auch von der Familie mitgetragen werden. Ihm mache jedenfalls die Arbeit im Gemeinderat „Spaß ohne Ende“. Die Vorstellung, das Ganze hauptberuflich betreiben zu können, scheint für ihn nicht abwegig zu sein: „Als Bürgermeister hat man ganz andere Möglichkeiten, die Zukunft von Murnau mitzugestalten.“

Bleibt die Frage: Welche Chancen hätte Zoepf überhaupt? Es ist ein schweres Unterfangen, einen Amtsinhaber vor die Tür zu setzen – erst recht, wenn er sich wie Beuting keine wirklich groben Schnitzer geleistet hat. Der ÖDP-Mann treibt die Entwicklung der Marktgemeinde wie aus einem Lehrbuch für grüne Stadtplanung voran – und arbeitet eine ehrgeizige Agenda ab. Inhaltlich dürfte die Schnittmenge mit Zoepf ziemlich groß sein. Die zentralen Herausforderungen stehen ohnehin fest: Es müssen Rezepte gegen die Wohnungsnot, die Überalterung, die Abwanderung von jungen Menschen und den Fachkräftemangel sowie Antworten auf die Digitalisierung gefunden werden.

Und dennoch könnte es für Beuting ungemütlich werden. Es ist kein Geheimnis, dass es dem kühlen Pragmatiker aus dem Münsterland schwerfällt, die Alteingesessenen und Konservativen zu erreichen – eine Schwäche, die sich Zoepf zu Nutze machen könnte.

Insider spielen bereits ein denkbares Szenario durch: Was wäre, fragen sie sich, wenn die nach wie vor einflussreiche CSU keinen eigenen Kandidaten ins Rennen schicken und stattdessen ganz offiziell den überparteilichen Zoepf unterstützen würde? Dieser könnte dann in breiten Wählerschichten auf Sympathie- und Stimmenfang gehen – und zu einem starken Beuting-Konkurrenten heranwachsen.

Es zeichnet sich ab: Sollte Beuting eines Nachts von einem schlimmen Alptraum heimgesucht werden, erscheint darin vermutlich nicht Rapp als Schreckgespenst – sondern Zoepf.

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