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Überraschung in Uffing: Stichwahl bleibt aus - Weiß schafft‘s im ersten Durchgang

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Von: Silke Reinbold-Jandretzki

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So sieht Uffings künftiger Bürgermeister aus: Andreas Weiß, hier mit seiner Frau Stefanie - allerdings noch vor Bekanntgabe des Ergebnisses.
So sieht Uffings künftiger Bürgermeister aus: Andreas Weiß, hier mit seiner Frau Stefanie - allerdings noch vor Bekanntgabe des Ergebnisses. © Andreas Mayr

Drei Gegenkandidaten konnten ihn nicht stoppen: Andreas Weiß (36) hat sich sensationell im ersten Wahlgang durchgesetzt. Die Uffinger wählten den parteifreien Bewerber mit 57,34 Prozent der Stimmen zum neuen Ersten Bürgermeister. Der Schöffauer ließ seine Konkurrenten weit hinter sich.

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Uffing Als die Sensation feststand, stieß Andreas Weiß in Jodler-Manier einen lautstarken Juchzer aus – den wohl bayerischsten aller Freudenschreie, der aus tiefstem Herzen kam. Und einer, der einen wirklich guten Grund hatte. Weiß, bewusst als parteifreier Bewerber angetreten, ist zum neuen Ersten Bürgermeister von Uffing gewählt worden – in beeindruckender Art und Weise. Er verbuchte angesichts von insgesamt vier Kandidaten einen wahren Erdrutschsieg. 57,34 Prozent der Stimmen – fast 80 Prozent der 2452 Wahlberechtigten gaben ihr Votum ab – entfielen auf ihn. Dahinter reihten sich Dr. Thomas Hartmann (Wahlgemeinschaft Uffing) mit 22,05 Prozent, Markus Igler („Wir für Uffing“, 11,33 Prozent) und der ebenfalls parteifreie Anton Sternkopf (9,27 Prozent) ein, die ausnahmslos von einer Stichwahl ausgegangen waren – und sich den eindeutigen Ausgang am Sonntagabend nicht wirklich erklären konnten.

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Weiß selbst, der mit Familie und Freunden bei Gulaschsuppe zu Hause in Schöffau auf das Ergebnis gewartet hatte, hatte sich diesen Coup „nicht zugetraut“. Der 36-Jährige, aktuell noch Geschäftsleiter im Rathaus, hatte „nicht damit gerechnet“ – wohl aber darauf gehofft, im ersten Durchgang alles klar zu machen. Einfach, weil ihm der lange Wahlkampf in den Knochen steckte und er zwei weitere harte Wochen vor einer Stichwahl scheute. „Das war eine ganz intensive Zeit mit viel Arbeit und Mühe“, sagt Weiß. Jetzt sieht er den Auftrag, mit der Sacharbeit zu beginnen – und vielleicht das eine oder andere zu vergessen, was der Wahlkampf so gebracht habe.

Bürgermeisterwahl in Uffing: Kandidat Thomas Hartmann kann sich das Ergebnis nicht erklären

Hartmann wurde deutlicher: „Nach dem Wahlkampf“ wolle er nicht mit Igler auf ein gemeinsames Foto. Der 58-Jährige machte auch keinen Hehl daraus, dass er überrascht und enttäuscht vom Ergebnis war. Wie es dazu kam, blieb ihm ein Rätsel. „Ich traue mir keine Erklärung zu.“ Der Kandidat der WGU, die derzeit in Rupert Wintermeier, der nicht mehr angetreten war, noch den Bürgermeister stellt, war „mit gutem Gefühl in die Wahl gegangen, aber es ist nicht das raus gekommen, was ich mir erarbeiten wollte“. Er sah in sich den richtigen Mann fürs Bürgermeisteramt: „Ich glaube, Uffing entgeht etwas.“ Soziale Medien nicht bespielt zu haben, meint der Physiker rückblickend, sei sicher kein Vorteil gewesen.

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Alle drei Mitbewerber sind von einer Stichwahl ausgegangen 

Hartmanns Gemütslage entsprach in etwa jener Iglers. „11,33 Prozent sind enttäuschend“, sagte Igler (47). Der Kandidat der neuen Gruppierung „Wir für Uffing“ hatte sich neben Weiß in der Stichwahl gesehen, und auch er vermochte den eindeutigen Ausgang nicht zu erklären – so wie andere, die mit ihm im vollen Gasthof zur Post des Ergebnisses geharrt hatten. Sternkopf (26) erging es nicht anders. Das Resultat kam „auch für mich überraschend“. Der parteifreie Kandidat aus Schöffau nahm’s indes „recht gelassen“ und schätzt die „Riesen-Erfahrung“, die ihm seine Kandidatur beschert hat. „Ich werde dran bleiben und mich weiter für meine Überzeugungen einsetzen, in welcher Form auch immer.“

Für Andreas Weiß steht diese „Form“ seit Sonntag fest. Er will gemeinsam mit seinen künftigen Gemeinderäten Ideen entwickeln und anschieben, Ziele verwirklichen. Als hauptamtlicher Erster Bürgermeister von Uffing.

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