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Soll modernisiert werden: das Kongresshaus. Der Bereich am Richard-Strauss-Platz stammt aus dem Jahr 1978, der hinten angrenzende Konzertsaal von 1964.

Defizit kann laut Berechnung reduziert werden

Kongresshaus-Umbau ab 2017?

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Garmisch-Partenkirchen - Seine besten Zeiten hat das Kongresshaus längst hinter sich. Deshalb soll es umgebaut, saniert und in Teilen auch erneuert werden. Der Gemeinderat hat sich nun einstimmig dafür ausgesprochen, in die genaue Kostenschätzung einzusteigen, um auf dieser Basis weiterplanen zu können.

Sie können’s, das beweisen die Mitarbeiter von GaPa-Tourismus seit Jahren. Allein durch ihre Kompetenz und ihr Engagement gelingt es, Kongresskunden zu halten und auch neue zu gewinnen. Trotz des Hauses, das etliche Mängel aufweist. Wie unzureichend es ist, zeigte sich erst Anfang Juni wieder beim 26. Aareon-Kongress in Garmisch-Partenkirchen. Die Veranstaltung an sich habe zwei Tage gedauert, erklärte Tourismusdirektor Peter Nagel im Gemeinderat. „Mit dem Auf- und Abbau waren unsere Mitarbeiter 18 Tage beschäftigt.“ Nachdem diese enorme Zeitspanne dem in die Jahre gekommenen Haus – der Richard-Strauss-Saal entstand 1964, der Festsaal Werdenfels zur Ski-WM 1978 – geschuldet ist, „können wir das nicht alles berechnen“. Mit einem modernen Haus, das außerdem genügend Ausstellungs- und Parkflächen bietet, soll sich das ändern. „Damit können wir dann endlich Geld verdienen.“

Seine Einschätzung untermauerte er mit einer Wirtschaftlichkeitsberechnung, die eindrucksvoll belegte, dass das Defizit von aktuell knapp einer Million Euro deutlich reduziert werden kann. Entscheidend in seiner Kalkulation ist die Tiefgarage, für deren Bau Experten 6,5 Millionen Euro veranschlagen. Das Geld, das mit den 250 Stellplätzen eingenommen wird, soll in die Gesamtrechnung einfließen und das Minus wesentlich senken.

Für den Um- und Neubau des Kongresshauses inklusive Tiefgarage geht Nagel von rund 19 Millionen Euro aus. Geld, dass der Markt nicht einfach stemmen kann. Erste Gespräche mit Vertretern der drei großen Banken in der Marktgemeinde, bei denen auch Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) zugegen war, hätten aber gezeigt, dass dieses Vorhaben über einen Kredit finanziert werden kann. Noch steht freilich nicht fest, ob sich die Rechtsform von GaPa-Tourismus ändert und wer dann als Betreiber des Hauses fungiert. All diese Fragen werden erst im Herbst geklärt.

Nachdem aber im Frühjahr der Sieger des Realisierungswettbewerbs gekürt worden war, soll es nun auch zügig weitergehen mit der Umsetzung. Deshalb hat der Gemeinderat grundsätzlich beschlossen, „dass der Teilneubau des Kongresshauses auf Grundlage dieses Wettbewerbs und der Wirtschaftlichkeitsberechnung sowie der Kostenschätzung im Jahr 2017 begonnen wird.“ Selbstredend fasse das Gremium „insbesondere über die Finanzierung sowie die Auftragsvergabe noch dezidiert Beschlüsse“. Das Votum fiel einstimmig aus. Somit können die Planer nun in die genaue Kostenschätzung einsteigen. „Auf dieser Basis wird dann über das weitere Vorgehen entschieden“, erklärte Meierhofer. Ein Vorgehen, das sämtliche Kommunalpolitiker überzeugte.

„Das ist unser Beitrag zur Wirtschaftsförderung“, betonte Elisabeth Koch, Fraktionsvorsitzende der CSU. Wie richtig sie damit liegt, bestätigte auch Nagel: 50 000 Übernachtungen generiere der Ort aus dem Kongressgeschäft. Ein jeder dieser Besucher gebe im Schnitt 197 Euro pro Tag aus. „Die Wertschöpfung daraus wird mit zehn Millionen Euro angesetzt.“ Allerdings „löst nur ein neues Haus nicht alle Probleme“, mahnte der Tourismusdirektor. „Es bedarf dringend auch neuer Hotelbetten, Leistungsvereinbarungen mit Bauhof, Ordnungsamt et cetera, um den Wettbewerbsvorteil mit reibungslosen Abläufen zu gewährleisten, sowie eines klaren Auftrags des Marktes zu Betrieb und Vermarktung des Hauses mit Tiefgarage.“

Sobald das Votum pro Neu- und Umbau gefallen ist, beginnen er und seine Kollegen mit der Akquise, um eine höhere Auslastung der Einrichtung zu erreichen und demzufolge mehr Geld mit dem Kongressbetrieb einzunehmen. Entscheidend bei allen Überlegungen ist für Nagel und die zuständige Abteilungsleiterin Iris Schönach, die Mitarbeiter mitzunehmen. Nachdem der Zustand des Hauses seit Jahren Thema ist, und sie immer wieder vertröstet werden, sei die Verunsicherung bei ihnen sehr groß, sagte Nagel. „Wir müssen ihnen Perspektiven bieten, ein neues Haus kann das.“ Deshalb zeigte er sich „dankbar“ über den einstimmigen Beschluss: „Jetzt sind wir so weit wie noch nie.“

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