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Wie eine Kraterlandschaft - so stellt sich die Situation am Südportal des Kramertunnels derzeit dar.

Innenminister nennt neue Zahlen

Kostenexplosion beim Bau des Kramertunnels

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Garmisch-Partenkirchen - Der Bau des Kramertunnels, die Umfahrung für den Ortsteil Garmisch, soll mindestens 176 Millionen Euro kosten - ein Drittel mehr als ursprünglich veranschlagt. Mit diesen Zahlen überraschte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU).

Garmisch-Partenkirchen – Rund 133 Millionen Euro: So viel sollte der Bau der Ortsumfahrung Garmisch einmal kosten. Das hatte das Staatliche Bauamt in Weilheim kalkuliert – im Jahr 2007. Zwischenzeitlich rechnete Behördenleiter Günther Grafwallner wegen der Baupreissteigerungen schon mit bis zu 150 Millionen Euro. Am Donnerstag hat nun Bayerns Innenminister Herrmann (CSU) die aktuell berechneten Gesamtkosten für den Kramertunnel „aus heutiger Sicht“ bekannt gegeben: mindestens 176 Millionen Euro. Schon damit würde der Bau wenigstens ein Drittel teurer als anfangs angenommen. Klar ist aber: Je länger sich die Arbeiten verzögern, umso teurer wird das Projekt. Ob damit gleichzeitig die Chancen auf eine Realisierung sinken, ist offen.

Dr. Hermann Streicher, Abteilungsleiter beim Staatlichen Bauamt, hatte die neuen Zahlen erst für Herbst erwartet. Doch der Minister teilte die Baukosten überraschend gestern mit. In den 176 Millionen Euro eingerechnet seien die „bereits realisierten Vorwegmaßnahmen wie zum Beispiel die Erkundung des Tunnelareals in Höhe von etwa 38 Millionen Euro“, heißt es in einer Pressemitteilung des Ministeriums.

Es begründet die Steigerung einerseits mit höheren Baupreisen; das mache seit 2007 rund 15 Prozent aus. Weitere 15 Prozent rechnet es jetzt dem höheren Aufwand zu, um die Schicht aus Lockergestein und Wasser im Berg zu bewältigen. Ministerium und Behörden hatten erst vor wenigen Tagen mitgeteilt, dass sie sich beim Vergleich mehrerer Möglichkeiten für die Absenkung des Grundwasserspiegels entschieden haben, um die Schicht zu durchbrechen (wir berichteten).

„Die Berechnungen beruhen auf der kostengünstigsten und sichersten Variante, sowohl den Erkundungsstollen als auch die Hauptröhre des Kramertunnels durchgängig herstellen zu können“, betont das Ministerium. Im Vergleich zu dieser Möglichkeit seien die anderen Varianten wesentlich langwieriger, und sie würden deutlich höhere Risiken bergen. Allerdings erfordert dieses Vorgehen ein neues Planfeststellungsverfahren. Das räumt den Gegnern der Trasse ein neues Klagerecht ein. Der Bund Naturschutz kämpft weiter vehment für eine Änderung der Trasse.

Sollte Baurecht bestehen und der Bund die Finanzierung sicherstellen, könnten die Arbeiten frühestens ab 2015 fortgesetzt werden, sagte Hermann. Dann würde im besten Fall 2018 der Verkehr rollen. Mit einer Klage könnten die Arbeiten aber auch erst ein Jahr später beginnen.

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