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Tourismusdirektor Peter Nagel bedauert Scheitern der Verhandlungen

Arena-Express ist Geschichte

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Aller Einsatz, alle Mühe waren am Ende vergeblich. Den Arena-Express gibt es nicht mehr, das kostenlose Bahnangebot zwischen Garmisch-Partenkirchen und Reutte in Tirol ist Geschichte. Ein herber Verlust in den Augen von Tourismusdirektor Peter Nagel. 

Garmisch-Partenkirchen – „Hier verlieren alle, das ist wirklich schade.“ Peter Nagel ist enttäuscht. Denn trotz intensiver Verhandlungen war es dem Garmisch-Partenkirchner Tourismusdirektor nicht möglich, mit den Vertretern der Deutschen Bahn (DB) einen Kompromiss zur Fortsetzung des Arena-Express’ zu erreichen. Und somit können Gäste und Einheimische das kostenlose Angebot zwischen Garmisch-Partenkirchen und Reutte in Tirol nicht mehr nutzen. Für Nagel ein herber Verlust, „auch für den ökologischen Gedanken“. Haben sich doch alle auf die Fahne geschrieben, den Verkehr auf den Straßen zu reduzieren und stattdessen auf die Schiene zu setzen.

Die Forderungen der DB machten ihm und seinen Mitstreitern aber einen Strich durch die Rechnung. 500 000 Euro nur für Urlauber war die Ausgangslage. „Damit hatte sich das Ganze mehr als verdoppelt“, sagt Nagel. Zwar gelang es, die Bahn auf 335 000 Euro jährlich herunterzuhandeln, die Einheimischen blieben aber ausgenommen. Und somit erteilten die 17 betroffenen Tiroler Gemeinden dem Projekt eine Absage.

Finanzielle Vorstellungen klaffen weit auseinander

Ein Schritt, den auch die DB bedauert. „Leider ist es zu keiner Einigung gekommen, weil die Partner vor Ort aktuell den aus Sicht der DB Regio Bayern deutlich höheren Ausgleichsanspruch aufgrund der starken Nutzung nicht anerkennen“, sagt ein Bahnsprecher. Gerade die Kommunen auf österreichischer Seite – aus dem Landkreis gehören nur Garmisch-Partenkirchen und Grainau zur Zugspitz-Arena Bayern Tirol – habe einzig an der kostenfreien Beförderung ihrer Bürger gelegen. Zwischenzeitliche Verhandlungen über „eine preisgünstige Saisonkarte für Einheimische“ blieben ebenfalls ohne Ergebnis. Zu weit klafften die finanziellen Vorstellungen auseinander. „Durch die Kooperation wurde der Zug sehr attraktiv“, betont Nagel. „Jetzt kalkuliert die Bahn damit, dass jeder dafür zahlt.“ Eine Rechnung, die er bezweifelt.

„Natürlich wünscht sich DB Regio Bayern, dass trotz der fehlenden Vereinbarung für Gäste und Einheimische die Werdenfelsbahn weiterhin als attraktive Alternative ,zur Straße‘ gesehen und genutzt wird“, unterstreicht der Bahnsprecher. Dafür arbeite das Unternehmen „tagtäglich an der Qualität der Verkehre und den dazugehörigen Tarifangeboten“. Die DB sei infolge dessen davon überzeugt, dass die Züge in Richtung Außerfern auch ohne diese Vereinbarung nicht leer bleiben. Grundsätzlich bestehe aber weiterhin Verhandlungsbereitschaft vonseiten der Bahn. Von der erwartet sich Nagel Ernüchterung: „Ich denke, dass sie sich melden, wenn sie merken, dass ihre Züge nicht mehr so voll sind. Dann schauen wir mal.“

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