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Ein Kunstwerk: die Olympia-Skisprungschanze in Garmisch-Partenkirchen.

Kostensteigerung beim Bau der Olympia-Sprungschanze: Ruf nach öffentlicher Debatte wird lauter

Garmisch-Partenkirchen - Es scheint, als würde sich nun die Mehrheit des Gemeinderates Garmisch-Partenkirchen für eine öffentliche Debatte über den Prüfbericht zum Bau der Olympia-Sprungschanze aussprechen.

Zum ersten Mal seit der Vorlage im Sommer wird sich ein Teil des Gemeinderates bei einer Sitzung mit dem brisanten Dokument des Bayerischen Kommunalen Prüfungsverbandes beschäftigen, das Antworten auf die Frage nach den Ursachen für die gewaltige Kostenexplosion von kalkulierten 9,9 auf letztlich 17,24 Millionen Euro liefern soll. Am Montag, 10. Oktober, diskutiert der Bauausschuss darüber – allerdings im nicht öffentlichen Teil.

Ob eine Woche später, am 19. Oktober, dann auch der Gemeinderat diesen Bericht erörtern wird, ist derzeit noch offen. Ob und wann eine öffentliche oder nicht-öffentliche Behandlung erfolge, hänge von der Aufstellung der Tagesordnungen für die kommenden Sitzungen sowie von den Beschlüssen des Gemeinderates gab, erklärt der Stellvertretende Rathaussprecher Johannes Eitzenberger.

Die Fraktionsspitzen von CSU und SPD, Elisabeth Koch und Dr. Sigrid Meierhofer, drängen weiterhin auf eine öffentliche Aussprache im Rat. „Die muss es geben“, fordert Koch. Denn es sei öffentlich zu diskutieren, wer die Verantwortung für diese Kostensteigerung trägt. Meierhofer hält sogar den Grund für die Geheimhaltung für hinfällig, eine Veröffentlichung des Prüfberichtes damit für möglich. „Ich würde das wollen“, betont sie. Auch Koch würde eine auszugsweise Veröffentlichung begrüßen.

So weit möchte der Fraktionsvorsitzende des CSB, Dr. Peter Samstag, noch nicht gehen. Aber auch er hat den Eindruck gewonnen, „dass einige in unserer Fraktion der Meinung sind, dass diese Diskussion öffentlich zu führen ist“. Der Gemeinderat solle dabei offen erklären, warum es zu der Kostensteigerung gekommen ist. „Es geht hier um Steuergelder“, bekräftigt er.

Der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler (FW), Hannes Krätz, gibt sich derweil zurückhaltend. „Ich würde eine Debatte nicht scheuen“, betont er; so ließe sich vieles korrigieren. Aber er halte die öffentliche Diskussion nicht für zulässig, weil es dabei unter anderem um Vertragsgestaltungen gehe.

Matthias Holzapfel

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