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Kramertunnel: Absage für Grainau

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Ein Projekt, zwei Varianten: Während die Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen die geplante Einschleifung des Kramertunnels mit einem Kreisverkehr westlich der Loisach und zwei Zufahrten bauen will (lila), wäre Grainau eine Lösung mit nur einer Zufahrt an der Eibseestraße (schwarz) deutlich lieber. Grafik: Ertl
Ein Projekt, zwei Varianten: Während die Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen die geplante Einschleifung des Kramertunnels mit einem Kreisverkehr westlich der Loisach und zwei Zufahrten bauen will (lila), wäre Grainau eine Lösung mit nur einer Zufahrt an der Eibseestraße (schwarz) deutlich lieber. Grafik: Ertl

Grainau - Ein klares "Nein" ist vom Markt Garmisch-Partenkirchen zu vernehmen. Damit erteilt er der alternativen Einschleifung des Kramertunnels, die Grainau gern hätte, eine Absage.

Schon seit zwei Jahren liegt die geplante südliche Einschleifung der Garmischer Ortsumfahrung dem Grainauer Bürgermeister Andreas Hildebrandt (CSU) im Magen. Statt der geplanten Variante mit einem Kreisverkehr westlich der Loisach und zwei Zufahrten bevorzugt die Kommune nämlich eine Lösung an der B 23 auf der Höhe Eibseestraße mit einer Zufahrt. In München hat er nach eigenen Angaben nun die Zusage erhalten, dass womöglich noch nicht alles zu spät ist für seine Pläne. Es werde Hildebrandt zufolge über eine alternative Einschleifung nachgedacht, wenn bis zum Sommer sowohl ein Klageverzicht des Bundes Naturschutz als auch eine Einverständniserklärung der Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen vorliegen.

Doch letztere erteilt dem Grainauer Vorschlag eine Absage. „Die Grainauer Linie wäre eine Verschlechterung“, meint Rathaus-Sprecher Florian Nöbauer. Außerdem ist er sich sicher, dass Skifahrer, die zur Kreuzeck-Bahn wollen, „nur einmal durch den Tunnel fahren und dann nie wieder“. Zu lang sei der Weg zurück in Richtung Skigebiet. Bei der Grainauer Idee läge der Kreisverkehr für die Garmischer Ortsumfahrung 300 Meter weiter entfernt vom Ortseingang Garmisch-Partenkirchens. Zudem befürchtet die Marktgemeinde, dass bei einer Umplanung wieder geklagt wird. „Ein formaler Verzicht des Bund Naturschutz liegt nicht vor“, unterstreicht Nöbauer.

Auch vom Staatlichen Bauamt erhält Hildebrandt Gegenwind. „Es besteht Baurecht. Wir werden sicher nicht umplanen, wenn es gegen den Willen Garmisch-Partenkirchens ist“, findet Werner Hüntelmann, Sachgebietsleiter Planung und Bau, deutliche Worte. Die Marktgemeinde könne auf die Umsetzung des Planfeststellungsbeschlusses bestehen.

Es ist diese grundsätzliche Haltung, die Grainaus Bürgermeister nicht versteht. „Allein durch eine neue Planung wäre ja der Beschluss nicht aufgehoben. Die Amtstrasse könnte immer noch gebaut werden.“ Die tatsächliche Situation sei anders als im Antwortschreiben der Marktgemeinde, das die Ablehnung begründet, beschrieben.

Er sieht deutliche Vorteile in der von Grainau angestrebten Einschleifung: weniger Eingriffe in die Natur, eine Lösung für das Verkehrsproblem an der Auffahrt zum Eibsee und die Einsparung von Kosten. Bei der geplanten Variante werde „völlig sinnlos ein Frankfurter Kreuz kreiert - mit einer Naturzerstörung, die wir heute noch gar nicht überblicken können“.

Außerdem koste diese fünf Millionen Euro mehr als Grainaus Vorschlag. Falsch, sagt Hüntelmann. „Das ist weit überzogen.“ Möglich seien Mehrkosten von zirka einer Million.

Dem Naturschutzargument widerspricht Nöbauer: „Die Alternative würde massive Eingriffe in die Natur bedeuten.“ Zusätzlich zu den Rodungen, die bereits für den Erkundungsstollen nötig waren. „Die Argumentation der Grainauer konnten wir nicht nachvollziehen.“

Er betont aber, dass „keine Tür zugeschlagen“ werden solle, Gespräche seien zu jeder Zeit möglich. Die will Hildebrandt weiterhin suchen. So wie er es mittlerweile seit zwei Jahren tut.

Janine Tokarski

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