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Verkehrsprobleme im Landkreis

Kramertunnel: Antrag auf Planfeststellung endlich fertig

Garmisch-Partenkirchen - Nach drei Jahren Arbeit werden Unterlangen von der Regierung geprüft – Vierwöchige Auslegung noch in diesem Sommer.

Zwei dicke Ordner, Hunderte von Seiten: Das ist das Ergebnis von drei Jahren Arbeit, das das Staatliche Bauamt Weilheim nun vorgelegt hat. Der schon mehrfach angekündigte Antrag auf Planfeststellung für den Kramertunnel ist fertig. Derzeit liegen die Unterlagen bei der Regierung von Oberbayern zur Prüfung. Schon bald kann Jeder ein Auge darauf werfen, der sich für die Umfahrung Garmisch interessiert. Der Bund Naturschutz wird dies sicher tun.

Denn die nächsten Schritte beim Tunnelbau sind vor allem eines: schwierig. Um durch Stein- und Geröllschichten zu kommen, soll praktisch das Wasser am Kramer abgesenkt werden. Dabei muss man sich, wie Straßenbauamts-Mitarbeiter Dr. Hermann Streicher erklärt, eine unterirdische Wasserwanne im Berg vorstellen, die einen Überlauf hat. Indem die Wanne angebohrt wird, sinkt der Pegel und der Vortrieb der Mineure ist wieder möglich. 2013 musste der Bau des Erkundungsstollens gestoppt werden – 348 Meter vor dem Durchbruch. Schon damals geriet die Natur in Mitleidenschaft: Drei Quellen sind trockengefallen – weshalb der Bund Naturschutz Klage eingereicht hat. Ein Urteil steht noch aus. Befürchtet wird, dass durch Wasserabsenkung nun auch die sensiblen Hangquellmoore und damit der Schmölzersee austrocknen. Damit dies nicht passiert, ist Streicher zufolge eine künstliche Bewässerung über den Lahnewiesgraben geplant. Eine weitere, weniger kritisch gesehene Maßnahme ist die zeitweise Umleitung der Durerlaine am Südportal des künftigen Tunnels.

Bis dieser fertiggestellt werden kann, vergehen noch viele Jahre. Streicher zufolge muss die Regierung die Prüfung des Plans abschließen. Dieser wird dann nach öffentlicher Ankündigung vier Wochen lang im Garmisch-Partenkirchner Rathaus ausgelegt. Danach können Einwände eingereicht werden. Mit einem Planfeststellungsbeschluss rechnet Streicher nicht vor Sommer 2017. Dann gilt es, die Ausschreibung der Arbeiten – für den Erkundungs- und den Hauptstollen – vorzubereiten, abzuwickeln und die Aufträge zu vergeben. Mitte 2019 könnte wieder Leben in die Baustelle kommen. Dann würden mehrere Jahre Bautätigkeit folgen. Vor 2024 wäre der Tunnel wohl nicht fertig.

Klagt der Bund Naturschutz gegen die Pläne, dauert alles noch viel länger. Die Mitglieder der Kreisgruppe haben bereits angekündigt, sich alles genau anzuschauen. Die Auslegung soll noch in diesem Sommer, möglicherweise ab September, erfolgen. Wer sich alles durchlesen möchte, sollte angesichts der dicken Ordner viel Zeit mitbringen.

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