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Kramertunnel: Arbeiten gehen weiter

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Missstand, der jetzt beseitigt wurde: die Verunreinigung der Loisach durch die Tunnelarbeiten.  foto: martin
Missstand, der jetzt beseitigt wurde: die Verunreinigung der Loisach durch die Tunnelarbeiten. foto: martin

Garmisch-Partenkirchen - Nach Problemen zusätzliche Reinigungsstufe für „Abwasser“ eingebaut. Fischereiberechtiger bekommt Entschädigung.

Wer im Berggasthof St. Martin sitzt und ganz staad ist, kann ihn vielleicht hören: den Vortrieb im Südportal des Kramertunnel-Erkundungsstollens. 1667 Meter tief haben sich die Arbeiter bereits in den Berg hineingesprengt. Darüber, dass es derzeit mit rund 2,5 Metern pro Sprengung vorangeht, sind die Verantwortlichen im Staatlichen Bauamt froh. Denn, wie berichtet, mussten die Arbeiten in der vergangenen Woche ruhen. Verunreinigtes Wasser war in die Durerlaine und dann in die Loisach gelangt. Inzwischen werden aber, heißt es im Amt, alle Grenzwerte eingehalten.

Das Bild, das die Gewässer abgegeben hatten, war nicht schön. Statt klar und frisch dahinzusprudeln, war der Bach milchig getrübt und braun-gelblich verfärbt. Verunreinigt wurde die Durerlaine durch Wasser, das vom Südportal des Tunnels stammt. Die Kapazitäten der dortigen Reinigungsanlage reichten nicht mehr aus - woraufhin mit den eingeschalteten Behörden ein Stopp des Vortriebs beschlossen wurde.

„Es musste gehandelt werden“, erklärt Projektleiter Martin Maier. In einem ersten Schritt konnte Entlastung dadurch geschaffen werden, das frische Bergwasser vom verunreinigten „Abwasser“ aus der Baustelle zu trennen. „So haben wir die Kapazität verdoppelt.“ Dennoch zeigte sich, dass immer noch die Grenzwerte überschritten wurden. Das Problem seien laut Maier kleinste Schwebeteilchen, die praktisch durch die Reinigungsanlage gespült wurden. Um sie zu binden, haben sich die Verantwortlichen entschlossen, eine weitere Ebene einzubauen: die Flockung. Dabei wird die elektrische Ladung der Schwebstoffe verändert. Sie stoßen sich nicht mehr, sondern ziehen sich an und verklumpen dadurch. Die Folge: Sie werden schwerer, setzen sich am Boden ab, und das Gewässer wird gereinigt. „Das ist ein ganz normales Verfahren, wie es auch in einer Kläranlage angewandt wird“, erklärt Maier. Mit dem Einbau der Zusatzstufe sei das Problem beseitigt worden. „Der Bach ist jetzt sauber.“

Worte, auf die sich Eberhard Hülsmann derzeit verlassen muss. Der Rechtsinhaber des Gewässers und zugleich Vorsitzender der Koppelfischerei beklagt einen „immensen Schaden“ durch die Verunreinigung. Zwar betonen beide Seiten, dass es „konstruktive Gespräche“ über einen Schadenersatz gibt. Dadurch verbessert sich Hülsmann zufolge die Situation in den Gewässern aber nicht von heute auf morgen. Es wird wohl eher Jahre dauern, bis sich alles wieder erholt hat.

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