In vollem Gange sind derzeit die Arbeiten am Südportal des Kramertunnels. Sie sollen im Herbst beendet sein. foto: sehr

Kramertunnel: Erkundungsstollen heuer fertig

Garmisch-Partenkirchen - Bald wird es still rund um den Kramertunnel: Die Arbeiten sollen noch heuer beendet werden, dann beginnt das große Warten aufs Geld für den Haupttunnel.

Das Nordportal des Kramertunnels wirkt verlassen. Wo seit Mai 2011 gesprengt und gearbeitet wurde, ist seit mehreren Wochen Stille eingekehrt. Im Süden graben sich derweil die Mineure weiterhin durch den Berg. „Sie sind gerade in der Kramerüberschiebung“, nennt Dr. Hermann Streicher vom Straßenbauamt Weilheim den Sachstand. Rund 2250 Meter tief sind sie im Berg. Noch 450 weitere Meter, dann ist auch im Süden der Bergsturzbereich erreicht und das 26 Millionen Euro teure Projekt Erkundungsstollen vorerst beendet.

Wie berichtet, wird es keinen Durchbruch geben, diese Arbeiten werden erst ausgeschrieben, wenn der Bund Geld für die Hauptröhre freigibt. Das ist allerdings nicht in Sicht. „Es wird sehr ruhig und leer werden“, prognostiziert Streicher. Er rechnet damit, dass „der Endpunkt im Stollen Ende September erreicht wird“. Denn der Vortrieb läuft besser als erwartet, das Gestein erweist sich als relativ standfest.

Im Herbst zieht die Firma Marti dann voraussichtlich ihre Arbeiter und die Baustelleneinrichtung ab. Nur ab und zu kommen dann Experten vom Straßenbauamt vorbei, um die Röhre zu überprüfen.

Deshalb werden derzeit auch im Norden wieder Licht und Belüftung im Tunnel verlegt. Beides war entfernt worden, um den herausgesprengten Stollen mit einer Spritzbetonschicht zu stabilisieren und „Unebenheiten auszugleichen“, verdeutlicht Streicher. Bis Licht und Lüftung wieder vorhanden sind, „ist ein Arbeiten gar nicht möglich und das Betreten schwierig“.

Dafür gibt es außerhalb des Kramers noch einiges zu tun. Mit bereits laufenden Probebohrungen wollen die Tunnelexperten herausfinden, wie der rund 200 Meter lange Bergsturzbereich aus Sand und Geröll am sinnvollsten durchbrochen werden kann. Mehrere Varianten sind möglich, „wir prüfen das derzeit noch,“ sagt Streicher und betont: „Wir müssen uns aber noch dieses Jahr festlegen.“

Janine Tokarski

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