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Kramertunnel in Garmisch-Partenkirchen: Erkundungsstollen vorerst ohne Durchbruch

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Da ging’s noch voran: Mineure bei den Arbeiten im Norden. Foto: Sehr
Da ging’s noch voran: Mineure bei den Arbeiten im Norden. Foto: Sehr

Garmisch-Partenkirchen - Der Erkundungsstollen des Kramertunnels soll zunächst nicht durchbrochen werden: Die Bergarbeiter werden nur bis zu den Schichten mit Lockergestein vordringen. Der Bund Naturschutz fordert erneut eine Trassenänderung.

Den feierlichen Moment sollte es in einem Jahr geben. Inmitten des Kramermassivs sollten die Bergarbeiter aus dem Norden und die aus dem Süden aufeinander treffen - der Durchbruch für den insgesamt gut 3,686 Kilometer langen Erkundungsstollen der Garmischer Ortsumfahrung. Diesen mit Spannung erwarteten Augenblick aber wird es vorerst nicht geben. Im Norden haben Mineure der Fachfirma aus der Schweiz das Ziel bereits erreicht, nach 576 Metern im Berg. Dort sind sie auf Schichten mit Lockergestein gestoßen, darüber steht wenigstens 40 Meter das Grundwasser. Mit Sprengungen, ihrem bisherigen Verfahren für den Vortrieb, können die Mineure dort nicht länger arbeiten - viel zu gefährlich, wenn das Geröll in Bewegung gerät und Wasser eintritt. Nun treiben sie den Stollen im Süden voran, derzeit bei 470 Tunnelmetern. Erreichen die Firmen auch dort das Lockergestein, haben sie ihr Werk vollendet. Die Maschinen rücken ab.

Zwischen den zwei Tunnelanschlägen rechnet der Leiter des Staatlichen Baumts Weilheim, Günther Grafwallner, mit einer rund 200 Meter langen Strecke. Sie wird vorerst bestehen bleiben.

„Wir bauen dort einen Erkundungsstollen“, macht Grafwallner deutlich. Alle Erkenntnisse, die für den Hauptstollen - der liegt 40 Meter von der kleineren Röhre entfernt - notwendig seien, gewinne seine Behörde dabei. Zusätzlich lasse sie horizontal in den Bereich des Hauptstollens bohren, um das Gestein zu untersuchen. Das reiche aus.

Damit sei genau das eingetreten, was der Bund Naturschutz in Bayern (BN) immer vorausgesagt habe, meint der Stellvertretende Kreisvorsitzende Dr. Andreas Keller in einer am Freitag verschickten Mitteilung. „Diese Situation wurde im Planfeststellungsverfahren und im Gerichtsverfahren bewusst wahrheitswidrig abgestritten.“ Der BN hatte gegen die Amtstrasse Klage erhoben, war jedoch gescheitert.

Kein Verständnis kann der Amtsleiter für den Appell des BN zum Umdenken aufbringen. Der Verband fordert am Ende der Pressemitteilung, „sich unverzüglich von einer überholten Trassenwahl aus den 70er und 80er Jahren zu verabschieden. Man sollte stattdessen den Tunnel zumindest im Norden auf der sowohl ökologisch wie geologisch weitaus besseren Alternativtrasse des BN realisieren“.

Matthias Holzapfel

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