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Nichts geht vorwärts am Kramertunnel.

Planfeststellungsverfahren lässt auf sich warten

Bau des Kramertunnel bleibt ein Geduldsspiel

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Garmisch-Partenkirchen - Das neue Planfeststellungsverfahren für den Bau des Kramertunnels lässt weiter auf sich warten. Nachdem das Staatliche Bauamt Weilheim aber noch nicht alle Unterlagen zusammengetragen hat, soll es jetzt im ersten Quartal 2016 eingeleitet werden.

Geduld. Darin müssen sich alle üben, die sich mit dem Kramertunnel beschäftigen. Seit 2013 rührt sich nichts mehr an der Umfahrung, die den Ortsteil Garmisch vom Verkehr entlasten soll. Nachdem es beim Bau des Erkundungsstollens zu einem Wassereintritt gekommen war, und die Arbeiter zudem auf schwer zu durchdringendes Lockergestein stießen, ruht das Vorhaben. Genau wie die Beseitigung der Umweltschäden, die dadurch entstanden sind. Darauf pocht aber der Bund Naturschutz und hat deswegen Klage Verwaltungsgericht München eingereicht. Noch hat sich nichts getan. Auch hier ist Geduld gefragt.

Die Belange der Umwelt, insbesondere die sensiblen Hangquellenmoore am Kramer, hat auch Dr. Herrmann Streicher auf dem Schirm. Er und seine Kollegen vom Staatlichen Bauamt Weilheim stellen die Unterlagen für das geänderte Planfeststellungsverfahren – quasi der Bauantrag für den Tunnel – zusammen. „Der Schutz der Natur ist ein wichtiger Bestandteil davon“, betont der zuständige Abteilungsleiter für den Landkreis Garmisch-Partenkirchen. „Wir sind schließlich verpflichtet, alle Bestimmungen einzuhalten.“ Aktuell werden sämtliche Unterlagen neu zusammengetragen und „in gewissen Teilen ergänzt. Wir sind voll dran“, betont Streicher. Ursprünglich sollten die erforderlichen Papiere von seiner Behörde noch heuer eingereicht werden. Ziel ist jetzt das erste Quartal 2016, um dann das Verfahren einzuleiten. Auf diese Papiere warten die hiesigen Vertreter des Bund Naturschutz ebenfalls gespannt: „Die schauen wir uns sehr genau an“, erklärt Stellvertretender Kreisvorsitzender Dr. Andreas Keller. Ihre Bedenken und Einwände können sie dann im laufenden Verfahren vorbringen. Klagen könnte man dagegen allerdings erst, wenn ein Beschluss vorliegt.

Und der ist noch lange nicht in Sicht. Ein Zustand, der die Kämpfer um „2 Tunnel für Garmisch-Partenkirchen“ zermürbt. „Die Enttäuschung ist groß“, bestätigt Ursel Kössel, Sprecherin der Bürgerinitiative. Auch sie und ihre Mitstreiter warten sehnsüchtig auf das Planfeststellungsverfahren, „um dann zu schauen, was wir eventuell machen können“. Unter den momentanen Umständen eine Demonstration oder andere Aktion zu organisieren, hält Kössel für wenig zielführend. Somit übt sie sich ebenfalls weiterhin in Geduld. „Ich bin optimistisch“, unterstreicht sie. Auch wenn sie weiß, dass bei einigen ihrer Mitstreiter derzeit die Enttäuschung überwiegt. „Es wurde immer etwas versprochen, und nichts ist passiert“, analysiert sie deren Gemütslage.

An Versprechen erinnert sich auch Keller. Und zwar an die, dass Umweltschäden beseitigt werden. „Es ist empörend, dass über all die Jahre nichts gemacht wurde“, sagt er. Zudem unterstellt er den Planern das Vorgehen, sich über das geänderte Verfahren die Erlaubnis zu holen, weiterhin nichts machen zu müssen. Ein Ansatz, der ihm sauer aufstößt. Dagegen gehen die Naturschützer vor. Ob sie auch Einwände gegen die neuen Pläne haben, bleibt abzuwarten.

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