Bereits geschlossen ist das Nordportal. Der südliche Eingang wird in wenigen Monaten folgen. foto: sehr-A.

Kramertunnel: Nach 2763 Metern ist Schluss

Garmisch-Partenkirchen - Im südlichen Teil des Erkundungsstollens wurde zum letzten Mal gesprengt. Die Arbeiten dauern trotzdem noch an.

Eineinhalb Jahre ist es her, dass mit einer großen Feier, 1000 Gästen und hochrangigen Vertretern aus der Politik gefeiert wurde. Am 29. April 2011 hat der Vortrieb für den Erkundungsstollen des Kramertunnels begonnen. Genau 17 Monate später, am 29. August, wurde das letzte Mal gesprengt. Die Arbeiten gehen dennoch weiter.

Wie Martin Maier vom Staatlichen Bauamt in Weilheim betont, gibt es bis Ende des Jahres noch genug auf der Baustelle zu tun. „Das Projekt ist noch nicht zu Ende“, sagt der Hochbauexperte. Denn: Die Tunnelbauer sind beim Vortrieb des Erkundungsstollens auf Nummer sicher gegangen. Sie haben zu der Zone, in der sich das problematische, lockere Gestein befindet, ausreichend Abstand gelassen. Das Ende des südlichen Stollens befindet sich im so genannten „sicheren Fels“. Bei weiteren Bohrungen wird in den nächsten Monaten genau geschaut, welche Ausmaße das lockere Gestein hat. Ein wichtiger Faktor für den späteren Bau des Haupttunnels.

Um diese Erkenntnisse zu bekommen, reicht die aktuelle Tiefe des Stollens. Nach 2763 Metern ist mit dem Vortrieb Schluss. „Natürlich wäre der Durchschlag schöner gewesen“, sagt Maier. Nötig ist der Zusammenschluss des nördlichen und südlichen Endes aus reich fachlicher Sicht aber nicht. Neben den weiteren Probebohrungen haben die Mineure noch die Aufgabe, die nach den Sprengungen kantigen Innenwände mit Spritzbeton aufzufüllen. „Außerdem wird die Fahrbahn im Tunnel hergerichtet.“ Je nach Beschaffenheit kommen dabei Fräsen oder Bagger zum Einsatz.

Ein Thema ist dann auch die Logistik. Um das Gestein aus dem Berg zu bekommen, wurde ein 2,7 Kilometer langes Förderband aufgebaut. Nun muss es abmontiert werden. Es wird also noch einige Monate dauern, bis alle restlichen Aufgaben erledigt sind, und die Baustelle komplett abgebaut ist. Irgendwann gegen Jahresende kommt dann der Tag, an dem der letzte Arbeiter das Südportal verlässt, das Zugangstor absperrt und das Projekt Kramertunnel in Garmisch-Partenkirchen vorerst ruht. Und das auf unbestimmte Zeit. Denn solange die Bundesregierung nicht die benötigten 104 Millionen Euro freigibt, kann der Hauptstollen nicht gebaut werden.

Für die Fachleute im Straßenbauamt geht die Arbeit aber freilich weiter. Schließlich liegen nun erst die Ergebnisse der vergangenen 17 Monate vor. Diese müssen ausgewertet werden. „Unsere Aufgabe war es zu erkunden“, sagt Maier. Und genau das sei geschehen. Zu den Einblicken, die die Experten bekommen haben, gehören die Charakteristika des Kramers. Die bereits angesprochenen lockeren Schichten haben sich als größeres Problem als erwartet erwiesen. Genau anders herum sei es mit der Kramer-Überschiebung. Der Umgang mit den verfalteten Gesteinsschichten war leichter als befürchtet. Drei Unfälle gab Maier zufolge im vergangenen Jahr zu verzeichnen. Seitdem war es ruhig. „Darüber können wir froh sein.“ Und auch darüber, dass keiner der Arbeiter bleibende Schäden davonträgt. „Alle sind gesund.“

Auf den gesammelten Erkenntnissen zum Kramer und seinem Gestein basiert die Auswahl des Bauverfahrens für den Hauptstollen, zu der es Anfang nächsten Jahres kommen soll. Im Anschluss wird die Ausschreibung der Arbeiten vorbereitet. Und dann heißt es warten. Auf gute Nachrichten aus Berlin.

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