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Restarbeiten: Noch sind die Firmen am Südportal des Kramertunnels beschäftigt, in den nächsten Wochen werden sie jedoch abziehen – vermutlich für Jahre.

Ortsumfahrung Garmisch

Kramertunnel: So geht's weiter

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Garmisch-Partenkirchen - Der Weg steht für die Behörden jetzt fest: erst das Grundwasser über dem Erkundungsstollen des Kramertunnels senken, dann durch die Schicht aus Lockergestein graben.

Zumindest ist die Zeit der Ungewissheit vorüber. Das ist die gute Nachricht an diesem Montag. Behörden und Ministerien haben den Weg festgelegt, der durch die Schicht von Lockergestein und Wasser im Kramer führen soll. Sie haben sich für die umstrittene Grundwasser-Absenkung entschieden. Die schlechte Nachricht an diesem Tag ist: Der Weg zur Ortsumfahrung für Garmisch erfordert ein ergänzendes Planfeststellungsverfahren – dies eröffnet zum Beispiel dem Bund Naturschutz (BN) ein Klagerecht. Immerhin, es geht weiter. Das hat Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) Kommunalpolitikern erst in vertraulicher Runde im Saulgruber Rathaus und später öffentlich beim feierlichen Spatenstich zur Ortsumgehung erklärt.

Nach einer mehrmonatigen Prüfung der möglichen Varianten haben sich die Mitarbeiter des Staatlichen Bauamtes Weilheim für diesen Weg entschieden, weil sie ihn aus Sicht der Technik, der Umwelt und der Wirtschaftlichkeit für den richtigen halten, erläutert Abteilungsleiter Dr. Hermann Streicher. Der BN fürchtet um den Schmölzersee sowie wertvolle Hangquellen und Biotope in diesem Bereich, wenn das Grundwasser abgesenkt wird. Um diese Gefahr zu bannen, will das Amt Streicher zufolge den See und die Quellen aus dem Lahnewiesgraben bewässern.

Axel Doering, der Kreisvorsitzende des BN, warnt aber davor, dass der Berg in diesem Bereich praktisch „leerlaufen“ werde. Dass nun trotzdem dieser Weg gegangen werden soll – der zwar günstiger ist, dafür aber auf Kosten der Natur geht –, kommt für ihn nicht überraschend. „Das haben wir vorher schon gesagt.“ Genauso wie die Naturschützer schon vor Jahren auf die massiven Probleme hingewiesen hätten, die die vom Amt vor Gericht durchgeboxte Trasse mit sich bringt. „Für mich ist das ein unglaubliches Versagen der Behörden.“ Und definitiv „ein Klagegrund“. Ob es soweit kommt, darauf will sich Doering zum jetzigen Zeitpunkt nicht festlegen – sondern zunächst einmal das weitere Verfahren abwarten.

Das sieht vor, dass das Bauamt den Antrag für das Verfahren bei der Regierung von Oberbayern im Herbst einreicht. Es folgt das übliche Prozedere mit Prüfungen, Auslegung und Erörterungsterminen. „Gut ein Jahr“ dauert es, „wenn keine Klage kommt. Sonst ist man dann schnell bei zwei Jahren“, sagt Streicher. Liegt die Genehmigung auf dem Tisch, je nach Verlauf Ende 2014 oder Ende 2015, können die Behörden eine neue europaweite Ausschreibung in die Wege leiten. Auch dabei ist mit einem Jahr zu rechnen, Ende 2015 oder Ende 2016 könnten die Aufträge vergeben sein – und die Firmen wieder anrücken.

Nadja Hoffmann und Matthias Holzapfel

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