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Kramertunnel: Warten auf die beste Lösung

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Nichts geht mehr: Am Nordportal herrscht Stillstand. foto: sehr
Nichts geht mehr: Am Nordportal herrscht Stillstand. foto: sehr

Garmisch-Partenkirchen - Die Behörden wägen noch immer die Bohr-Methoden für den Durchbruch ab. Ergebnisse gibt es wohl erst im Sommer.

Vereisen? Zement einspritzen? Eine Bohrmaschine anfordern? Oder doch den Schmölzersee absenken? Welche dieser vier Methoden die geeignetste ist, um die Lockergesteinsschicht im Kramertunnel zu durchqueren, ist momentan die alles entscheidende Frage. Zumindest bei Experten in Weilheim, München und Berlin. Um die Antwort wird seit Monaten gerungen. Und weitere werden vergehen, bis die Entscheidung bekanntgegeben werden kann.

Seit Anfang des Jahres liegt der Regierung von Oberbayern, dem Innenministerium in München und dem Bundesverkehrsministerium von Peter Ramsauer (CSU) zumindest schon mal die Diskussionsgrundlage vor: der Variantenabgleich. Dieser wurde von einem Innsbrucker Fachbüro für das Staatliche Bauamt in Weilheim erarbeitet. Wie Mitarbeiter Dr. Hermann Streicher erklärt, handelt es sich dabei um eine sehr fundierte Analyse. „Allein die technische Bewertung umfasst ganze Ordner.“

In ihnen ist nachzulesen, welche Vor- und Nachteile jede der vier Varianten hat. Ein zweiter großer Bereich behandelt die Faktoren „Natur und Umwelt“. Hinzu kommt die Beurteilung der Realisierbarkeit. Wie berichtet, hat der Bund Naturschutz zum Beispiel mit einer Klage gedroht, sollte die See-Absenkung favorisiert werden. In diesem Fall wäre ein neues Planfeststellungsverfahren notwendig - das durch eine Klage um Jahre ausgebremst werden könnte.

Wie Streicher beschreibt, befinden sich die beteiligten Behörden derzeit in einem intensiven Abstimmungsprozess. Darin gilt es für sie abzuwägen, welche der vier Varianten die beste ist. Im Idealfall wäre diese für die Umwelt verträglich, gut für das Portemonnaie des Bundesverkehrsministers und technisch nicht allzu aufwändig. Wohin der Weg letztlich führt, darüber will Streicher zu diesem Zeitpunkt aber keine Auskunft geben. Er geht zwar davon aus, dass sich die beteiligten Instanzen auf eine einvernehmliche Lösung einigen. Im Endeffekt wird aber der Bund zur Kasse gebeten. Und das ist das nächste Problem: Wann die noch fehlenden Millionen freigegeben werden, ist völlig unklar.

Bislang hat der Bund 30 Millionen für die Fertigstellung des 3,6 Kilometer langen Erkundungsstollens zur Verfügung gestellt. Diese musste aber wegen der Probleme mit dem Lockergestein - die bestehen auf rund 250 Metern - unterbrochen werden. Seitdem steht im Raum, dass sich die Gesamtkosten wohl von 130 auf 150 Millionen Euro erhöhen. Solange aber nicht klar ist, welche Variante den Durchbruch bringt, ist diese Zahl nicht gesichert.

Hinter dem Projekt Kramertunnel stehen immer noch viele Fragezeichen. Bis es auf der Baustelle weitergeht, werden noch Jahre vergehen. Denn selbst dann, wenn die Vorgehensweise feststeht und die Finanzierung gesichert ist, müssen die Aufträge neu ausgeschrieben werden. Die vom Stau geplagten Bürger brauchen weiter vor allem eines: Geduld.

Derweil laufen die Restarbeiten unterm Kramer weiter. Dazu gehören Fräsarbeiten im Südportal. Die dortigen Wände des Erkundungsstollens werden seit einiger Zeit geglättet und für den Innenausbau vorbereitet. Außerdem muss die Baustelle abgewickelt werden. Das geschieht genau zwei Jahre nach der vielversprechenden ersten Sprengung am 29. April 2011.

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