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Eine Traum-Immobilie wechselt den Eigentümer. Ein Münchner soll den Zuschlag erhalten haben. 

Millionen-Deal in Mittenwald 

Kranzberg-Gipfelhaus wechselt Eigentümer

Das Kranzberg-Gipfelhaus hoch über Mittenwald wechselt den Eigentümer. „Der Verkauf ist über die Bühne gebracht“, bestätigt Rainer Weideneder, der vor 17 Jahren mit seiner Frau Christine die Traum-Immobilie erworben hatte.

Mittenwald – Über Jahre hinweg gab es immer wieder Gerüchte. Im Herbst 2008 titelte Deutschlands größte Boulevard-Zeitung sogar mal: „Wird das Kranzberghaus an Scheichs verscherbelt?“ Von solchen Meldungen aufgeschreckt, wollte die Tourismusgemeinde Mittenwald sichergehen und erließ eine Veränderungssperre. Denn der Horrorgedanke damals wie heute ist: Die beliebte Gaststätte auf dem Sonnenberg (1351 Meter) könnte in falsche Hände geraten – und das darf nicht passieren.

Nun aber wechselt das Kranzberg-Gipfelhaus tatsächlich den Eigentümer. „Der Verkauf ist über die Bühne gebracht“, bestätigt Rainer Weideneder, der gemeinsam mit seiner Frau Christine – die beiden gehen inzwischen getrennte Wege – im Jahr 2000 das Sahne-Grundstück mit fünf Hektar Land erworben hatte.

Künftig hat ein Münchner Unternehmer in der exquisit gelegenen Berggaststätte in paradiesischer Lage das Sagen. Soviel will auch Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU) preisgeben. Ansonsten hält er sich bedeckt. Doch einen Kontakt zwischen ihm und dem künftigen Gipfelhaus-Investor soll’s bereits vor einiger Zeit gegeben haben. Der Mann aus München war trotz Anfrage für eine Stellungnahme gegenüber dem Tagblatt nicht zu erreichen.

Gemobbt von Mittenwaldern

Dabei interessiert es natürlich die Bevölkerung brennend, was demnächst auf dem Kranzberg passiert. „Es soll eine Wirtschaft bleiben“, glaubt Rainer Weideneder zu wissen. Zunächst aber müsste das Lokal saniert werden. Für den Münchner Weideneder endet also nach 17 Jahren das Kapitel Mittenwald. Er schlägt es auch mit ein wenig Frust zu. „Es hat keinen Taug mehr gehabt“, verdeutlicht der Gastronom. Und so richtig warm sind die Einheimischen mit ihm auch nie geworden. „Von den Mittenwaldern bin ich nur gemobbt geworden“, fährt Weideneder am Ende einer unglücklichen Beziehung sogar schwere Geschütze auf. Bereits vor knapp neun Jahren beklagte er gegenüber dem Tagblatt die mangelnde Unterstützung von Seiten hiesiger Vermieter. „Vielleicht liegt es einfach daran, dass ich ein Münchner bin“, sinnierte er im April 2008, weil seiner Meinung nach immer wieder böse Gerüchte die Runde machten. „Das geht mittlerweile weit unter die Gürtellinie“, klagte er seinerzeit. „Das werde ich nicht mehr länger mitmachen.“

Seinen Worten hat er nun Taten folgen lassen. Für wieviel Geld das Gipfelhaus den Eigentümer wechselt, darüber wird natürlich Stillschweigen getroffen. Zum Verkauf stand’s im Frühjahr 2008 mal für 1,3 Millionen Euro. Wenn man berücksichtigt, wie sich seitdem die Immobilienpreise entwickelt haben, dürfte es heute wohl etwas mehr sein.

Interessante Pressemitteilung

Umso erstaunlicher ist, dass offenbar jemand anderes die genaue Summe weiß: die Karwendelbahn. In einer Pressemitteilung vom vergangenen Freitag heißt es: „Das Objekt wurde nach unseren Informationen für 1,22 Millionen Euro an einen anderen Interessenten veräußert.“ Ferner wird berichtet: „Die Karwendelbahn AG hat sich bemüht, das Kranzberg Gipfelhaus zu erwerben. Letztendlich hat die Karwendelbahn Abstand vom geplanten Kauf genommen.“ Doch davon hört Rainer Weideneder zum ersten Mal. „Die Karwendelbahn ist nicht an uns herangetreten“, versichert er. Zudem fragt er sich, woher diese Informationen stammen. Das Tagblatt hakte nach. Doch eine Stellungnahme von der Aktiengesellschaft hat es einmal mehr nicht erhalten.

Christof Schnürer

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