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50 Jahre Musikschule Garmisch-Partenkirchen

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Von: Margot Schäfer

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Jürgen Klier
Musikschulleiter Jürgen Klier, früher selbst Schüler hier, ist seit dem Schuljahr 2020/21 im Amt. © Meggy Schäfer

GAP – Mit der Gründungsversammlung am 26.1.1972 im Kurpark-Café begann vor 50 Jahren die erfolgreiche Geschichte der Musikschule Garmisch-Partenkirchen. Gestartet wurde sie in einem Schul-Büroraum in der Hindenburgstraße 38, mit ersten Instrumentalstunden in Keller- und Klassenräumen, in Besenkammern öffentlicher Schulgebäude sowie Privatwohnungen. 15 Lehrkräfte unterrichteten im ersten Jahr 200 Schüler. 8000 Mark betrug der Zuschuss aus öffentlicher Hand. Erst 21 Jahre später bekommt die Musikschule ein eigenes Gebäude. Seit 2008 ist sie in der Villa der früheren Landeszentralbank, Olympia­straße 20, zuhause.

Unter besten Bedingungen können seitdem Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die in den unterschiedlichsten Musikfächern unterrichtet werden, ein Instrument erlernen, im Ensemble spielen, singen oder an der musikalischen Früherziehung teilnehmen. Neben Unterrichtsräumen und Büros steht im Erdgeschoss ein Saal zur Verfügung. Hier können sich Eltern und Musikinteressierte vom großen Leistungsspektrum bei Vorspielen und Konzerten überzeugen. Die Marktgemeinde stellt das Gebäude kostenfrei zur Verfügung, bezuschusst zusammen mit dem Landkreis den circa 1,5 Millionen-Jahres-Etat. Mit zahlreichen öffentlichen Auftritten sind die Musikschule und ihre 12 Zweigstellen aus dem kulturellen Leben im Oberland nicht mehr wegzudenken. Die Mitgliedschaft im Verband Bayerischer Sing- und Musikschulen sichert eine hohe Ausbildungsqualität.

Von den Anfängen

180 Interessierte waren an dem Januarabend 1972 der Einladung, eine Musikschule auf Vereinsbasis zu gründen, gefolgt. 137 von ihnen wurden spontan Mitglieder. „Ich war als interessierter Vater gekommen und ging als Vorsitzender nach Hause“, erinnert sich Konrad Spies. Ein Ehrenamt, das er 14 Jahre inne hatte. Er gehört mit Ludwig Hölzl, Georg Deubler, Anneliese Lichtenstern, Bernhard Wehrsdorf, Günther Eidenschink und Albert Berghofer zu den Pionieren und hartnäckigen Idealisten. „Wir kämpften um Anerkennung und finanzielle Unterstützung. Zum Glück war Bürgermeisters Toni Neidlinger auf unserer Seite“, sagt der 89-Jährige. Trotz aller Schwierigkeiten wuchs die Zahl der Schüleranmeldungen und Lehrkräfte. Zweigstellen im gesamten Landkreis wurden eröffnet. Geigenlehrerin Lichtenstern sorgte mit ihrem Kinderstreichorchester für das Renommee auch über Landkreisgrenzen hinaus, legt den Grundstein für eine bis heute beispielgebende musikalische Früherziehung. Das Musikschulorchester, die spätere Sinfonietta Werdenfels, wird gegründet, eine Jugendblaskapelle aufgebaut. Gruppen der Volksmusikabteilung sind beim ZDF-Sonntagskonzert dabei, es gibt Kinder-, Jugend- und Erwachsenenchöre, ein Jugendstreichorchester und weitere Ensemble kommen hinzu. Veranstaltungsformate wie „Musik im Advent“ und Volksmusikabende sind längst Tradition.

Auftritt
Erste Auftritte über den Landkreis hinaus: Die mehr als 30 Geigenschülerinnen und -schüler von Anneliese Lichtenstern begeisterten in Erding, sorgten für Anerkennung der Musikschule Garmisch-Partenkirchen. © privat

Wendepunkte

Ab 1988 stehen der Erste Bürgermeister der Marktgemeinde und der Landrat an der Spitze des Trägervereins. Ab 1992 gibt es mit Helmut Kröll erstmals einen Musikschulleiter. 1637 Schülerinnen und Schüler und 44 Lehrkräften zählt die Einrichtung damals. Erfolgreich und immer wieder mit ersten und zweiten Preisen belohnt, nehmen jährlich hiesige Schülerinnen und Schüler am „Jugend musiziert“-Wettbewerb teil. Eine Erfolgsgeschichte. Auch als Kröll 2020 in Rente geht, bleibt er Orchesterleiter der Sinfonietta. Jürgen Klier übernimmt den Staffelstab in schwierigen Pandemie-Zeiten.

Der Unterstützung durch den Vorstand mit Bürgermeistern Elisabeth Koch als 1. Vorsitzender und Landrat Toni Speer als 2. Vorsitzenden kann er sicher sein. Das Einziehen von Trennscheiben, Hygienekonzepte und Online-Präsentationen gehören inzwischen zu seinem Alltag. Konzerte waren kaum, Präsenzunterricht lange nicht möglich. Trotzdem gibt es erneut 16 Preisträger bei „Jugend musiziert“ und mit 30 Absolventen große Erfolge bei den inzwischen eingeführten „Freiwilligen Leistungsprüfungen“. Klier setzt Bewährtes fort und weiterhin auch auf die Zusammenarbeit mit dem St. Irmengard-Gymnasium (musischer Zweig), baut neue Kooperationen mit weiteren Schulen wie der St. Irmengard-Realschule, Grundschulen und Kindergärten im Landkreis auf. „Ziel ist es, dass die Früherziehung für die Jüngsten zu einem festen Bestandteil der Grundfachausbildung wird“, sagt er. Die Pläne für die Feiern zum 50-jährigen Jubiläum mit Konzerten, Musical, Ausstellung und Empfang liegen längst auf seinem Tisch. Zu den Zeitzeugen, die er einladen möchte, gehören auf jedem Fall Spies und Lichtenstern, die auch heute noch in der Sinfonietta musizieren. sm

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